Eine Hauptrunde voller Bestmarken

Darum waren die Huskies das Maß aller Dinge

Der beste Rückhalt der Liga: Jerry Kuhn, Torhüter der Kassel Huskies, hält mehr als 93 Prozent aller Schüsse auf sein Tor.
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Der beste Rückhalt der Liga: Jerry Kuhn hält mehr als 93 Prozent aller Schüsse auf sein Tor. Überragend.

Auch wenn die Hauptrunde ein vorzeitiges Ende gefunden hat: Die Kassel Huskies können vor dem Start der Playoffs auf eine überragende Eishockeysaison in der DEL2 zurückblicken.

Kassel - Sie sind nicht nur der souveräne Hauptrundenmeister, sondern auch in vielen Statistiken das Maß der Dinge. Wir ziehen Bilanz.

Die Siege und Serien

Was braucht man, um ganz oben zu stehen? Siege. 38 von 49 Partien (davon drei nach Verlängerung, drei nach Penaltyschießen) gewann die Mannschaft von Trainer Tim Kehler.

Nur siebenmal verließ sie als Verlierer nach 60 Minuten das Eis, zweimal unterlag sie in der Overtime, zweimal nach Penaltyschießen. Zum Vergleich: Bad Tölz als Zweiter bringt es auf 29 Siege (einer nach Penaltyschießen) und 21 Niederlagen (vier n.V., zwei nach Penaltyschießen).

Ebenfalls typisch für die Huskies: Erfolgsserien. Bis zum Abbruch gewannen sie neunmal in Folge, den kompletten Februar hinüber blieben sie sogar zehnmal hintereinander ungeschlagen. Und: Nur ein einziges Mal unterlagen sie mit zwei Toren Differenz (2:4 in Heilbronn). Die Höhepunkte waren die besonderen Triumphe: das 7:0 im Derby gegen Frankfurt, die höchsten Erfolge mit dem 8:0 in Bad Nauheim und dem 10:3 gegen Kaufbeuren.

Die Heimstärke

22 von 25 Heimspielen haben die Huskies gewonnen – allesamt nach regulärer Spielzeit. Das ist (na klar) Platz eins. Ein Höhepunkt dabei: Die 14 Heimspiel-Siege in Folge von Mitte Dezember bis Anfang März. Und die Spieler wurden nicht müde zu erwähnen, wie gern sie die Siege mit den Fans in der Eissporthalle zusammen gefeiert hätten.

Bollwerk und Torjagd

Die Defensive – ein Bollwerk. Hat in 49 Spielen ganze 108 Gegentreffer zugelassen. Zum Vergleich: Auf Platz zwei folgt in dieser Wertung Frankfurt – mit 141 Gegentreffern. Und auch die Offensive ist das Prunkstück der Liga: 210 Tore haben die Huskies erzielt. Ligabestwert. Denn Bad Tölz hat für 210 Treffer eine Partie mehr benötigt.

Der Rückhalt

Kassels Plus: zwei starke Schlussleute. Die Nummer eins ist Jerry Kuhn – mehr als 93 Prozent aller Schüsse hat er entschärft, vier Shutouts stehen zu Buche. Keiner ist besser. Leon Hungereckers 91,15 Prozent sind ebenfalls ein Topwert, er spielte dreimal zu Null.

Die Special Teams

In Unterzahl ist kein Team besser (85 Prozent). Und auch im Powerplay, lange der einzige Schwachpunkt im Kasseler Spiel, war zuletzt eine klare Steigerung erkennbar – die Hauptrunde beenden die Huskies im Ligamittelfeld (19,7 Prozent).

Top-Verteidiger mit Angriffslust: Troy Rutkowski.

Der Topscorer

Die Huskies sind nicht abhängig von dem einen Topscorer – ihre Erfolge verteilen sich auf viele Schultern. Ein Quintett hat mehr als 40 Punkte erzielt. Doch den Roten Helm des Topscorers trägt ein Verteidiger: Troy Rutkowski. Der Kanadier ist der Mann für alle Fälle – 53 Punkte (13 Tore, 40 Vorlagen) sprechen für sich. Allerdings dürfen wir nicht vergessen: Die Top-Torjäger Corey Trivino und Phil Cornet sind von Verletzungen gestoppt worden.

Die Plus-Minus-Könige

Noch so eine Statistik (Differenz von Toren und Gegentoren an, die gefallen sind, während ein Spieler auf dem Eis war), die die Stärke des Kasseler Kaders verdeutlicht. Nicht nur, dass der Liga-König in dieser Rubrik aus Kassel kommt – Stephan Tramm steht bei +40. Unter den Top 15 steht mit elf Akteuren der halbe Huskies-Kader, die ersten sechs Plätze gehören den Kasselern.

Bester in der Plus/Minus-Statistik: Stephan Tramm.

Der Bullykönig

Keiner hat in der DEL2 mehr Bullys gewonnen als er: Ryan Olsen: Mehr als 64 Prozent aller Duelle am Bullykreis gingen an ihn – überragend.

Der Dosenöffner

Er heißt auch Ryan Olsen. Zehnmal schoss der Kanadier für die Huskies das erste Tor – in allen 49 Spielen traf Kassel übrigens, erlaubte keinem gegnerischen Torhüter einen Shutout.

Sechsmal eröffnete Philippe Cornet den Torreigen, viermal Clarke Breitkreuz und Joel Keussen. Ebenfalls interessant: Marc Schmidpeter erzielte mit all seinen drei Saisontoren immer den ersten Huskies-Treffer in einem Spiel.

Bester Bullyspieler der DEL2: Ryan Olsen.

Der Spielentscheider

Ryon Moser erzielte gleich sechsmal das sogenannte game-winning goal, also das Tor, das letztendlich für den Sieg einer Mannschaft entscheidend war.

Die Wertung beim Eishockey geht dabei so: Wird ein Spiel 4:3 gewonnen, ist natürlich das vierte Tor das entscheidende. Endet ein Spiel 6:0, ist es das erste.

Auf Moser folgt Corey Trivino, der fünf Siegtreffer erzielte und mit seinen ersten drei davon gleich zum Start die Saisonsiege zwei bis vier klarmachte. Olsen und Cornet entschieden viermal die Spiele zugunsten der Huskies.

Die harten Hunde

Am häufigsten sitzen die Verteidiger auf der Strafbank? Von wegen. Bei den Huskies verbrachte zwar Kapitän und Abwehrspieler Denis Shevyrin mit 68 Minuten die längste Zeit auf der Strafbank, danach folgen Stürmer: Oliver Granz wurde sowohl als Angreifer als auch als Verteidiger eingesetzt, sammelte 66 Strafminuten.

Dahinter reihen sich die Stürmer Olsen (54), Eric Valentin (38) und Brett Cameron gemeinsam mit Verteidiger Marco Müller (beide 30) ein. Das komplette Gegenteil ist Paul Kranz: Der junge Angreifer musste in 46 Spielen nur ein einziges Mal für zwei Minuten vom Eis.

Von Björn Friedrichs Und Michaela Streuff

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