Konzentration auf Studium und Jugendtraining

Lasse Bödefeld zur Vertragsauflösung in Herford: „Drei Sachen gehen nicht gleichzeitig“

Standen letztes Jahr gemeinsam auf dem Eis: Husky Oliver Granz und Lasse Bödefeld, der seine Eishockeykarriere nun erst einmal ruhen lässt.
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Standen letztes Jahr gemeinsam auf dem Eis: Husky Oliver Granz und Lasse Bödefeld, der seine Eishockeykarriere nun erst einmal ruhen lässt.

Plötzlich musste es ganz schnell gehen. Uni oder Eishockey? Selber spielen oder eine Jugend trainieren? Am Ende fiel die Entscheidung: Lasse Bödefeld hört mit dem Profi-Eishockey auf.

Kassel - Vor wenigen Wochen noch ging die Nachricht herum, Bödefeld habe seinen Vertrag beim Oberligisten Herforder EV verlängert. Dort spielte er bereits vergangene Saison, damals noch gemeinsam mit Tim Lucca Krüger, der jetzt wieder fest zum Kader der Kassel Huskies gehört. Als bei den Huskies zum Ende der DEL2-Hauptrunde Personalnot herrschte, kehrten die beiden Eigengewächse als Förderlizenzler zurück. Bödefeld machte neun Partien für die Huskies und schoss beim 4:2 gegen die Lausitzer Füchse seinen ersten Treffer in der DEL2 – am gleichen Tag wie Kumpel „Lucci“ Krüger.

Nun teilte Herford kürzlich mit, der Vertrag mit Bödefeld sei aufgelöst worden. „Das war für mich keine einfache Entscheidung“, sagt der 22-Jährige. Relativ kurzfristig sei bekannt geworden, dass viele Lehramtskurse des Studenten wieder in Präsenzform stattfinden.

Zugleich findet das Training in Herford – immerhin mehr als 90 Minuten Autofahrt entfernt – in der kommenden Saison vormittags und mittags statt und nicht wie zuletzt abends. „Das wusste ich schon länger, da war aber noch nicht klar, dass ich die Kurse an der Uni und nicht online wahrnehmen muss. Der Aufwand wäre zu groß“, erklärt Bödefeld.

So reagierten Freunde und Mitspieler

Etwa zeitgleich sei die Eishockey-Jugend Kassel mit der Frage an ihn herangetreten, ob er eine Jugendmannschaft trainieren wolle. „Ich musste dann abwägen. Uni, selber spielen und trainieren – alle drei Sachen gehen nicht gleichzeitig“, sagt Bödefeld. Er habe gemeinsam mit seiner Familie auf die Zukunft geschaut und dann die „beste und sicherste“ Entscheidung getroffen: „Ich habe solange wie möglich Studium und Profisport miteinander verbunden. Jetzt stehe ich aber vor dem ersten Staatsexamen, nächstes Jahr wartet das Praxissemester.“

Die Entscheidung fiel bei Bödefeld, der in Sichtweite zur Kasseler Eissporthalle wohnt, deshalb neben der Uni auch auf das Jugendtraining. „Das hat mich schon immer interessiert. Ich kann mir gut vorstellen, in Zukunft einen Trainerschein zu machen“, sagt Bödefeld. Seit wenigen Wochen trainiere er die U11 der EJK – zunächst zur Probe. „Das macht sehr viel Spaß“, so der Stürmer, der im niedersächsischen Hann. Münden geboren wurde.

Nach seiner Entscheidung habe er auch seinen engeren Freundes- und Huskies-Kreis informiert. „Sie waren überrascht, haben aber vollstes Verständnis gezeigt“, sagt Bödefeld. Er habe vor, irgendwo weiter Eishockey zu spielen. Der Fokus liegt jetzt aber erst einmal auf anderen Dingen. „Das klingt hart, aber Profi-Eishockey ist für mich jetzt erstmal Geschichte.“

Von Björn Friedrichs

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