Eishockey

DEL2 startet Lizenzverfahren trotz vieler Unwägbarkeiten

Die zweite Eishockey-Liga startet jetzt ihre Lizenzierung für die nächste Saison. Warum macht das Sinn trotz vieler Unwägbarkeiten? Erklärungen der Geschäftsführer Rene Rudorisch (DEL2) und Joe Gibbs (Kassel Huskies).

Im Fußball, Handball und Basketball hoffen sie noch, die aktuelle Saison sportlich zuende bringen zu können. Im Eishockey aber, wo als erstes der Spielbetrieb abgebrochen wurde, hat auch die kaufmännische Planung der nächsten Saison bereits begonnen. Trotz aller Unwägbarkeiten hat die DEL2 an die Kassel Huskies und die 13 anderen Klubs – Aufsteiger aus den Oberligen wird es trotz zahlreicher Interessenten ja nicht geben – die aktuellen Unterlagen zum Lizenzantrag verschickt. Aber macht das Sinn jetzt?

„Ja, natürlich“, sagt DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. „Wir wollen den Spielbetrieb für die kommende Spielzeit und längerfristig sichern, zuverlässig planen und durchführen können. Das geht nur, wenn die Klubs ihre Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit nachweisen und gewährleisten können.“

Dazu dienen zwei Elemente: der Jahresabschluss 2019/20 zum 30. April und die Planung für 20/21. „Die Klubs sind angehalten, jeweils nur die Hauptrunde zu kalkulieren, ohne Playoffs oder Playdowns. Also sollte die Rückschau ein klares Bild ergeben“, so Rudorisch. Wichtig: „Verluste sind auszugleichen, Altlasten abzudecken. Wie immer.“

Die Finanzplanung für 20/21 zu erstellen und zu prüfen werde da „schon schwieriger - für beide Seiten, Klubs und Liga“, wie Rudorisch weiß angesichts der Ungewissheit für viele Sponsoren. Er setzt auf positive Erfahrungen der vergangenen Jahre, hofft, „dass wir bis Ende Mai, Anfang Juni schon besser wissen, was in der Wirtschaft passiert“.

An den Fristen jeweils werde festgehalten, auch weil mit dem Ziel eines Saisonbeginns am 11. September nach hinten wenig Zeit bleibt: Abgabe der Unterlagen bis 24. Mai, Prüfung und Nachbesserungen bis Ende Juni, Lizenzvergabe bis Anfang Juli und dann Spielplanerstellung.

Fakt ist, dass die Bewältigung der Hausaufgaben für die Klubs in diesem Jahr schwieriger wird. „Wie immer kannst Du nur das ausgeben, was Du auch hast“, sagt Joe Gibbs, „aber Du weißt heute eben noch nicht, was Du im September haben wirst.“ Der Geschäftsführer der Kassel Huskies, die in der vergangenen Saison ein Budget von 3,2 Millionen Euro kalkuliert hatten, sieht „viele positive Signale unserer Sponsoren“. Gleichwohl hofft er trotz aller Zuversicht, „dass in den Wochen bis Ende Mai für die Allgemeinheit sich Vieles wieder zum Guten wenden wird“.

Eines aber steht für Gibbs fest: „Auch mit dem Blick auf einen möglichen Aufstieg in die DEL werden wir kein unnötiges finanzielles Risiko eingehen.“ Sorgen über ein wirtschaftliches Wettrüsten der Titelaspiranten hegt er ebenso wenig wie René Rudorisch. Der sagt: „Alle Klubs werden enger kalkulieren müssen. Aber wenn alle gleich seriös planen und alle mit prozentual ähnlichen Einschnitten, dann bleibt das Kräfteverhältnis in der DEL2 gleich.“
Archivfotos: DEL2, Christian Hedler/nh

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