Taylor Carnevale und Mike Little machen Sieg perfekt

Penaltyschießen: Huskies machen gegen Frankfurt aus 0:3 noch 4:3-Sieg

Kassel. In der achten Spielminute wurde es Zeit für demonstrative Unterstützung. „Steht auf, wenn ihr Huskies seid“, hallte es von den Rängen der Kasseler Eishalle.

Und über 5000 Zuschauer standen auf. Wie es stand? 0:2. Ausgerechnet im Derby. Ausgerechnet gegen die Löwen aus Frankfurt. Was dann kam? Eine dieser unglaublichen Wahnsinns-Wenden, mit denen die Huskies den Glaube ihrer Fans belohnen. Aus einem 0:3 wurde noch ein 4:3 (0:2, 1;1, 2:0, 0:0 - 1:0) nach Penaltyschießen.

Und als ob das nicht schon wunderbar genug gewesen wäre: den entscheidenden Penalty verwandelte auch noch Spontan-Neuzugang Mike Little bei seinem Debüt (Text unten). Es war ja ohnehin nicht so, dass die personell gebeutelten Gastgeber von Beginn an das unterlegene Team gewesen wären. Doch es gibt halt diese Situationen, in denen sich entscheiden kann, in welche Richtung ein Spiel geht. So wie in der 11. Minute.

Als Taylor Carnevale allein auf das Gästetor zustürmt, aber an Antti Ore scheitert. Und als Justin Kirsch auf der anderen Seite im Nachschuss trifft. Es ist das 0:2, denn 100 Sekunden zuvor hatte Lukas Laub bereits einen Nachschuss verwertet. Es ist diese Effektivität, die zunächst den Unterschied macht zwischen den Rivalen. Denn die Huskies hatten auch ihre Chancen. So wie am Ende des ersten Durchgangs. Als Austin Wycisk einen Pass abfängt, aber Ore nicht überwindet. Und als Adriano Carciola bei einem Konter die Latte trifft. Frankfurt macht das zunächst anders. Auch im zweiten Drittel. Fehler der Huskies? Werden bestraft.

So wie der Fehlpass von Braden Pimm. Clarke Breitkreuz legt quer, Nick Mazzolini vollendet. Es steht 0:3 (31.) Und irgendwie scheint das Spiel nun an den Huskies vorbeizugehen. Es gelingt nicht mehr viel, nicht einmal in Überzahl. Nur selten gerät Torhüter Ore in Bedrängnis. Frankfurt wirkt leichtfüßiger, selbstbewusster, scheint auf den sicheren Sieg zuzusteuern. Doch dann, am Ende des zweiten Durchgangs, ist urplötzlich die Hoffnung zurück. Denn als die letzte Minute anbricht, da bricht endlich Torjubel aus. Pimm zieht von links ab und überwindet Ore. Pimm also macht seinen Fehler wett. Und Pimm sorgt für die Situation, die es im Eishockey eben auch gibt: dass ein einziges Tor eine grandiose Wende einleitet. Denn das Schlussdrittel ist keine zwei Minute alt, da kocht die Halle.

Es steht, unglaublich, 3:3. Zunächst ist es bereits Little, für den Jamie MacQueen auf die Tribüne muss, der in Überzahl mit einem fulminante Schuss den Anschluss herstellt. Und nur 30 Sekunden später gelingt Lennart Palausch nach Daousts Zuspiel der umjubelte Ausgleich. Klar, dass es jetzt packend wird, verbissen. Frankfurt berappelt sich nach und nach. Mitte des Drittels sind die Gäste am Drücker, Andreas Schwarz schießt frei über das Tor (51.). Die Huskies verteidigen verbissen, kampfstark, halten das 3:3, lauern auf Konter. So wie den in der 56. Minute, als Ore den Schuss von Manuel Klinge mit Mühe klärt. Es geht in die Verlängerung, zunächst sogar in Unterzahl. Glück, dass Mazzolini den Pfosten trifft. Pech, dass Little einen Konter nicht vollenden kann. So folgt das Penaltyschießen. In dem Markus Keller zweimal pariert. In dem erst Carnevale trifft. Und dann Little. Die Wahnsinns-Wende ist perfekt.

SR: Haupt/Holzer (Kempten/Krugzell), Z: 5076, Tore: 0:1 (8:45) Laub (Thomas), 0:2 (10:25) Kirsch (Tomassoni), 0:3 (30:06) Mazzolini (Breitkreuz), 1:3 (59:09) Pimm (Daoust), 2:3 (40:45) Little (Sturm - 5:4), 3:3 (41:15) Palausch (Carnevale), 4:3 Little (Penalty), Strafminuten: Kassel 10 - Frankfurt 14

Huskies besiegen Frankfurt nach Penaltyschießen

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Das Video und Bilder zum Spiel finden Sie im Laufe des morgigen Vormittags an dieser Stelle.

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Rubriklistenbild: © Jan Huebner

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