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Ein Anrennen ohne Lohn: Kassel Huskies verlieren gegen clevere Nauheimer

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Von: Frank Ziemke

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Topscorer in Unterzahl: Der Kasseler Stürmer Tristan Keck (Mitte) sieht sich im Duell mit seinem Ex-Klub von zahlreichen Gegenspielern umzingelt.
Topscorer in Unterzahl: Der Kasseler Stürmer Tristan Keck (Mitte) sieht sich im Duell mit seinem Ex-Klub von zahlreichen Gegenspielern umzingelt. © Andreas Fischer

Am Ende traf nicht einmal Tristan Keck. Und das will ja etwas heißen nach zuletzt zehn Spielen am Stück mit Treffern des Goldhelms.

Kassel – Die Eishockeyspieler der Kassel Huskies kassierten im Derby gegen Bad Nauheim eine bittere 1:3 (0:1, 1:0, 0:2)-Niederlage. Ein verzweifeltes, aber auch zu wildes Anrennen der Gastgeber wurde nicht belohnt. Kleiner Trost: Weil auch Verfolger Kaufbeuren verlor, änderte sich an der Tabellenspitze nichts.

„Es knistert in der Halle.“ So begrüßt Hallensprecher Sven Breiter die Fans vor dem Spiel. Natürlich, hier herrscht echte Derbystimmung. Über 4000 Zuschauer sind da, hoffen auf einen Erfolg im Duell mit dem ungeliebten Gast. Das kann sich sehen lassen. Ebenso wie die Choreo auf dem Heuboden vor dem ersten Bully.

Dann geht es los. Und die Huskies müssen erst einmal auf der Hut sein. Zwei gute Chancen für die Gäste durch Jerry Pollastrone und Christoph Körner, eine frühe Strafe gegen Alec Ahlroth – so ein Derby kann besser losgehen. Aber Jerry Kuhn ist auf dem Posten. Und mit einem Mann weniger haben die Huskies durch Joel Lowry die beste Chance (3.).

Beim ersten Duell in Nauheim behielten die Kasseler den Durchblick, gewannen 5:3. Diesmal ist es eine ausgeglichene, energische Auseinandersetzung. Die Gastgeber müssen auf Stephan Tramm, Jake Weidner, Oleg Tschwanow und Pierre Preto verzichten. Und sie müssen höllisch auf der Hut sein bei Nauheims Kontern. Einer davon führt in der 17. Minute zum Rückstand. Jordan Hickmott steht nach einem Rückpass von Fabian Herrmann frei und vollendet zum 0:1.

Das sieht doch gut aus: Die Choreografie der Huskies-Fans auf dem Heuboden.
Das sieht doch gut aus: Die Choreografie der Huskies-Fans auf dem Heuboden. © Fischer, Andreas

Die Huskies spielen ihre Angriffe häufig etwas zu umständlich. Nauheim hat so Zeit, sich zu stellen. Bei der besten Chance startet Lois Spitzner ein schönes Solo, schließt dann aber mit der Rückhand zu schwach ab, statt auf den besser stehenden Hans Detsch zu spielen (14.)

Der Auftakt ins Mitteldrittel gleicht dem des ersten. Wieder haben die Gäste die erste Großchance: Ein Fehlpass vor dem eigenen Tor, ein Schuss von Tim Coffman – und die Scheibe kracht an das Lattenkreuz. Erneut müssen die Huskies eine frühe Unterzahl überstehen. Sie lösen das souverän, haben dann aber bei der ersten Überzahl Pech. Jamie Arniel stochert die Scheibe Richtung Tor – doch sie bleibt auf der Linie liegen (25.).

Der Druck der Gastgeber wird nach und nach größer. Es dauert aber bis zur 36. Minute, ehe sie die entscheidende Lücke finden. Thomas Reichel trifft im Nachschuss. Felix Bick ist endlich geschlagen. Mit diesem 1:1 geht es auch in das Schlussdrittel.

In dem wer die erste Chance hat? Falsch. Es sind diesmal die Gastgeber. Lowry tankt sich durch, bringt dicht vor Bick die Scheibe aber nicht am Torhüter vorbei. Kurz darauf muss dann eigentlich der Führungstreffer fallen. Kassel kontert, Detsch spielt einen tollen Pass auf Spitzner, der Bick ausspielt - aber den Puck mit der Rückhand am Tor vorbeisetzt (44.).

Es ist eine dieser Großchancen, denen man später häufig hinterhertrauert. Verrückt: Drei Minuten danach haben die Huskies eine weitere Chance dieser Art. Goldhelm Tristan Keck steht nach Ahlroths Querpass frei vor Bick, bekommt den Puck aber nicht vorbei. Und was passiert?

Ja, genau das passiert. Nauheim kontert. Nauheim trifft! Pascal Steck ist Nutznießer eines starken Zuspiels von Mick Köhler. Wieder laufen die Gastgeber einem Rückstand hinterher. Sie rennen mutig an, aber auch mit zunehmendem Zweifel angesichts des Nauheimer Bollwerks vor Bick. Das Spiel geht fast nur in eine Richtung. Aber das Tor fällt auf der anderen Seite. Mick Köhler macht nach einem Konter den dritten Nauheimer Treffer. Sehr abgezockt ist das, sehr cool herausgespielt. Und die Niederlage der Huskies ist damit perfekt.

Hier gibt‘s den Liveticker zum Nachlesen.

So haben die Kassel Huskies gegen den EC bad Nauheim gespielt

Schiedsrichter: Brill/Neutzer

Zuschauer: 4120

Tore: 0:1 (16:11) Hickmott (Herrmann), 1:1 (35:14) Reichel (Lowry, McGauley), 1:2 (48:29) Steck (Köhler, Bartuli), 1:3 (56:08) Köhler (Pollastrone, Vause)

Strafminuten: Kassel 4 - Nauheim 6

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