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Ein Pflichtsieg mit Anlauf: Huskies drehen Spiel gegen Selb

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Von: Frank Ziemke

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Huskies-Stürmer Lois Spitzner.
Verletzte sich erst - und schoss dann das 2:1: Lois Spitzner. © Andreas Fischer

Der Gegner heißt Selb. Tabellenletzter. Personell gebeutelt. Zuletzt neun Niederlagen am Stück. Ein Selbstläufer für die Huskies zwei Tage nach der ernüchternden 0:6-Pleite in Dresden? Nein.

Kassel - Es ist eher ein schweres Stück Arbeit. Am Ende steht aber ein Pflichtsieg mit Anlauf. Kassels Eishockeyspieler gewinnen 4:1 (0:1, 2:0, 2:0).

Es dauert nur wenige Sekunden, bis Jake Weidner die erste Torchance hat. Und nur wenig länger, bis Troy Rutkowski mit einem krachenden Schuss den Pfosten trifft. Die Richtung ist also früh vorgegeben. Das Spiel findet meist im Angriffsdrittel der Hausherren statt.

Was sich aber schnell zeigt: Bei aller Überlegenheit sind die Huskies zunächst zu umständlich. Klar, Selb, das zumindest wieder mit drei Reihen antritt, zieht sich komplett zurück. Lauert nur auf Konter. Aber Kassel ist gegen diese massive Defensive zu zögerlich. Und bisweilen auch ziemlich einfallslos.

Selten sind es zielstrebige Aktionen wie die von Jamie MacQueen, der am rechten Flügel das Tempo anzieht, wunderbar Stephan Tramm bedient, dessen Schuss Selbs Schlussmann Michel Weidekamp pariert (9.). Die beste Chance zur Führung hat Denis Shevyrin, der nach einem Querpass freisteht. Aber auch da: Shevyrin zögert einen Bruchteil zu lange – und gibt dem eigentlich schon verladenen Weidekamp die Chance, doch noch zu retten (16.).

Kurz darauf geht das Konzept der Gäste komplett auf. Maxim Rausch vertändelt fahrlässig die Scheibe gegen Feodor Boiarchinov. Der frühere Kasseler ist frei durch, spielt Torhüter Jonas Neffin aus und trifft zum 0:1, mit dem es in die Pause geht.

Doch als das Mitteldrittel beginnt, entwickelt sich ein anderes Spiel. Ein offeneres. Eines mit Chancen auf beiden Seiten. Eines, in dem die Huskies nach sechs Minuten dann doch in Führung liegen. In der Entstehung ist das aber verrückt, denn es sind zwei Konter, die diese Wende bringen. In der 23. Minute geht es endlich einmal schnell. Hans Detsch und MacQueen kombinieren sich bis vor das Tor, dann kommt der Querpass – und Mitch Wahl muss die Scheibe nur noch über die Linie bugsieren.

Die Gäste öffnen plötzlich das Spiel, verstärken ihre Angriffsbemühungen. Neffin zeichnet sich mehrfach aus. Und dann scheppert es. Und klingelt es. Boiarchinov knallt den Puck an den Pfosten. Das Scheppern. Der Konter. Lois Spitzner läuft allein auf das Tor zu, behält die Nerven – das zweite Ramalamadingdong, die Führung.

Das zuletzt so gebeutelte Selb bricht aber nicht ein. Verteidigt weiter engagiert. Sucht häufiger den Vorwärtsgang. Es bleibt ausgeglichen. Und es geht mit der knappen Kasseler Führung ins Schlussdrittel. Die Huskies drängen auf eine schnelle Entscheidung, Aber Selb verteidigt mit Leidenschaft. Mit einem souveränen Schlussmann. Und auch mit einigem Glück. Als gerade zwei Minuten gespielt sind, haben die Huskies zweimal den Pfosten getroffen – erst durch Hans Detsch, dann durch MacQueen.

Neffin muss noch zweimal Kopf und Kragen riskieren, bis in der 48. Minute die Vorentscheidung fällt. Joel Keussen startet einen Vorstoß durch das Zentrum und schließt entschlossen ab zum 3:1. Wenig später ist der Dreier perfekt. Die Gastgeber haben gerade eine Unterzahl überstanden, da bekommt Weidner dicht vor dem Tor die Scheibe serviert und erzielt das 4:1 beim Pflichtsieg mit Anlauf.

Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen.

Statistik: So haben die Kassel Huskies gespielt

Schiedsrichter: Appel/Naust

Zuschauer: 1525

Tore: 0:1 (17:04) Boiarchinov (Ross), 1:1 (22:14) Wahl (MacQueen, Detsch), 2:1 (25:32) Spitzner (Weidner, Rutkowski), 3:1 (47:434) Keussen (Ribnitzky), 4:1 (50:27) Weidner (Granz, Spitzner)

Strafminuten: Huskies 6 - Selb 4.

Von Frank Ziemke

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