Ex-Stürmer der Kassel Huskies feiert Comeback bei den 89ers

Manuel Klinge ist zurück auf dem Eis – und wie

Manuel Klinge im Trikot der EJ Kassel 89ers.
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Hat gleich zum Einstand getroffen: Manuel Klinge hat nach seiner Knieverletzung im Oktober 2017 erstmals für die Kassel 89ers auf dem Eis gestanden. Gegen Eintracht Frankfurt traf die Nummer 9 gleich zum 1:0.

Kassel – 13:39 Minuten läuft der Saisonauftakt von Eishockey-Hessenligist EJ Kassel 89ers am Sonntag, da ist Manuel Klinge endgültig zurück – auf seinem Eis, in seiner Kasseler Eissporthalle, mit seiner Nummer 9.

Kassel - Denn da, nach knapp 14 Minuten, jagt er den Puck an Eintracht Frankfurts Torhüter Dennis Jakobi vorbei ins Netz – Es ist der Start eines 5:1 (1:0, 3:0, 1:1)-Auftaktsieges der 89ers und zugleich für Klinges zweite Eishockey-Laufbahn.

Fast genau vor drei Jahren, am 8. Oktober 2017, passierte das Unglück, das Klinges Profi-Karriere jäh beendete. Beim Auswärtsspiel in Bad Nauheim blieb er im Eis hängen und verdrehte sich das Knie. Drei Monate Ausfallzeit waren zunächst prognostiziert worden, drei Jahre wurden es. Und: An Profi-Eishockey ist für den 35-Jährigen nicht mehr zu denken.

Das Knie hat den Einsatz gut überstanden

„Es war sehr schön, mal wieder als Spieler auf dem Eis zu stehen. Es macht riesigen Spaß mit den Jungs“, erzählt Klinge. Auch mit dem Knie sei alles gut gegangen. „Der gesamte Körper fühlt sich heute etwas müde an“, sagt Klinge gestern mit einem Lachen. Seit vergangener Saison trainiert er regelmäßig bei den 89ers mit. „Dass er jetzt auch für uns spielt, freut uns alle sehr“, sagt 89ers-Trainer Matthias Kolodziejczak und ergänzt: „Er ist ein bescheidener und zurückhaltender Mannschaftsspieler, der total professionell mitarbeitet und immer an das Team denkt. Es ist sehr angenehm, mit so einem Profi zu trainieren.“

Die 89ers feierten dank der weiteren Treffer von Stephane Robitaille (34.), Patrick Berendt (37./38.) und Hans-Jochen Kalb (42.) einen ungefährdeten Sieg zum Saisonstart – Klinge sammelte als Assistgeber zwei weitere Scorerpunkte. Er sagt aber auch in alter Profi-Manier: „Wer die Punkte macht, ist völlig egal.“ Gerne hätte man beim Heimspielauftakt vor Fans gespielt und so die Umsetzung eines Hygienekonzepts der Huskies getestet. Wegen der aktuellen Corona-Lage waren jedoch nur 250 Zuschauer zugelassen. Dafür hätte sich der personelle und finanzielle Aufwand für die EJK nicht gelohnt. So feierte Huskies-Rekordspieler Klinge sein Comeback vor leeren Rängen. Und er peilt weitere Einsätze an: „Sofern es sich mit meiner Tätigkeit als Sportdirektor der Huskies vereinbaren lässt, möchte ich spielen.“

Die Gegner sind gegen ihn besonders motiviert

Dass der 35-Jährige trotz seiner Verletzung wieder auf das Eis zurückgekehrt ist, wundert Kolodziejczak nicht: „So eine Knieverletzung ist immer auch Kopfsache. Aber jemand, der immer Eishockey gespielt und gelebt hat, will dabei bleiben.“ Logisch sei aber, dass der ehemalige Nationalstürmer nicht jeden Zweikampf sucht. „Manuel bringt läuferisch eine so große Qualität mit, da kann er Zweikämpfen auch weitestgehend aus dem Weg gehen“, sagt Kolodziejczak. Auch Klinge betont, dass die Unversehrtheit an erster Stelle steht. Dass die Gegenspieler in der Hessenliga gegen ihn besonders motiviert sind, habe er auch gemerkt. Gegen Frankfurt sei aber alles fair geblieben.

Trainer Matthias Kolodziejczak hofft, schon beim zweiten Saisonspiel am 1. November gegen den EC Bad Nauheim 1b wieder auf Klinge bauen zu können: „Sein Schuss ist in der Hessenliga einzigartig. Mit seiner Professionalität ist er ein absolutes Vorbild. Er hebt das Niveau der gesamten Mannschaft an.“ Und auch die neue, alte Nummer 9 freut sich auf den nächsten Einsatz: „Da sind einige Jungs dabei, die richtig gut zocken können. Siegeswille und Spaß passen.“ Foto: Andreas Fischer

Von Björn Friedrichs

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