Vier Videobeweise im kleinen Hessenderby

Viel Drama beim Schlusslicht: Kassel Huskies verlieren in Nauheim

Liveticker Kassel Huskies

Was für ein Derby! Ein Krimi mit ganz viel Drama in den Schlussminuten, eine Kasseler Aufholjagd, die am Ende aber in Nauheim ohne Happyend bleibt.

5:6 (2:2, 0:2, 3:1, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen verlieren die Huskies zwar das dritte DEL2-Spiel hintereinander, der Spitzenreiter nimmt aber im dramatischsten Spiel dieser Saison einen Punkt mit bei Ligaschlusslicht Bad Nauheim.

Mit Rückkehrer Corey Trivino, erneut den Förderlizenzlern Tim Lucca Krüger und Lasse Bödefeld, aber ohne Cameron, Laub und Schmidpeter gingen die Huskies in letzte Hauptrundenderby und erwischten gleich einen Start nach Maß. Ryan Olsen erobert den Puck, umkurvt einmal das Gehäuse von Felix Bick und schließt per Bauerntrick zum 1:0 ab. 77 Sekunden sind da gespielt.

Die Huskies sind frischer, schneller, forscher – die zweitätige Pause hat ihnen sichtlich gut getan. Und sie legen zügig den nächsten Treffer nach, wenn auch einen kuriosen. Denis Shevyrin ist es, der die Scheibe vors Tor chippt, dabei Phil Cornet anschießt, von dem die Scheibe dann ins Tor springt. Auch wenn es Videobeweis gibt – an der Gültigkeit des 2:0 (8.) gibt es nichts zu rütteln.

Doch nachdem die Roten Teufel diese erste Druckphase der Huskies überstanden haben, werden auch sie mutiger. Und gleich ihre zweite Torchance sitzt. Stefan Reiter ist es, der die erste Unachtsamkeit in der Kasseler Defensive bestraft, am rechten Pfosten frei zum Abschluss kommt und Jerry Kuhn keine Chance lässt (13.).

Das 1:2 gibt den Hausherren Selbstvertrauen, und siehe da: Noch 21 Sekunden sind es bis zur ersten Pause, als Christoph Körner viel zu viel Platz am linken Flügel hat, abzieht und die Scheibe erneut hinter Kuhn einschlägt – dieses 2:2 so kurz vor der ersten Pause tut schon weh.

Doch es kann noch mehr schmerzen. Denn auch die letzte Minute des zweiten Abschnitts wird den Huskies weh tun, wieder werden diese 60 Sekunden zum Knackpunkt. Die Roten Teufel, die sich aufs Kontern verlegen, haben nun Erfolg: Als Shevyrin in der neutralen Zone den Puck verliert, setzen Freddie Cabana und Reiter zu einem Zwei-auf-Eins-Konter an, Cabana trifft ins Eck zum 3:2 und damit zur erstmaligen Führung der Roten Teufel. Und die sorgen weiter für viel Verkehr vor Kuhn. Der kann zwar zweimal retten, doch im dritten Nachsetzen ist Reiter dann schneller und stochert den Puck zum 4:2 über die Linie. 12,8 Sekunden stehen noch auf der Uhr. Wie am Montag, als Bietigheim 12,8 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer zielte. Zum zweiten Mal an diesem Abend bestätigt der Videobeweis: Der Treffer zählt.

Nun aber ist Freitag und den Huskies bleiben noch 20 Minuten. Doch es dauert bis zur 49. Minute, bis die Scheibe endlich im Tor zappelt. Diesmal aber in dem der Nauheimer, Oliver Granz hat sie im Fallen über die Linie befördert. Doch bis die Huskies sich über das 4:3 freuen können, dauert es minutenlang. Denn beim dritten Videobeweis lassen sich die Unparteiischen ziemlich viel Zeit.

Und dann beginnt das Drama: Tramm hat Pech, als er den Pfosten trifft. Kuhn rettet mehrfach, doch dann schiebt ihm Hohmann die Scheibe durch die Hosenträger zum 5:3 (55.). Die Huskies haben noch einmal Powerplay. Kuhn geht vom Eis, Keussen hält von der Blauen Linie drauf – und diesmal rutscht Bick die Scheibe durch besagte Hosenträger (58.). Das Kasseler Tor bleibt leer, Kehler nimmt Auszeit, die Huskies drücken, doch Olsen kassiert noch einmal eine Strafe.

Und ja, auch die Schlussminute des dritten Drittels hat es wieder in sich: Erneut in Unterzahl besorgt Keussen das 5:5 – 21 Sekunden vor dem Ende. Es geht in die Overtime. Die Huskies überstehen 81 Sekunden in doppelter Unterzahl. In der Verlängerung trifft Saponari – viertes Mal Videobeweis, diesmal aber zählt das Tor nicht (63.). Und weil im Penaltyschießen nur Cason Hohmann trifft, bleiben am Ende die zwei Punkte und der Derbysieg in der Wetterau.

Schiedsrichter: Apel/Klein.

Tore: 0:1 (1:17) Olsen (Moser, Dinger) , 0:2 (7:19) Cornet (Sheyvrin, Moser), 1:2 (12:44) Reiter (Bettahar, Cornett), 2:2 (19:39) Körner (Hohmann, Tessier), 3:2 (19:08) Cabana, 4:2 (19:47) Reiter (Reinig, Cornett), 4:3 (48:59) Granz (Moser) 5:3 (54:56) Hohmann, 5:4 (57:24) Keussen (Tramm, Shevyrin - 6:4), 5:5 (59:39) Keussen (4:5), 6:5 (Penalty) Hohmann

Strafminuten: Bad Nauheim 8 - Kassel l 10 + 10 Valentin

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