Revanche für Freitag glückt

Trotz 2:5-Rückstand: Huskies siegen in Landshut mit 6:5 nach Verlängerung

Jubeln gemeinsam über den Auswärtssieg in Landshut: 850 Kasseler Fans freuen sich mit ihren Huskies über den 6:5-Erfolg nach Verlängerung.
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Jubeln gemeinsam über den Auswärtssieg in Landshut: 850 Kasseler Fans freuen sich mit ihren Huskies über den 6:5-Erfolg nach Verlängerung.

Das war nichts für schwache Nerven. Beim EV Landshut verspielen die Huskies eine Führung, liegen mit drei Treffern hinten – um dann zu gewinnen.

Die 850 mitgereisten Kasseler Eishockey-Fans hätten sich kein besseres Auswärtsspiel für die Sonderzug-Fahrt aussuchen können. Nach einer verspielten Führung gewinnen die Kassel Huskies noch 6:5 (1:1, 2:4, 2:0, 1:0) nach Verlängerung. Wir haben Sprade TV geschaut. Hier ist unser Schnellcheck.

Hat sich für die Kasseler die frühe Anreise am Samstag gelohnt?

Zunächst ja. Statt schweren Bus-Beinen waren die Huskies gleich drin im Spiel. Ben Duffy bewies, wie stark er an der Scheibe ist: Gegen vier Landshuter behauptete er sie auf engstem Raum und versenkte sie im Winkel zum 1:0 (13.). Als Aushilfskapitän Denis Shevyrin nach zwischenzeitlichem Ausgleich (18.) durch Alexander Ehl die erneute Führung per Schlagschuss von der Blauen Linie besorgte (22.), da war die blau-weiße Welt in Ordnung. Noch.

Nach 2:1 stand es plötzlich 2:5 – was war denn da los?

Weil sich nach diesem 2:1 die folgenden Ereignisse mit insgesamt vier Powerplay-Toren und einem Penalty überschlugen. Weil die Huskies die Disziplin verloren, und es mit einem Gegner zu tun hatten, der das gnadenlos bestrafte. In Kurzfassung liest sich dieses irre Mitteldrittel Minuten so: Erst trifft Erik Gollenbeck in einfacher Überzahl zum 2:2 (26.). 

Dann sitzen die Kasseler Mario Scalzo und Marco Müller fast zwei Minuten gemeinsam auf der Strafbank. In doppelter Überzahl bringt Mathieu Pompei den EVL erstmals in Führung (31.). Dem 3:2 folgt 82 Sekunden später das 4:2: Luca Trinkberger wird gefoult, die Unparteiischen entscheiden auf Penalty – Max Forster verwandelt (33.). Direkt danach kassiert Huskies-Keeper Jerry Kuhn wegen „Beschimpfung von Offiziellen“ die nächste Strafzeit, Jeff Hayes stellt auf 5:2 (34.). Immerhin: Duffy ist es, der mit dem 3:5 (39.) sein Team noch im Spiel hält – in Überzahl versteht sich.

Welche Bedeutung hatte dieses dritte Tor?

Es war für die Huskies das Signal: Vielleicht geht ja doch noch was. Und das tut es: Noureddine Bettahar bedient Michi Christ, der das 5:4 erzielt (47.). Und dann fällt tatsächlich der Ausgleich, Patrick Klöpper staubt aus kurzer Distanz zum 5:5 ab (53.). Zur Erinnerung: Die Huskies lagen ja bereits 2:5 zurück. Wie schon am Freitag ging es in die Verlängerung. Und diesmal gewinnen die Huskies und sichern sich zwei Punkte – Corey Trivino erlöst sein Team mit dem 6:5 (63.).

Welche Rolle spielte der Heimspielfaktor?

Sie waren ein Zünglein an der Waage. Denn 850 Kasseler Fans verlegten quasi den Heuboden an den ausverkauften Gutenbergweg, ließen blau-weißes Konfetti regnen, forderten nach dem 2:5 lautstark „Wir wollen die Huskies sehen“. Das war ihr Beitrag auf dem Weg zum verrückten Comeback.

Und die gemeinsame Rückfahrt von Spielern und Fans macht mit einem Auswärtssieg, der ein bisschen auch ein Heimsieg war, doppelt Spaß.

Wie stand es um das Lazarett der Huskies?

Die gute Nachricht: Alle Huskies, die im Kader standen, beendeten auch die Partie. Was nicht heißt, dass die Kasseler vollzählig sind. Neben Alex Heinrich (Saison-Aus nach Fußbruch) fehlten Richie Mueller und Derek Dinger weiterhin. Auch Nathan Burns war nicht dabei. Dafür kehrte Nick Walters nach längerer Verletzungspause zurück.

Wie war die Übertragung bei Sprade TV?

Kommentator Martin Kolbeck kommentierte bei Sprade TV faktenreich und ausgewogen und lobte auch den Einsatz der Kasseler Fans: „Das hat richtig gut ausgesehen.“

Was bedeutet das Ergebnis für die Tabelle?

Weil nach dem 2:5 Verfolger Freiburg 2:1 in Dresden führte, war die Tabellenführung der Huskies kurzzeitig futsch. Doch am Ende gab’s Schützenhilfe vom Ex-Trainer: Rico Rossis Dresdner bezwangen Freiburg 5:2 und die Huskies liegen nun wieder drei Punkte vor Freiburg. Auch wenn die Wölfe ein Spiel weniger haben.

SR: Hascher/Holzer. Z: 4139 Tore:0:1 (12:06) Duffy (Moser, Scalzo), 1:1 (17:39) Ehl (Dersch, Kronthaler), 1:2 (21:14) Shevyrin (Bettahar), 2:2 (25:52) Gollenbeck (5:4), 3:2 (30:38) Pompei (Czarnik, Brandl - 5:3), 4:2 (32:00) Forster (Penalty), 5:2 (33:37) Hayes (Czarnik, Wehrs - 5:4), 5:3 (38:17) Duffy (Scalzo, Moser - 5:4), 5:4 (46:30) Christ (Bettahar), 5:5 (52:37) Klöpper (Carroll, Tramm), 5:6 (62:17) Trivino (Duffy, Scalzo); Strafminuten: Landshut 8 - Kassel 14

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