Am Donnerstag starten die Huskies in die Playoffs

Teamvergleich vor dem Duell gegen Heilbronn: „Huskies sind der große Favorit“

Kreuzen ab Donnerstag im Viertelfinale die Kellen: Husky Ryon Moser (links) und Heilbronns Topscorer Dylan Wruck.
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Kreuzen ab Donnerstag im Viertelfinale die Kellen: Husky Ryon Moser (links) und Heilbronns Topscorer Dylan Wruck.

Am Donnerstag fällt der Startschuss: Mit dem Heimspiel gegen die Heilbronner Falken starten die Kassel Huskies ab 19.30 Uhr in die Playoffs der zweiten Deutschen Eishockey-Liga und damit in die Mission Meisterschaft und Aufstieg.

Die Zeit des Wartens ist vorbei, wenn am Donnerstag das erste Bully gespielt ist. In der Viertelfinal-Serie „Best of five“ auf drei Siege wollen die Huskies, der souveräne Hauptrundenmeister der DEL2, den nächsten Schritt in Richtung Aufstieg machen. Zum Auftakt bekommen es die Kasseler mit dem Vorrunden-Achten, den Heilbronner Falken, zu tun. „Kassel ist großer Favorit, aber die Heilbronner haben nichts zu verlieren“, umschreibt Rico Rossi dieses Duell.

Der Kasseler Meistertrainer von 2016 vergleicht als Experte beide Mannschaften miteinander – basierend auf der Annahme, dass alle Heilbronner einsatzbereit sind. Das allerdings ist mehr als fraglich, da bei den Falken zuletzt mindestens sieben Spieler an Corona erkrankt waren, deren rechtzeitige Rückkehr aufs Eis wegen eines genauen medizinischen Checkups wohl eher unwahrscheinlich ist. Allerdings hüllt sich der Verein in Schweigen darüber, welche Akteure betroffen sind.

Die Torhüter: „Jerry Kuhn und Leon Hungerecker sind beides noch meine Jungs und für mich der Schlüssel zum Erfolg. Beide bilden das beste Torhüter-Gespann der Liga, auch wenn ich davon ausgehe, dass Jerry die Nummer eins sein wird. Mit ihnen hat Kassel einen riesigen Vorteil.

Heilbronn hat neben dem erfahrenen Matthias Nemec (30), der wohl als zweiter Mann auf der Bank sitzen dürfte, zwei junge Torhüter, die zuletzt häufig gespielt haben. Florian Mnich (21), auf den ich als Nummer eins tippe, und Arno Tiefensee (18). Beide verfügen über viel Potenzial, sind aber noch unerfahren.“

Prognose: Vorteil Kassel

Die Verteidigung: „Die Defensive fängt mit dem Torhüter an – und über die Stärke der Kasseler Keeper haben wir gerade gesprochen. Dazu kommen mit Troy Rutkowski der beste Verteidiger der Liga, erfahrene Akteure wie Denis Shevyrin, Derek Dinger, Marco Müller und Joel Keussen – und jüngere Spieler wie Stephan Tramm, der seine erste große Playoff-Serie spielt. Das ist eine sehr gute Defensive.

Die Heilbronner haben mit den erfahrenen Corey Mapes, Kevin Maginot, der ja auch mit uns in Kassel Meister geworden ist, Maschmeyer und Götz routinierte Leute. Dazu kommen drei junge, läuferisch gute Spieler. Spekuliert wird ja auch über die Rückkehr von Ian Brady und Jan Pavlu. Pavlu hat zuletzt Anfang Februar gespielt, ich könnte nicht sagen, welchen Unterschied er machen könnte.

Brady, der beste Verteidiger der Saison 2019/20, hat nur zwei Saisonspiele absolviert. Er hat einen hohen Eishockey-IQ, den man trotz langer Verletzungspause nicht verliert. In Überzahl wäre er ein Bonbon und könnte den Unterschied machen.

Prognose: kleiner Vorteil Kassel

Die Offensive: Die Huskies haben in der Hauptrunde die meisten Tore geschossen. Das allein spricht für sich. Hinzu kommt, dass sie eine ganze Reihe an Spielern haben, die ein Spiel allein entscheiden können: Trivino, Cornet, Moser, Olsen, Saponari – aus dieser Güteklasse gibt es genügend Spieler. Nicht vergessen dürfen wir auch, dass die Huskies sehr gut besetzt sind, und über die berühmte Tiefe im Kader verfügen. Akteure wie Christ oder Valentin sind eigentlich keine Stürmer für die vierte Reihe.

Die Falken haben natürlich Dylan Wruck, den Topscorer und Spieler des Jahres der Vorsaison. Sie haben den schnellen Bryce Gervais, Yannik Valenti, der von überall schießen kann, Justin Kirsch, groß gewachsen und mit Torriecher ausgestattet. Dazu eine dritte und vierte Reihe, die kämpft, ackert und viel läuft. Wenn die Falken ins Forechecking kommen, hat jeder Gegner ein Problem. Aber: Der Heilbronner Angriff ist nicht zu vergleichen mit dem Kasseler.

Prognose: Vorteil auf jeden Fall für Kassel

Die Special Teams: „Die Teams sind in den Playoffs von ihren Trainern bestens auf Überzahl und Unterzahl vorbereitet. Das egalisiert die Special Teams. Aber irgendwann in den Playoffs brauchst du das eine Tor, die eine gute Unterzahl, die den Unterschied macht.

Beide Teams können Überzahl. Kassel hatte die Saison über im Powerplay Probleme, hat aber die Qualität, in den entscheidenden Momenten da zu sein. Heilbronn hat die Saison über stark in Überzahl gespielt. Brady, sollte er zurückkommen, ist da eine Waffe. In Unterzahl hängt viel am Torhüter. Auch deshalb haben die Kasseler das beste Unterzahlspiel der Liga.

Prognose: Heilbronn im Powerplay leicht im Vorteil, in Unterzahl kleines Plus für Kassel.

Die Trainer: „Ich kenne beide Coaches sehr gut. Tim Kehler hat bei den Huskies einen super Job gemacht. Es freut mich für ihn. Er hat die Aufstiegserfahrung mit Frankfurt aus der Oberliga. Auch wenn die Situation jetzt eine andere ist mit dem DEL-Aufstieg im Rücken: Er weiß, was er tut. Bill Stewart kenne ich seit 30 Jahren. Aber ich brauche nicht sein bester Kumpel zu sein, um zu wissen, wie gut er ist. Er kann eine Mannschaft sehr gut einstellen. Auch wenn Tim gut ist:

Prognose: Vorteil Heilbronn

Der Tipp: „Egal ob diese Serie über drei, vier oder fünf Spiele geht: Kassel sollte das Viertelfinale gewinnen, keine Frage. Die Huskies haben die beste Mannschaft, sie sind für den Aufstieg zusammengestellt, sie haben das ganze Jahr daraufhin gelebt und gearbeitet. Die Mannschaft ist bereit. Ich sehe keinen Grund, warum Kassel nicht aufsteigen sollte.“

(Michaela Streuff)

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