Eishockey

Die hessischen Huskies-Rivalen sind schon weiter

Eishockey, Kassel Eissporthalle, Kassel Huskies - EC bad Nauheim; Am 23. Oktober soll es ein Wiedersehen geben: Husky Nathan Burns mit den Nauheimern Simon Gnyp (links) und Marc El-Sayed (rechts).  
Archivfoto: ANDREAS FISCHER
+
Am 23. Oktober soll es ein Wiedersehen geben: Husky Nathan Burns mit den Nauheimern Simon Gnyp (links) und Marc El-Sayed (rechts). Archivfoto: ANDREAS FISCHER

Fünf Wochen noch, dann soll ab 6. November in der zweiten Liga wieder Eishockey gespielt werden. Wir blicken zu den Nachbarn: Wie weit sind die Löwen Frankfurt und der EC Bad Nauheim in der Vorbereitung.

Kassel -Anfang Oktober wollen die Kassel Huskies aufs Eis gehen, fünf Plätze noch haben sie offen im Team. Wie weit sind die hessischen Rivalen in Vorbereitung und Perspektive? Ein Blick zum Nachbarn:

 Löwen Frankfurt

Die Mannschaft: Nur noch zwei Verteidigerplätze sind offen im Löwen-Rudel für einen Mann mit DEL-Erfahrung und einen Ausländer. Drei Torhüter, sechs Abwehrspieler und 14 Angreifer hat der neue finnische Trainer Olli Salo (37, zuletzt Assistent in Tampere) an Bord, weil der zweifache Hauptrunden-Sieger den bewährten Kader weitgehend zusammenhielt. Klar: In der zehnten Saison nach DEL-Ausstieg, Pleite und Neugründung wollen die Frankfurter zurück ins Oberhaus.

Die Vorbereitung: Seit Anfang September tummeln sich 14, 15 Löwen schon auf dem Eis, trotz Kurzarbeit möglich aufgrund der langfristigen Verträge. Nur acht Spieler sind noch nicht vor Ort oder können nur privat trainieren, weil sie die neuen Verträge mit aufschiebender Wirkung und Starttermin erst vier Wochen vor dem Ligaauftakt unterschrieben haben. Testspiel-Termine wurden noch nicht veröffentlicht.

Die Perspektive: Der Fanartikel-Verkauf läuft längst, mehr als 1500 Dauerkarten haben die Löwen-Fans bereits bestellt. Logisch. Denn die Inhaber von Saisontickets haben die besten Chancen, die Spiele sehen zu dürfen.

Der Knackpunkt: Sollte die 20-Prozent-Quote beibehalten werden, dürfen am Ratsweg von 6770 Plätzen nur 1354 besetzt werden. Die daraus resultierenden Einnahmen reichen nicht zum Überleben. „Wir sind der DEL2-Klub, der am meisten unter der Zuschauerreduzierung leiden wird“, zitierte die Frankfurter Neue Presse den Gesellschafter Stefan Krämer. Schließlich hatten die Löwen in der Saison 2019/20 die meisten Besucher insgesamt (125 551) vor Dresden (99 077) und Kassel (89 187), die meisten im Schnitt mit 4829 vor Eislöwen (3811) und Huskies (3430) und mit 71,3 Prozent die zweitbeste Hallenauslastung hinter Dresden (86,4), aber vor Bad Tölz (67,5) und Kassel (56,2).

Die Halle: Sehnsüchtig warten Eishockey-Löwen und Basketball-Skyliners in Frankfurt auf eine neue gemeinsame Halle. Obwohl die Korbjäger nun selbst ein Angebot vorbereiten, ist das Projekt am Kaiserlei-Kreisel wohl gescheitert. Als zweiter Kandidat hat sich nun auch die Anschutz-Gruppe zurückgezogen, weil die Stadt ihren Plan mit Halle plus Hotel nicht akzeptiert. Nun hoffen die Löwen auf den Bau des „Dome“ mit 22 000 Sitzplätzen am Flughafen. 

EC Bad Nauheim

Die Mannschaft: Drei Torhüter, neun Verteidiger und 16 Stürmer haben die Roten Teufel bereits im Kader. Gelistet, aber noch nicht da, ist nur Cason Hohmann (27). Auf den Stürmer muss der neue Coach Hannu Järvenpää (57), der 2016/17 in Weißwasser tätig war und ebenfalls Finne ist, noch bis Anfang Oktober warten. Der US-Boy musste sich erst neue Ausreisedokumente besorgen, wie die Wetterauer Zeitung berichtete.

Die Vorbereitung: Das Eis-training läuft, es gab öffentliches Training mit 400 Fans und ein erstes inoffizielles Testspiel – mit einem 9:0 gegen die U20 von DEL-Partner Kölner Haie. Morgen folgt die erste echte Standortbestimmung gegen DEL2-Rivale Crimmitschau, der schon seit Wochen im Training ist. 800 Zuschauer dürfen dabei sein. Die Tickets waren rasch verkauft. Acht weitere Test sollen folgen, sechs davon – wie das Spiel gegen die Huskies am 23. Oktober – sind fix.

Die Perspektive: Die an drei Seiten offene alte Halle beschert den Roten Teufeln unverhofft jetzt einen Standortvorteil. Das mehr als 100 Seiten umfassende Hygienekonzept des Klubs wurde genehmigt, ab Oktober dürfen 1860 der 4500 Plätze im Eisstadion (41,3 Prozent) besetzt werden – die Hälfte Stehplätze.

Die Halle: Alt, Kult, stimmungsvoll, mittelfristig aber „eine Sackgasse“, wie Geschäftsführer Andreas Ortwein sagt, ist das in seiner Basis 1946 entstandene Colonel-Knight-Stadion. Deshalb gab es bereits einen Abend mit 100 Werbepartnern, denen das Konzept einer neuen Multifunktionshalle präsentiert wurde mit bis zu 5000 Plätzen, zwei Eisflächen im (kleineren) NHL-Format und Eis über elf Monate im Jahr.
(Gerald Schaumburg)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.