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Ein Traumstart in 136 Sekunden: Kassel Huskies gewinnen gegen Krefeld

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Von: Frank Ziemke

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Und schon steht es 3:0: Die Huskies James Arniel, Joel Lowry, Tim McGauley und Jake Weidner (von links) bejubeln Lowrys Treffer.
Und schon steht es 3:0: Die Huskies James Arniel, Joel Lowry, Tim McGauley und Jake Weidner (von links) bejubeln Lowrys Treffer. © Andreas Fischer

Die Kassel Huskies legen einen Traumstart hin und gewinnen im Spitzenspiel gegen Krefeld - und das klar und hochverdient.

Was in 136 Sekunden alles passieren kann. 136 Sekunden! Das ist auch in einem Eishockeyspiel nicht viel Zeit. Nach 136 Sekunden im Spitzenspiel zwischen den Kassel Huskies und DEL-Absteiger Krefelder Pinguine aber hat Gäste-Trainer Peter Draisaitl genug gesehen. Er nimmt eine Auszeit. Er redet auf seine Mannschaft ein. Er wechselt den Torhüter. Denn: Es steht 3:0! Noch einmal in Worten: DREI ZU NULL!

Nach 136 Sekunden! Am Ende gewinnen die Gastgeber und Traumstarter vor 4364 begeisterten Zuschauern das Spiel zwischen dem Zweiten und dem Dritten in der DEL-2-Tabelle hochverdient 7:3 (4:1, 2:2, 1:0).

Und damit noch einmal hinein in eine irre Anfangsphase, die man so nicht häufig erlebt. Es dauert nur 16 Sekunden, da zappelt die Scheibe erstmals im Netz. Joel Lowry verwertet das Zuspiel von Jake Weidner am rechten Pfosten. Keine Minute später, diesmal seitenverkehrt. Zuspiel von rechts, Abschluss am linken Pfosten. Wer es macht? Tristan Keck. Der, der derzeit immer trifft. Dann kommt die 136. Sekunde. Lowry erzielt in Überzahl das 3:0. Und Draisaitl greift ein.

Auch ohne diesen Auftakt ist das Spitzenspiel eine stimmungsvolle Angelegenheit. Zum dritten Mal in Folge Bestmarke beim Besuch. Eine Choreo auf dem Heuboden. Ein rappelvoller Gästeblock. Beim erste Powerbreak wird auch noch Marco Müller gefeiert für sein 450. Spiel im Kasseler Trikot. Es ist ein fantastischer Eishockeyabend für jeden, der dabei ist. Es sei denn, du heißt Sergei Belov und stehst im Krefelder Tor. Dann ist dein Abend ganz schnell beendet. Belov räumt seinen Platz für Matthias Bittner (nach 136 Sekunden). Die Maßnahme bringt den Pinguinen, die ohne ihren kranken Topscorer Marcel Müller antreten, etwas Sicherheit. Mike Fischer erzielt in der 9. Minute in Überzahl das erste Tor der Gäste. Es folgt eine heikle Phase für die Huskies. Ein Anschlusstreffer – und alles wäre plötzlich zu schnell wieder offen. Jake Weidner beendet sie mit dem vierten Treffer (18.). Vorausgegangen ist ein traumhafter Angriff über Lowry und Keussen. Tim McGauley trifft die hoppelnde Scheibe nicht richtig, Weidner ist dann aber da.

Er macht die 450 voll: Verteidiger Marco Müller wird während des Spiels von den Kasseler Fans für sein Jubiläum gefeiert.
Er macht die 450 voll: Verteidiger Marco Müller wird während des Spiels von den Kasseler Fans für sein Jubiläum gefeiert. © Andreas Fischer

Das Spiel bleibt auch im zweiten Drittel sehenswert. Schwungvoll. Abwechslungsreich. Energiegeladen. Es wird aber auch ruppiger. Krefelds Nikita Shatsky kassiert für einen harten Bandencheck gegen Tom Geischeimer nach Videobeweis eine Matchstrafe (23.). Auch nach Weidners Foul bemühen die Schiedsrichter den Bildschirm. Die Huskies sind dann fünf Minuten in Unterzahl. Und was passiert? Sie kontern. Sie treffen. Es ist ein „eingesprungener Shevyrin“, der das 5:1 bringt. Im Fallen verwertet der Verteidiger das Zuspiel von Jamie Arniel.

Aber Krefeld steckt, das verdient Anerkennung, auch jetzt nicht auf. In der Drittel-Schlussphase wird es etwas vogelwild. Kael Mouillierat verkürzt für die Gäste (36.), Darren Mieszkowski erhöht erneut für die Gastgeber (38.). Dennis Miller schlägt postwendend mit einem krachenden Schuss zurück (39.). Drei Treffer in dreieinhalb Minuten. Macht zusammen 6:3.

Im Schlussdrittel könnte es erneut sehr schnell gehen. Lowry scheitert aber nach neun Sekunden freistehend an Bittner. Die Huskies lassen jetzt aber nichts mehr anbrennen. Sie haben die Partie im Griff. Spielen immer wieder Chancen heraus. Und beseitigen schließlich in Überzahl endgültig alle eventuellen Zweifel. McGauley hält dicht vor dem Tor die Kelle in das Zuspiel von Weidner. Lois Spitzner und Alexander Weiß lassen noch die Fäuste fliegen. Dann ist der Sieg nach einem Traumstart im Spitzenspiel perfekt.

Den Liveticker gibt‘s hier zum Nachlesen

So haben die Kassel Huskies gegen die Krefeld Pinguine gespielt

Schiedsrichter: Klein/Steingroß

Zuschauer: 4364

Tore: 1:0 (0:16) Lowry (Weidner, Shevyrin), 2:0 (1:12) Keck (Ahlroth, Faber), 3:0 (2:16) Lowry (Weidner, Arniel - 5:4), 3:1 (8:33) Fischer (Zerressen, Tiffels - 4:3), 4:1 (18:22) Weidner (Tramm, Lowry), 5:1 (30:24) Shevyrin (Arniel, Preto - 4:5), 5:2 (35:20) Mouillierat (Weiß, Magwood), 6:2 (37:49) Mieszkowski (Reichel, Preto), 6:3 (38:52) Miller (Niederberger), 7:3 (48:54) McGauley (Weidner - 5:4)

Strafminuten: Kassel 8 + 5 Weidner + 5 Spitzner - Krefeld 8 + 5 Weiß + 5 + Matchstrafe Shatsky.

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