Drei Überzahltreffer

Befreiungsschlag im Derby - Huskies siegen in Nauheim

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Endlich! Die Huskies jubeln wieder: Beim Derbysieg in Bad Nauheim freuen sich nach dem wegweisenden Treffer zum 3:2 (von links) Marco Müller, Drew MacKenzie, TorschützeToni Ritter, Feodor Boiarchinov und Thomas Merl.

Bad Nauheim. Krise, welche Krise? Eine Kasseler Eishockey-Krise, die war einmal. Denn mit einem beherzten und endlich auch wieder effektiven Auftritt haben die Huskies ihre Niederlagenserie beendet.

Und wie! Ausgerechnet mit einem Derbysieg bei den Roten Teufeln des EC Bad Nauheim setzten sie sich nach drei Überzahltoren 4:3 (1:1, 1:1, 2:1) durch und bleiben ungeschlagen die Derbykönige Hessens.

Im halboffenen Stadion schlugen die Minusgrade voll durch. Es war eine Eiskammer. Und kühl sind auch die Gefühle zwischen den Fans beider Lager. Doch es war ja Derby. Und das bringt vor allem eins mit: Jede Menge Emotionen, die die Gemüter aufheizen. Was war das schon für ein Empfang. Mit lautem Pfeifkonzert wurden die Gäste begrüßt. Eiskessel? Denkste. Ein Hexenkessel war das, schon bevor das erste Bully überhaupt gespielt war.

Da waren die Huskies, die auf Michi Christ, Carter Proft, Esa Lehikoinen und Steve Hanusch verzichten mussten. Und diese Kasseler machten sich zu Beginn das Leben durch drei Strafen schwer. Die ersten beiden überstanden sie noch unbeschadet, doch im dritten Nauheimer Powerplay passierte es dann: Nick Dineen zog ab, Markus Keller im Kasseler Tor war die Sicht versperrt, und die Scheibe schlug im Winkel ein (13. Minute).

Doch schon exakt 120 Sekunden später kam die Antwort der Huskies. Und daran beteiligt waren zwei Kasseler Sorgenkinder. Denn gleich ihr erstes Überzahlspiel nutzten die Huskies. Und zwar durch einen, der zuletzt auf Formsuche war: Jack Downing. Vom Bullykreis aus versenkte er die Scheibe im Tor von Mikko Rämö (15.). Es grenzte an ein kleines Wunder, dass die Steine der Erleichterung, die dem US-Amerikaner da offensichtlich von den Schultern fielen, kein Loch ins Eis rissen.

Und dieses Tor passte zum Auftritt der Huskies. Denn hatten sie sich gegen den SC Riessersee darauf konzentiert, in der Defensive sicher zu stehen, gingen sie nun auch wieder in der Offensive höheres Tempo. Und weil das auch die hausherren taten, entwickelte sich mit Beginn des Mitteldrittels ein temporeicher Schlagabtausch.

Austin Wycisk

Wieder legten die Gastgeber vor. Eine Hereingabe verwertete Charlie Sarault zum 2:1 (36.). Doch wieder folgte die Reaktion der Kasseler rasch. Dank eines beherzten Auftritts von Braden Pimm. Er behauptete die Scheibe gegen drei Rivalen, beförderte sie zu Manuel Klinge, sprintete vors Tor, behielt im Gewühl vor Rämö die Übersicht und traf zum 2:2 (40.).

Was ging da noch im Schlussdrittel? Es ging einiges. Auch, weil Radek Krestan gleich 2+2+10 Minuten in die Kühlbox musste. Und weil die Huskies in diesen vier Minuten Überzahl zweimal zuschlugen mit einer zuletzt so häufig vermissten Effektivität. Erst fälschte Toni Ritter einen Schuss von Drew Mac-Kenzie ab (48.), dann erhöhte Thomas Merl auf 4:2 (50.). Die Roten Teufel verkürzten noch einmal - ebenfalls in Überzahl durch Dusan Frosch (53.). Doch die Huskies behielten kühlen Kopf und feierten anschließend mit ihren Fans den Befreiungsschlag. 

SR: Müns (Erding). Z: 3230 

Tore: 1:0 (12:20) Dineen (Krestan, Johansson - 5:4), 1:1 (14:20) Downing (Schlager, MacKenzie - 5:4), 2:1 (35:37) Sarault (Götz, Frosch), 2:2 (39:08) Pimm (Klinge), 2:3 (47:12) Ritter (MacKenzie, Merl - 5:4), 2:4 (49:04) Merl (Klinge - 5:4), 3:4 (52:59) Frosch (Johansson - 5:4) 

Strafminuten: Bad Nauheim 8 + 10 Krestan; Kassel 10 + 10 Ritter + 10 Boiarchinov + 10 Heinrich

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