Nun droht das Aus

Huskies-Kampf nicht belohnt - Löwen gewinnen auch drittes Playoffspiel

Frankfurt. Sie haben gekämpft, ihre Fans mitgerissen undihre beste Leistung in dieser Playoff-Halbfinal-Serie gezeigt. Und sie haben doch erneut als Verlierer das Eis verlassen.

Im dritten Duell unterlagen die Kassel Huskies bei den Löwen Frankfurt 1:3 (1:1, 0:1, 0:1) und liegen in der Serie nun 0:3 zurück.

Den Frankfurtern fehlt nur noch ein Sieg, um den Einzug ins Finale klarzumachen.

Der Rocksong „Don’t stop believin’“ von Journey schallte beim Aufwärmen durch die Halle. Wie passend für die Kasseler. Hier die Huskies, nach zwei Niederlagen unter Druck. Coach Rico Rossi hatte die Reihen mächtig umgebaut. Dort die Gastgeber mit dem guten Gefühl zweier Erfolge. Und diese Siege hatten ihnen Selbstvertrauen gegeben. Von Beginn an kannten sie nur eine Richtung: die des Tores von Huskies-Torhüter Markus Keller.

Den Eklat des Tages hatte Frankfurts Hallensprecher Rüdiger Storch da schon provoziert, als er beim Verlesen der Starting Six Kassels Torhüter mit den Worten vorstellte: „Markus Keller wird präsentiert von unserem Partner Orion“. Orion ist ein Erotik-Laden. Geschmacklos war das. In Rossi brodelte es dermaßen, dass er am Ende des ersten Spielabschnitts Storch gehörig die Leviten las und sich auch von Frankfurts Sportdirektor Rich Chernomaz kaum beruhigen ließ.

Keller aber hatte sich durch das Vorspiel keinesfalls aus der Ruhe bringen lassen. Und das war für seine Vorderleute auch gut so. Denn das Geschehen spielte sich nicht nur fast ausschließlich vor seinem Tor ab, der Keeper machte die Krake, entschärfte Frankfurter Chancen im gefühlten 30-Sekunden-Takt. Nils Liesegang, Matt Tomassoni, Patrick Jarrett, Matthew Pistilli und Lukas Laub schossen den Kasseler so richtig warm. Und die Huskies? Erst nach zwölf, 13 Minuten konnten sie sich erstmals befreien.

Doch nach 16 Minuten, da fiel sie dann doch – die Führung für die Gastgeber. Fünf Sekunden saß Jack Downing in der Kühlbox, als Liesegang zum 1:0 traf. Die Kasseler aber ließen mit ihrer Antwort nicht lange auf sich warten. Drew MacKenzie bediente hinterm Tor stehend Braden Pimm, der Jaeger verlud (19.). Dieses 1:1 gab Selbstvertrauen.

Und so nahm die Partie im zweiten Drittel an Fahrt auf – und zwar gehörig.

Zeit zum Durchatmen blieb kaum noch, die Eishalle längst ein Hexenkessel.

Das war Derby. Das war Playoff-Halbfinale. Das war Schlagabtausch auf Augenhöhe. Ein ums andere Mal blieb Keller Sieger im Privatduell mit Richie Müller, war von Clarke Breitkreuz, C.J. Stretch, Brett Breitkreuz nicht zu überwinden. Auf der anderen Seite rettete Jaeger gegen Pimm, in Unterzahl gegen Michi Christ, gegen Derek DeBlois. Die Huskies bekamen Oberwasser.

Und das Tor schossen doch wieder die Löwen. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Sieben Sekunden vor der zweiten Pausensirene stand Laub am kurzen Pfosten und machte das 2:1 (40.). 

Das Schlussdrittel beginnt. Das eigene Wort – nicht mehr zu verstehen. Fans beider Lager machen einen Höllenlärm. Es ist ein Krimi, an Spannung, an Tempo kaum noch zu toppen.

Manuel Klinge und Jens Meilleur scheitern an Jaeger. Nur kurz sind die Huskies in Überzahl, dann muss Klinge auf die Strafbank.

Unterzahl. Keller, immer wieder Keller. Er ist auf dem Posten. Und 114 Sekunden vor dem Ende ist er dann doch noch einmal geschlagen: Laub setzt den Schlusspunkt. Am Freitag geht es weiter – auf eigenem Eis. Es könnte das letzte Heimspiel der Saison sein.

SR: Melia (Neuss) Z: 6025

Tore: 1:0 (15:26) Liesegang (Pistilli, Stretch - 5:4), 1:1 (18:12) Pimm (MacKenzie), 2:1 (39:53) Laub (Card, Liesegang), 3:1 (58:06) Laub (Liesegang)

Strafminuten: Frankfurt 4, Kassel 8

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Huskies verloren drittes Duell gegen die Löwen Frankfurt mit 1:3

Rubriklistenbild: © Storch

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