Noch kein Vertrag 

Derek Dingers Zukunft bei den Huskies ungewiss

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Wer bleibt, wer muss gehen? Die Huskies-Verteidiger Derek Dinger (links) und Mario Scalzo.

Kassel - Lichten sich die Kasseler Reihen bei den Huskies weiter?

Nachdem der Abschied von Kapitän Alexander Heinrich bereits offiziell ist, dürfte eine weitere Personalie die Fans beim Eishockey-Zweitligisten beschäftigen. Während der Verbleib von Stürmer Michi Christ wahrscheinlich ist, scheint Verteidiger Derek Dinger auf der Kippe zu stehen. Der Vertrag mit dem 33-jährigen Verteidiger, der 2018 in seine Heimatstadt zurückkehrte, ist bisher nicht verlängert.

Dass eine Trennung durchaus möglich ist, zeigt der Blick auf die feststehenden Personalien. Gestern hatten die Huskies die Vertragsverlängerung von Denis Shevyrin bekannt gegeben. Damit haben die Kasseler nun neben Stephan Tramm und Neuzugang Joel Keussen bereits drei Verteidiger für die nächste Saison vermeldet. Nach Informationen unserer Zeitung deutet einiges auf den Verbleib von Marco Müller, Spencer Humphries, Maxi Adam und Mario Scalzo hin. In diesem Fall wären bereits sieben Plätze vergeben und nur einer frei.

Die Beteiligten halten sich auf Nachfrage bedeckt. Geschäftsführer Joe Gibbs sagt: „Unser Trainer Tim Kehler hat sehr früh ein Gespräch mit Derek geführt, auch über seine Position im Kader mit ihm gesprochen. Es ist nichts entschieden.“ Auch wenn Gibbs eine weitere Zusammenarbeit mit Dinger keinesfalls ausschließt – es wirkt eher, als wolle der Klub zunächst den durch die Coronakrise noch schwerer gewordenen Markt sondieren. Die kaum einzuschätzende Finanzsituation und der ungewisse Zeitpunkt für eine Rückkehr auf das Eis erleichtern das nicht. Für Dinger könnte die Situation eine unerfreuliche Hängepartie zur Folge haben.

Der in Kassel geborene Verteidiger bestätigt auf Anfrage. „Ich habe noch keinen Vertrag unterschrieben.“ Sagt aber auch klipp und klar: „Kassel ist für mich absolut erste Wahl.“ Klar, Dinger ist mittlerweile 33 Jahr alt. Er hat seine Karriere in Nordhessen begonnen. Sie auch hier zu beenden, war sein Ziel. Bis 2002 war er in der heimischen Talentschmiede aktiv, wechselte mit 15 ins Internat der Eisbären nach Berlin. Über Bremerhaven (2007 - 09) trug er dann 2009/10 in der DEL das Huskies-Trikot, bestritt danach acht weitere Spielzeiten im Oberhaus. Die Stationen: Düsseldorf, Ingolstadt, Schwenningen und Augsburg.

Seit zwei Jahren ist er nun wieder in der Heimat, hat in zwei Spielzeiten bewiesen, dass er immer noch ein Leistungsträger ist, clever im Zweikampf agiert und mit klugen Pässen den Spielaufbau einleitet. Dinger gilt auch als Führungsspieler, einer, an dem die jüngeren Spieler sich aufrichten können – so wie Stefan Tramm, der sich an seiner Seite zum Stammspieler entwickelte.

Dinger vertritt den Verein zudem nach innen wie nach außen, ist ebenso wie Alex Heinrich für viele Fans eine Identifikations-Figur. Sollte auch er gehen, wäre die lange Tradition einer starken Kasseler Fraktion im Team der Huskies endgültig Geschichte. Nach Jahren des Wiederaufbaus und der Konsolidierung ist das eine erwartbare Folge gestiegener sportlicher Ansprüche – schließlich wollen Gibbs und Kehler in der kommenden Saison den DEL-Aufstieg schaffen. Dingers Abschied käme trotzdem überraschend und dürfte bei den Anhängern für einigen Gesprächsstoff sorgen.

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