PCR-Tests bei Huskies negativ – So läuft die Vorbereitung ohne Teamtraining

Die Zeit der Playoff-Bärte startet

Dustin Reich ist seit sechs Wochen Spieler der Kassel Huskies. Dennoch freut er sich nun auf die Playoffs, auch wenn die Vorbereitung ungewohnt verläuft.
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Dustin Reich ist seit sechs Wochen Spieler der Kassel Huskies. Dennoch freut er sich nun auf die Playoffs, auch wenn die Vorbereitung ungewohnt verläuft.

Auch bei den jüngsten Spielern der Kassel Huskies, dem souveränen DEL2-Hauptrundenmeister, hat sich eine alte Weisheit herumgesprochen.

Kassel – Wer rasiert, verliert. Das ist eine alte Eishockeyregel, die vor allem ab Beginn der Playoffs Beachtung findet. Dann sprießen Bärte, die im besten Falle erst bei einer Meisterfeier abrasiert werden. „Ich muss mich erstmal erkundigen, ob das auch für die Kopfhaare zählt“, sagt Dustin Reich lachend.

Der 19-Jährige kam Anfang März kurz vor Ende der Transferperiode nach Kassel – nun stehen für ihn gleich die ersten Playoffs im Profibereich an. „Meine Zeit hier lief besser als erhofft. Ich habe gleich das Vertrauen der Trainer und Eiszeit bekommen“, erzählt Reich.

Eine Empfehlung in Sachen Bartwuchs gibt es von Mitspieler Paul Kranz: „Zwar würden die Playoffs jetzt auch ohne die Pause noch nicht laufen, aber sicherheitshalber würde ich schon mal wachsen lassen“, sagt er. Das Kasseler Eigengewächs fügt aber scherzhaft hinzu: „Bei dem einen wächst da mehr, beim anderen weniger. In Sachen Playoff-Bart ist bei mir wohl nicht viel zu holen.“

Paul Kranz, Stürmer der Kassel Huskies.

Kranz spielte gemeinsam mit Reich bei den Jungadlern Mannheim, deshalb war er auch einer der ersten Ansprechpartner. „Ich wurde aber insgesamt sehr gut aufgenommen. Marco Müller und Derek Dinger helfen mir, geben mir Tipps auf dem Eis. Stephan Tramm wohnt außerdem über mir“, so Reich.

Seit Freitag kein Mannschaftstraining

Seit dem vergangenen Wochenende gibt es wegen der ligaweiten Initial-Testphase kein Mannschaftstraining. „Wir haben aktuell vormittags jeweils zu zweit 20 Minuten Training auf dem Eis. Da geht es intensiv zur Sache“, erzählt Reich. Sein Trainingspartner ist – na klar – Paul Kranz. „Da geht es um die Kondition. Da wird viel Schlittschuh gelaufen, es gibt keine Pausen“, ergänzt der Kasseler. Nachmittags steht zudem eine virtuelle Einheit an – geleitet von Stürmer Michi Christ.

Und wie sieht sonst der Kontakt zu den Mitspielern aus? „Wir kommunizieren viel über Whatsapp oder auch Videoanrufe, spielen außerdem online gemeinsam Playstation“, sagt Kranz. Dass nun intensiver auf Corona getestet wird, befürwortet er: „Man hat zuletzt gesehen, wie schnell sich Spieler anstecken. Die Tests können da vorbeugen.“

Ähnlich sieht es auch Tim Lucca Krüger, der gestern seinen 23. Geburtstag feierte und deshalb viel Zeit am Telefon verbracht hat. Der Förderlizenzler schied mit seinem Oberliga-Verein Herford vergangene Woche in den Pre-Playoffs aus, kehrte dann mit Lasse Bödefeld nach Kassel zurück. „Das ist der absolut richtige Weg. Da geht es um die Gesundheit – außerdem zeigt man, dass man in der Liga auf vernünftige Weise alles für den Spielbetrieb tut.“ Alle drei Youngster vermissen aber die Stimmung in der Kabine.

Erste PCR-Tests alle negativ

Dorthin zurückkehren dürfen die Huskies am Wochenende – wenn alles gut läuft. „Der erste PCR-Test war bei allen Spielern negativ. Am Freitag folgt der zweite. Wenn auch die negativ sind, können wir mit dem Mannschaftstraining starten“, sagt Pressesprecher Jason Schade. In die Endrunde starten die Huskies in einer Woche. „Wir können es kaum erwarten. Die Playoff-Zeit ist das Größte, da baut man mit dem Team eine richtige Familie auf“, blickt Reich voraus. Das sieht auch Kranz so: „Wir können es kaum erwarten. Ich gehe zwar gern auch mal spazieren, aber ohne Eishockey wird es doch relativ schnell langweilig.“

Das Ziel der Huskies bleiben die Meisterschaft und der Aufstieg in die DEL. Eine besondere Motivation hat Dustin Reich: Sein Bruder Kevin ist Torhüter beim DEL-Spitzenklub EHC München. Die beiden telefonieren jeden Tag, sehen zudem die Spiele des jeweils anderen. „Es wäre natürlich super, wenn wir beide Meister werden und nächste Saison dann gegeneinander spielen würden.“

Von Björn Friedrichs

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