Neue Situation für die Spieler aus Bad Nauheim

Vor dem Derby in Kassel: Zwei Finnen tragen Hoffnungen der Roten Teufel

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Starker Rückhalt der Nauheimer: Mikko Rämö (links), hier im Derby 2015 gegen Husky Jean-Michel Daoust. 

Bad Nauheim. Die Situation ist neu. Unbekannt. Bislang war die Saison in der DEL 2 erfolgreich verlaufen. Besser als erwartet. Die Roten Teufel fanden sich lange unter den Top sechs wieder.

Ins Derby-Wochenende mit den Spielen gegen Frankfurt (Freitagabend) und am Sonntag in Kassel (17 Uhr, Eissporthalle) ist der EC Bad Nauheim allerdings mit drei Niederlagen in Serie gegangen; von Position acht aus. „Die Jungs sehen, dass sie wieder mehr tun müssen“, sagt Petri Kujala, der Trainer. 

In einer Saison mit 52 Spielen gebe es immer Phasen, in denen man auch mehrfach hintereinander verliere. „Der Blick geht nach vorne“, versichert der Finne, der im dritten Jahr in Bad Nauheim das nordamerikanische Element fast gänzlich verbannt hat. Mit Dustin Cameron, dem Torjäger, hatte der letzte gebürtige Kanadier im Sommer weichen müssen. Für ihn, den Außenstürmer der Topreihe, kam Juuso Rajala, ein Center, der die Offensiv-Verantwortung auch in die zweite Reihe verlagern soll. Eine Rechnung, die aufgeht. Nach unauffälliger Saisonvorbereitung trumpft der 26-Jährige mit dem Goldhelm auf, gefällt als feiner Schlittschuhläufer mit hoher Spielintelligenz. Zudem: Auch Neuzugang Dominik Meisinger, ein U24-Spieler, kann als zentraler Stürmer im dritten Block für Torgefahr sorgen. Mit anderen Worten: Der EC Bad Nauheim ist offensiv schwerer auszurechnen - aber er braucht auch unverhältnismäßig viele Torchancen. Denn ausgerechnet Nick Dineen und Dusan Frosch laufen den ihn sie gesetzten Erwartungen - zumindest was die Trefferquote angeht - noch hinterher.

In der Defensive bleibt Joel Johansson der Pechvogel. Nach nur 14 Spielen verletzte sich Schwede, der unumstrittene Kopf der Defensive mit gefühlten 25 Minuten Eiszeit, an der Hand. Für ihn wurde Alex Kranjc verpflichtet. Der slowenische Nationalspieler erhielt einen Zweimonatsvertrag und sprang ohne Anlaufzeit in die Bresche, konnte in sechs Spielen bereits vier Treffer erzielen und sechs weitere vorbereiten.

In einem Derby „brennt’s immer“, sagt Andreas Pauli. Der 23-Jährige hat in Bad Nauheim den Status eines Publikumslieblings; zusammen mit Torwart Mikko Rämö. Immer 100 Prozent. Immer Vollgas. Immer mit Herz und Leidenschaft. Pauli, ein gebürtiger Tölzer, verkörpert den Begriff „Bad Nauheim Hockey“ wie kaum an anderer im Kader. Zehn Treffer hatte er vor dem Wochenende erzielt, dazu den besten Plus/Minus-Wert. „Ein Derby ist ein Highlight. Wenn man das als Spieler mitnehmen kann, dann muss man das auch tun. Ich weiß, wie sich Derbysiege anfühlen. Und es gibt kaum etwas Besseres.“ Worauf es ankommen wird: „Wir müssen von der ersten bis zur letzten Sekunde arbeiten bis zum Umfallen. Und die Mannschaft, die sich weniger Fehler erlaubt, wird als Sieger vom Eis gehen.“

Fehlen (bis Weihnachten) wird Niklas Mannes. Der Förderlizenz-Verteidiger aus Düsseldorf hat sich für den U20-Nationalkader empfohlen. Ebenfalls nicht (mehr) im Kader: Deion Müller. Das Eigengewächs ist über die unbefriedigende Rolle als 13. Stürmer nicht hinaus gekommen und kurzfristig zum Oberligisten EHC Timmendorfer Strand gewechselt. (red)

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