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Huskies: „Eine ganze Saison wie Weihnachten“

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Ein Trainer zwischen zwei Teams: Milan Mokros. © Koch

Kassel. Am Samstag rüstet er mit seinen Spielern zur Meisterfeier: Milan Mokros und die Kassel Huskies wollen sich mit einem Sieg gegen den EHC Neuwied (18.30 Uhr, Kasseler Eissporthalle) endgültig den Aufstieg in die Eishockey-Regionalliga sichern.

Das Interview mit dem Trainer beginnt mit einem Blick auf zwei

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Mannschaftsposter. Eines zeigt die Profi-Mannschaft der Huskies, die nach dem Aus im vergangenen Sommer nie spielen durfte. Das andere zeigt seine aktuelle Mannschaft, die eine so berauschende Saison in den Niederungen des Eishockeys hinter sich hat.

Herr Mokros, wissen Sie noch, wie Sie sich das kommende Jahr vorgestellt haben zum Zeitpunkt, als das Foto des DEL-Teams gemacht wurde?

Milan Mokros: Natürlich, da habe ich mit meinen Jungs trainiert und mich vorbereitet auf die Saison mit Jugend und Junioren.

Was denken Sie, wenn Sie die Mannschaftsbilder im Vergleich sehen?

Mokros: Zunächst mal bin ich traurig, dass die eine Mannschaft nie die Chance hatte zu zeigen, was sie kann. Wenn ich das Foto von unserem jetzigen Team sehe, dann sehe ich Euphorie und Leidenschaft, den ganzen Spaß, den wir dieses Jahr hatten.

War es eine traumhafte Saison, die nun zu Ende geht?

Mokros: Es war einmalig. Mancher meiner Jungs hat das, glaube ich, noch gar nicht richtig begriffen. So etwas wird es in Kassels Eishockey nie wieder geben. Diese Spontanität, das Zusammenstehen, das Miteinander von Jungen und Alten, von Mannschaft und Fans. Das alles war einfach traumhaft.

War das gerade für die jungen Spieler nicht auch manchmal schwer zu verkraften, was da auf sie eingestürzt ist? Sie sind in einer Liga zu kleinen Stars geworden, die eigentlich kaum beachtet wird.

Mokros: Ich musste da auch einige Male deutliche Worte sprechen, das ist doch klar. Ich war auch ab und an enttäuscht von einigen. Ich habe ihnen dann klar gemacht, dass sie keine Profis sind, sondern eine Hobby-Mannschaft in einem sehr gut geführten Verein. Jetzt sind sie aber alle wieder auf dem Boden. Aber klar ist natürlich: Ich bin auch oft sehr stolz auf diese Jungs gewesen.

Jetzt wird es in die Regionalliga gehen: Wie sind die Personalplanungen?

Mokros: Ich werde ungefähr zwölf von den jungen Spielern mitnehmen. Die anderen können sich über die Junioren empfehlen. In den vergangenen zwei Monaten habe ich die Mannschaft darauf aufmerksam gemacht. Ich habe genau hingeschaut, wer hat das Potenzial für die nächste Liga. Manche haben das begriffen, manche nicht.

Woran machen Sie das fest?

Mokros: Wir haben einen Kraftraum, eine medizinische Abteilung. Einige wissen das zu nutzen, andere nicht. Auch das sind für mich Ausschlusskriterien.

Wie könnte ein Regionalliga-Team der Huskies denn konkret aussehen?

Mokros: Wir planen mit vier Blöcken und drei Torleuten. Aber wir werden den Kader erweitern für den Fall, dass manche arbeiten müssen oder krank ausfallen. Denn wir sind auch in der vierten Liga keine Profi-Mannschaft.

Und was ist mit den älteren Herren?

Mokros: Ich denke, dass wir jetzt an einen Punkt kommen, an dem Privatleben und Gesundheit vorgehen. Für Shane Tarves und einige andere wird das im Aufwand sicher zu viel werden, und wir müssen ohne sie planen. Wollen und können ist immer ein schmaler Grat.

Aber mit Milan Mokros als Trainer wird geplant?

Mokros: Ich mache das gerne. Was ich nicht mitmachen würde, das ist das Überspringen einer Klasse. Das wäre dann nicht mein Spiel. Ich will den langsamen und ehrlichen Weg nach oben. Das haben hoffentlich mittlerweile alle begriffen.

Gibt es etwa noch Pläne, direkt in die Oberliga zu gehen?

Mokros: Ich gehe nicht davon aus.

Am 26. März steht das letzte Saisonspiel gegen Bad Nauheim an. Wie geht’s konkret danach weiter? Bekommt die Mannschaft beispielsweise Prämien?

Mokros: Prämien wird es nicht geben. Die Jungs haben so viel anderes bekommen: Ausrüstung, Jacken, eine große Kabine. Geplant ist ein einwöchiges gemeinsames Trainingslager, denn nach der Saison ist vor der Saison. Die Jungs bekommen individuelle Trainingspläne. Wir werden Seminare abhalten, wie man sich richtig auch abseits des Eises verhält. Die Strukturen sollen langsam professioneller werden.

Zum Abschluss: Wenn Sie irgendwann zurückdenken an diese Saison, werden Sie sich an eine Situation ganz besonders erinnern?

Mokros: An eine? An unglaublich viele. Ganz sicher aber an das erste Spiel. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich gesehen habe, wie die Jungs ungläubig in die Halle geschaut haben. Die Fülle, die Atmosphäre auf den Rängen. Das war das Sahnehäubchen auf dem Kuchen. Später dann die Bereitschaft von Menschen wie Paul Geddes, uns zu helfen. Das war klasse. In den letzten Tagen hat ein Spieler zu mir gesagt: Diese ganze Saison ist wie Weihnachten. Das trifft es hundertprozentig.

Von Michaela Streuff und Frank Ziemke

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