Kassel Huskies und fünf weitere Klubs bewerben sich für die Deutsche Eishockey-Liga

Kassel/Köln. Im deutschen Eishockey könnte es 2018 endlich wieder eine Verzahnung der beiden Topligen in Form von Ab- und Aufstieg geben.

DEL und DEL2 haben am Freitag verkündet, dass sechs Zweitliga-Klubs fristgerecht zum 31. März ihre Bewerbungen eingereicht haben. Darin geht es neben wirtschaftlichen Kalkulationen und strukturellen Informationen nicht zuletzt um die Bereitstellung von Bürgschaften über jeweils 816.000 Euro „Eintrittsgeld“.

Aktualisiert um 18.45 Uhr

„Ja, es stimmt, wir sind dabei“, bestätigte Joe Gibbs am Nachmittag Spekulationen, wonach auch die Kassel Huskies die Chance auf eine Rückkehr in die DEL haben möchten. Details zur Bewerbung der Nordhessen aber mochte der 56-Jährige nicht nennen und kündigte vielmehr eine Presseerklärung für die nächsten Tage an.

Gibbs hält sich damit an eine Vorgabe der Ligenleitungen, die Ross und Reiter zunächst nicht nennen. „Die Namen der beteiligten Klubs interessieren jetzt doch noch nicht“, behauptete allen ernstes René Rudorisch. Der Geschäftsführer der DEL 2 erklärte auf dem Weg von der Kölner DEL-Zentrale zum Huskies-Gastspiel in Ravensburg am Telefon, dass die Abgabe der Bewerbungen ja nur der erste Schritt in einem Procedere sei, das nun bis Ende April mit einer Prüfung und Bewertung der Unterlagen durch die DEL fortgesetzt werde.

„Elementar ist, dass wir als Zweitligisten jetzt die Ernsthaftigkeit unserer Bemühungen dokumentieren und die DEL von unserem festen Willen überzeugen, zu einer nachhaltigen sportlichen Verzahnung zwischen beiden Ligen zurückzukehren“, erklärte Rudorisch. Und verwies darauf, dass auch im nächsten Jahr durchaus noch weitere Klubs die Möglichkeit hätten, ihr Interesse an einem Aufstieg aus der DEL 2 ins Oberhaus zu erklären.

Vor genau zehn Jahren, 2006, waren die Straubing Tigers als letzter Klubs sportlich in die DEL aufgestiegen. Seither war die Eliteliga eine geschlossene Gesellschaft.

Wer also sind die DEL-Aspiranten, die wirtschaftliche Grundlagen schaffen wollen, um im Fall der sportlichen Meisterschaft 2018 für einen Aufstieg gewappnet zu sein? Nach Informationen der Eishockey-News sind neben den Huskies – offenbar als einziger hessischer Klub – auch Bietigheim, Bremerhaven, Ravensburg, der SC Riessersee und Heilbronn.

Während ausgerechnet die in dieser Saison mit Titelambitionen angetretenen, aber im Viertelfinale hart an den Huskies gescheiterten Löwen Frankfurt offenbar nicht dabei sind, überrascht vor allem die Kandidatur Heilbronns. Hier scheint es, dass andere Zweitliga-Clubs diese Bewerbung unterstützen, um das nötige Sextett hinzubekommen und das Projekt Aufstieg so nicht frühzeitig um ein weiteres Jahr verschieben zu müssen.

Schließlich hatte DEL2-Geschäftsführer Rudorisch betont, „dass dies das Produkt der Zusammenarbeit aller Clubs ist. Ohne die solidarische Unterstützung aller Clubs wäre dies nicht möglich gewesen.“

„Ich kann das nicht bestätigen“, wird Dr. Peter Merten, Aufsichtsratsmitglied der DEL und bei den Heilbronner Falken, von den EWishockey News zitiert. „Aber ich kann es auch nicht dementieren.“ Ähnlich äußert sich Heilbronns Geschäftsführer Atilla Eren: „Ich kann dazu nichts sagen, denn es ist mit der Liga vereinbart, dass es jetzt dazu keine Äußerungen gibt.“ Aber auch Eren sagt auf Nachfrage: „Nein, dementieren kann ich es auch nicht.“

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