Huskies trotzen vielen Widerständen

Nach Sieg in Landshut: Diskussion um Abseits und Corona

Zwei Torschützen der Huskies in Landshut: Jake Weidner (links) jubelt mit Lois Spitzner. Das Foto entstand Mitte Oktober beim Heimspiel gegen die Löwen Frankfurt.
+
Zwei Torschützen der Huskies in Landshut: Jake Weidner (links) jubelt mit Lois Spitzner. Das Foto entstand Mitte Oktober beim Heimspiel gegen die Löwen Frankfurt.

Um 5.30 Uhr am Mittwochmorgen kamen die Huskies nach Hause. Im Gepäck der 5:2-Sieg in Landshut, drei Punkte und einiges an Gesprächsstoff.

Landshut/Kassel – Die absurde Auswärtstour fand ein gutes Ende: Die Kassel Huskies gewannen am Dienstagabend beim coronageschwächten EV Landshut mit 5:2 (1:1, 3:0, 1:1), tankten nach dem verpatzten Derbywochenende schnell wieder Selbstvertrauen – auch wenn das Drumherum die eine oder andere skurrile Geschichte schrieb.

Die Vorgeschichte

Wieder traf Corona Landshut knüppeldick vor einem Spiel gegen die Huskies. Während der EVL vergangenes Jahr mit gerade einmal zehn Feldspielern in Kassel antrat, standen Interimstrainer Axel Kammerer am Dienstag 13 Feldspieler, ein Torhüter sowie ein 16 Jahre alter Ersatzgoalie zur Verfügung. Zwei der Feldspieler waren 18, zwei 19 Jahre alt.

Skurril: Dass die Partie überhaupt stattfinden kann, erfuhren die Huskies auf der Autobahn. Die Mannschaft traf sich an der Eissporthalle, wartete dort eine Weile auf Neuigkeiten und brach dann auf. Unterwegs dann die Nachricht: Es kann gespielt werden.

In den Sozialen Medien sorgte das vor allem bei den Landshuter Fans für Unverständnis. Sie übten Kritik an der Liga und den Huskies. Diese hätten einer Verlegung nicht zugestimmt. Zur Wahrheit gehört aber, dass Landshut die von allen Klubs abgesegnete Anzahl an Spielern zur Verfügung hatte und Spielverlegungen wenn möglich verhindert werden sollen – allein weil zu befürchten ist, dass das Coronavirus den Spielplan in den kommenden Wochen weiter durcheinanderwirbeln wird.

Das Spiel

Die Huskies waren überlegen – das war auch nicht anders zu erwarten. Bei den Bayern taten sich aber vor allem die beiden Kanadier Sahir Gill und Brandon Alderson gefährlich hervor. An ihrer Seite stürmte der 18-jährige Julian Elsberger in seinem ersten Profispiel. Gill war es auch, der aus dem Nichts für die 1:0-Führung des EVL sorgte (5.). Die Huskies fanden zurück ins Spiel, drehten es im zweiten Abschnitt. Etwas umstritten war der Ausgleichstreffer: Lois Spitzner lupfte den Puck quer ins Angriffsdrittel, Jake Weidner sprintete hinterher und traf (10.). Landshut forderte einen Abseitspfiff der Schiedsrichter, weil sich Timo Gams im Grenzbereich der Blauen Linie befand. Auch die Fernsehbilder ließen nicht vollständig klären, ob Gams die Linie noch berührte – es sah aber so aus.

Höhepunkt aus Sicht der Huskies war sicherlich das 4:1: Lois Spitzner machte in eigener Unterzahl Druck auf EVL-Verteidiger Robin Weihager, der Schwede spielte einen Fehlpass und so Jake Weidner direkt vor dem Kasten an. Der Deutschkanadier behielt die Übersicht, legte quer auf Spitzner und der machte den dritten Huskies-Treffer in Unterzahl in dieser Saison. Spätestens nach Lukas Laubs 5:1 direkt nach der zweiten Drittelpause war die Messe gelesen. Der Treffer von Maximilian Forster war nur noch Ergebniskosmetik.

Die Reaktionen

Huskies-Trainer Tim Kehler hielt sich bei der Pressekonferenz nach dem Spiel zurück: „Es gibt nicht viel zu sagen, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Ich habe viel Respekt vor Axel und der Landshuter Mannschaft, die gut gekämpft hat mit dem kleinen Kader.“

Kammerer lobte seine Mannschaft, sah beim 1:1 aber eine klare Abseitsstellung und Fehlentscheidung. Darauf angesprochen sagte Kehler: „Die Ligaregeln sagen: Abseits wird vom Videobeweis nicht überprüft. Wenn die Technik es möglich macht, sollte man das einführen. Aber in den meisten Hallen ist das nicht möglich.“

Von Björn Friedrichs

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.