1. Startseite
  2. Sport
  3. Kassel Huskies

Kassel Huskies: Der Rest braucht schon ein Fernglas

Erstellt:

Von: Frank Ziemke, Björn Friedrichs

Kommentare

Steht symbolisch für die Konkurrenz der Huskies: ein Junge mit Fernglas.
Steht symbolisch für die Konkurrenz der Huskies: ein Junge mit Fernglas. © imago images/Westend61, Dominik Jordan/HNA

Die Kassel Huskies marschieren in der DEL 2 voran, haben inzwischen einen großen Vorsprung auf die Konkurrenz. Das sind Gründe.

Der Siegeszug der Kassel Huskies durch die DEL 2 geht munter weiter. Der abgeklärte 7:2 (3:1, 4:1, 0:0)-Erfolg bei den Ravensburg Towerstars war der neunte Sieg in Folge, der insgesamt 26. im 32. Saisonspiel. Am Freitag beim Derby in Bad Nauheim könnten die Huskies die Serie auf zehn Erfolge ausbauen. Dass sie aber in der zweiten Deutschen Eishockey-Liga ungestört vornweg marschieren, liegt auch an der Konkurrenz. Das sind die Gründe.

Die Ausgeglichenheit

Die wird seit Jahren als Stärke der DEL 2 propagiert – und trifft mit Ausnahme der Huskies so auch zu. Am Dienstag verlor der Dritte Bad Nauheim gegen den Siebten Regensburg, der Zweite Kaufbeuren gegen den Achten Landshut, der Vierte Dresden gegen den Elften Selb, zudem der Sechste Krefeld gegen den Neunten Freiburg.

Die Verfolger brauchen schon längst ein Fernglas, um die Huskies in der Tabelle noch sehen zu können. Kassel hat jetzt irre 18 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten. Zum Vergleich: Kaufbeuren selbst steht nur 16 Punkte vor den elftplatzierten Selber Wölfen.

Die Unbeirrtheit

Das gilt auf dem Eis so wie für Dinge im und um das Team herum. Die Huskies wirken einfach unfassbar fokussiert. So sind sie bisher durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

Gegen Freiburg fehlten gleich sieben Spieler gesperrt und verletzt. Egal, die Huskies legten bereits mit der 3:0-Führung im ersten Drittel den Grundstein zum Sieg. In Ravensburg lagen die Gäste früh zurück. Das war zuletzt auch in Krefeld und Dresden der Fall. Am Ende siegten auch auswärts trotzdem immer die Huskies, die bisher auch allen Ausfällen trotzten. Und das waren durchaus einige bisher.

Der Fokus

Der ist wie erwähnt auch noch Teil der Unbeirrtheit. Denn die Huskies heben jetzt trotz der Siegesserie nicht ab. Kapitän Denis Shevyrin beispielsweise wird nicht müde zu erwähnen, dass noch nichts erreicht ist.

Er weiß, wovon er spricht. Auch in der Saison 2020/21 lagen die Huskies meilenweit vorne, wurden mit 20 Punkten Vorsprung Hauptrundenmeister, wollten in die DEL aufsteigen – und waren in den Playoffs (auch verletzungs- und coronapausenbedingt) nicht auf ihrem höchsten Level.

Die Imports

Sie sind ligaweit nicht die größten Scoring-Maschinen. Aber Verteidiger Steven Seigo, Torwart Jake Kielly und die Angreifer Jamie Arniel, Tim McGauley sowie Joel Lowry spielen extrem mannschaftsdienlich, reihen sich ein. Das kommt im Huskies-Team gut an, wie zum Beispiel der junge Abwehrspieler Tom Geischeimer im HNA-Liveradio vergangenen Freitag betonte.

Huskies-Leistungsträger: Joel Lowry (re.), hier gegen Ravensburgs Goalie Jonas Langmann.
Huskies-Leistungsträger: Joel Lowry (re.), hier gegen Ravensburgs Goalie Jonas Langmann. © D. Schachtschneider

Und sie sind auch mit Toren und Vorlagen dann zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. Seigo beispielsweise erzielte am Dienstag sein drittes Saisontor zur 2:1-Führung.

Die Torjäger

Davon haben die Huskies eigentlich nur einen. Tristan Keck ist mit 23 Treffern gefährlichster Stürmer der Liga, dahinter verteilt sich die Tore-Last auf viele Schultern. In Ravensburg erzielte nun auch Oleg Tschwanow sein erstes Saisontor. So sind nur noch Marco Müller und Geischeimer ohne Treffer – ihre Aufgaben sind aber sowieso eher defensiver Natur.

Die Konkurrenz

Im Winter, rund um die Feiertage, nimmt die Eishockey-Saison richtig Fahrt auf. Die Zahl der Spiele steigt, die Intensität nimmt beständig zu. Es ist die erste Phase, in der sich die Tiefe eines Teams zeigt. Die Huskies glänzen in dieser ersten harten Phase der Saison. Neun Siege gab’s zuletzt in dieser Zeit. Ein Vergleich: Verfolger Kaufbeuren gewann von den letzten neun Partien nur fünf.

Der Trainer

Bo Subr, im Vorjahr bereits Aufstiegstrainer der Löwen Frankfurt, erweist sich für die Huskies als echter Glücksgriff. Er hat seiner Mannschaft eine so selten zu sehende Stabilität verpasst. Die wichtigen Special Teams funktionieren solide, auch wenn die Unterzahlwerte (79,8 Prozent) noch ausbaufähig sind.

Von Björn Friedrichs Und Frank Ziemke

Auch interessant

Kommentare