Nachrückverfahren und positive Schnelltests

DEL: Kassel Huskies bewerben sich im Nachrückverfahren

Starker Rückhalt: Torwart Jerry Kuhn hatte gegen Bayreuth großen Anteil am ersten Sieg des Jahres der Kassel Huskies.
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Starker Rückhalt: Torwart Jerry Kuhn hatte gegen Bayreuth großen Anteil am ersten Sieg des Jahres der Kassel Huskies.

Sieg gegen Bayreuth, positive Schnelltests, DEL-Nachrückverfahren: Rund um die Kassel Huskies war viel los am Wochenende. Dazu Fragen und Antworten.

Kassel – Neben dem vollgepackten Spielplan sorgten auch positive Schnelltests bei den Bayreuth Tigers, dem Gegner der Kassel Huskies vom Sonntag (09.01.2022), sowie der Stand in Sachen DEL-Nachrückverfahren für Gesprächsstoff. Fragen und Antworten nach dem 2:1 (0:0, 1:0, 1:1) gegen Bayreuth.

Wieso fand das Spiel trotz positiver Schnelltests statt?
Die Bayreuth Tigers gaben vor der Partie bei Facebook bekannt, dass es im Vorfeld mehrere positive Schnelltests gegeben habe, und traten in Kassel mit nur 14 Feldspielern an. „Wir sind die ganze Zeit sehr genau und testen jeden Tag. Am Donnerstag gab es einen positiven Fall, heute zwei. Die Spieler wurden sofort rausgezogen. Wir als Team sind aber nicht in Quarantäne und gemäß der Neun-plus-Eins-Regel angetreten“, sagte Gästetrainer Petri Kujala am Sonntag.
Und was sagt die DEL 2?
Am Sonntagmorgen sei von den Tigers ein positiver Schnelltest und somit ein Verdachtsfall gemeldet worden, sagte DEL-2-Geschäftsführer René Rudorisch. Gemeinsam habe man die Lage bewertet, vor der Abfahrt nach Kassel erneut Schnelltests durchgeführt. Bei den für die Partie eingeplanten Spielern waren diese negativ. „Da es keine Quarantänemaßnahmen sowie eine spielfähige, geimpfte Mannschaft gab, konnte die Begegnung in Abstimmung mit den Huskies stattfinden“, so Rudorisch. Am Donnerstag habe es bei den Tigers einen positiven PCR-Test gegeben. Das zuständige Gesundheitsamt habe entschieden, der Trainings- und Spielbetrieb könne fortgesetzt werden – somit hatte dieser Coronafall keinen Einfluss auf die Entscheidung am Sonntag.
Was sagen die Huskies zu ihrem 2:1-Erfolg?
„Es war nicht das beste Spiel, durch die vielen Strafen wurde es verlangsamt. Was zählt, sind die drei Punkte“, sagte Verteidiger Troy Rutkowski und traf den Nagel damit auf den Kopf. Der Kanadier war es, der die Huskies mit dem 2:1 auf die Siegerstraße brachte. Den Schuss von Jamie MacQueen ließ der ansonsten starke Tigers-Goalie Timo Herden prallen, bei Jake Weidners Nachschuss war er noch zur Stelle. Dann rauschte Rutkowski heran, den der Befreiungsversuch von Frederik Cabana am Bein traf. Von dort aus segelte der Puck den rangelnden Weidner und Christian Kretschmann an den Helm, Rutkowski stand richtig und schob den Abpraller über die Linie. „Es war nicht das schönste Tor“, sagte Rutkowski grinsend.
Wer stach bei den Huskies heraus?
Bester Spieler – da waren sich Zuschauer und Trainer Tim Kehler einig – war Torhüter Jerry Kuhn. Der parierte 34 Schüsse, war nur in Unterzahl einmal zu bezwingen. „Es hat sich gut angefühlt, der Rückhalt zu sein und gute Saves zu machen“, sagte Kuhn. Zuletzt war er noch am Mittwoch in Crimmitschau nach zwölf Minuten und drei Gegentoren ausgewechselt worden, nun war er Matchwinner. „Die vielen Spiele und Busfahrten fordern ihren Tribut, das merke ich auch bei mir. Ich war in den letzten anderthalb Monaten nur Durchschnitt, die ganze Saison ist nicht meine beste“, sagte Kuhn offen selbstkritisch. Im Dezember war er in Dresden erstmals überhaupt von Kehler vom Eis geholt worden. „Ich verstehe, warum er es getan hat, ich war trotzdem sauer und auch enttäuscht von mir“, so Kuhn, der die fünf spielfreien Tage nun für intensives Training nutzen möchte.
Nun zum Thema Nachrückverfahren: Was ist da Stand der Dinge?
Wie berichtet hat Maik Walsdorf, Geschäftsführer der Dresdner Eislöwen, am Wochenende bekannt gegeben, dass sich die Sachsen als möglicher wirtschaftlicher Nachrücker für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) bewerben werden. Dies gilt für den Fall, dass einer der DEL-Klubs die Lizenz verlieren sollte. „Die Vereine aus der DEL 2 sind nicht gezwungen, uns über ihr Vorgehen zu informieren. Wir wussten aber, dass Dresden sich bewirbt. Wir sind ja auch der Vermittler zwischen DEL und den Klubs, geben die notwendigen Unterlagen an die Vereine weiter“, sagt Rudorisch. Bis zum 15. Februar müssten die Unterlagen bei der DEL eingegangen sein.
Dresden bewirbt sich also als DEL-Nachrücker. Was machen die Huskies?
Auch die Huskies wollen sich bewerben. Der bestätigte Geschäftsführer Joe Gibbs gestern. „Natürlich werden wir die Bewerbung einreichen, wir haben die Deadline auf dem Schirm“, sagte er. „Wir werden die Unterlagen noch im Januar abgeben, sind außerdem im Austausch mit der DEL.“ Dass es in der ersten Liga Klubs geben könnte, die sich die Lizenz für die kommende Saison nicht mehr leisten können, hält Rudorisch nicht für unwahrscheinlich: „Wenn ich höre, wie sich manche Klubs am Wochenende wieder gegen den Abstieg zu Wort gemeldet haben, scheint es einigen wirtschaftlich schlecht zu gehen.“ (Björn Friedrichs)

Lange ist das Eishockey-Spiel der Kassel Huskies in Landshut ausgeglichen. Im letzten Drittel zeigen die Hausherren dann aber ihre wiedergewonnene Stärke, nutzen Fehler und gewinnen mit 5:2.

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