Am Freitag startet das Playoff-Endspiel Kassel gegen Bietigheim

Teamvergleich: Warum die Huskies im Finale die Nase vorn haben können

Phil Cornet dehnt sich.
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Stretchen fürs Finale: Phil Cornet könnte zum Faktor werden.

Auf geht‘s ins Finale. Ab Freitag (19.30 Uhr, Eissporthalle Kassel) spielen die Kassel Huskies, die noch ein Spiel auf den gesperrten Eric Valentin verzichten müssen, und die Bietigheim Steelers in maximal fünf Spielen den Meister der zweiten Deutschen Eishockey-Liga und damit auch den Aufsteiger in die DEL aus. Den traditionellen Teamvergleich macht ein Trainer, der mit seiner Mannschaft dieselben Träume gehegt hat, aber mit den Löwen Frankfurt im Viertelfinale an Bietigheim gescheitert ist.

Franz-David Fritzmeier sagt: „Klar tut es weh, aber es ist wie es ist. Wir haben es verkraftet. Die Huskies haben sich die beste Ausgangsposition erarbeitet, den Achten und Siebten ausgeschaltet und stehen nun verdient im Finale. Bietigheim ist den schwereren Weg gegangen über die Duelle gegen uns und gegen Freiburg. Die Steelers haben zweimal gewankt, aber sind durchgekommen.“

Die Torhüter: Mit Jerry Kuhn und Leon Hungerecker haben die Kasseler statistisch gesehen das beste Duo der Liga. Hält Jerry gut und ist in der Spur, dann liegt der Vorteil klar bei Kassel. Bei Bietigheim steht mit dem jungen Leon Doubrawa die Nummer drei im Tor, weil Jimmy Hertel sich im vierten Spiel gegen uns verletzt hat und Cody Brenner auch nicht ganz fit ist. Doubrawa hat es immerhin geschafft, die Steelers ins Finale zu bringen. Trotzdem Vorteil Kassel

Die Verteidigung: Mit Troy Rutkowski, Joel Keussen und all den anderen guten Leuten, die stabil spielen, aber manchmal vergessen werden, sind die Huskies eigentlich eine Bank. Aber sie müssen wieder so stabil werden wie in der Hauptrunde. Die Steelers haben eine ordentliche Verteidigung, ich sehe den Unterschied deshalb nicht so groß wie im Tor. Tim Schüle etwa ist offensivstark, Max Renner ein guter Allrounder. An diesen Bäumen hintendrin, da musst du erst einmal vorbeikommen. Bietigheim lässt die Gegner häufig kommen und verteidigt gut vor dem eigenen Tor. leichter Vorteil Kassel

Der Angriff: Kassel muss Riley Sheen unter Kontrolle bringen und darf Bietigheim nicht ins offene Messer laufen. Bei den Huskies können alle vier Reihen Tore schießen. Außerdem haben sie Phil Cornet, der für mich der entscheidende Faktor werden kann: durch seine Präsenz, seine Erfahrung, und weil er in Finnland auch schon Meister geworden ist. Man kann auch noch ein paar anderen nennen, aber Cornet ist derjenige, der das entscheidende Tor schießen kann.

Die Steelers sind mit zwei Reihen besonders gefährlich. Sheen ist ein Glücksgriff, der in den Playoffs mit extrem viel Selbstvertrauen spielt. Preibisch und Hauner sind gerade bei Kontern gefährlich, ebenso wie Matt McKnight, C.J. Stretch oder Brett Breitkreuz. Aber für sie wird es mit dem Kasseler Tempo nicht einfach. Die Huskies müssen aufpassen, dass sie sich nicht auskontern lassen. Wegen der Tiefe im Kader sage ich leichter Vorteil Kassel

Die Special Teams: Beginnen wir mit dem Powerplay. Das ist nicht das Prunkstück der Huskies, aber Überzahl ist für Kassel in dieser Saison auch nicht der entscheidende Faktor. Die Bietigheimer sind sehr gefährlich im Powerplay, da schlägt ihre Stunde. Noch dazu sind sie sehr eingespielt. Gegen sie musst du eine Lösung haben. Und sagen wir mal so: Als Gegner ist es gegen Bietigheim in Überzahl schwerer zu verteidigen als gegen Kassel.

In Unterzahl sind beide Teams gut, beide auf Augenhöhe. Kassel sollte nicht zu viele Strafzeiten nehmen. Beim Fünf gegen Fünf wird es schwer für Bietigheim, aber der Vorteil des tieferen Kaders geht weg, wenn es 0:0 steht, Kassel drückt und sich mit einer Strafzeit das Momentum ändern kann. Powerplay Vorteil Bietigheim, Unterzahl auf Augenhöhe

Die Trainer: Sowohl Tim Kehler als auch sein Bietigheimer Kollege Danny Naud verdienen Respekt für den Finaleinzug. Naud hat uns und Freiburg geschlagen. Aber wenn ich insgesamt betrachte, was Tim für Eishockey hat spielen lassen, was in Kassel entstanden ist und wie gut Tim all das moderiert hat, dann hat mir das besser gefallen. Deshalb sage ich Vorteil Kassel

Die Serie: Entweder wird es ganz klar: Dann gewinnt Kassel in drei oder vier Spielen. Geht die Serie über fünf Partien, dann halte ich den Ausgang für offen. Kassel muss jetzt liefern und hat den größeren Druck. Bietigheim wird selbstbewusst kommen, die Frage aber ist, wie viel Energie haben die Steelers noch nach zehn Playoff-Spielen? Die Huskies müssen früh klarstellen: Wir sind der Chef. Der Nimbus aus der Hauptrunde muss wiederauferstehen.

Der Favorit ist Kassel. Wenn die Huskies das durchziehen, was sie sich erarbeitet haben, dann sind sie auch der verdiente Aufsteiger. Tipp: Kassel gewinnt die Serie 3:1

(Michaela Streuff)

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