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Moritz Müller als Fahnenträger? „Das wäre unglaublich“

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Von: Björn Friedrichs

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Moritz Müller, Kapitän der Kölner Haie und der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft.
Wünscht sich wieder so ein Eishockey-Märchen wie 2018 in Pyeongchang: Moritz Müller, Kapitän der Nationalmannschaft. © imago/Bildbyran

In gut einer Woche starten die Olympischen Winterspiele in Peking mit der Eröffnungsfeier. Ein Kasseler könnte dann das deutsche Aufgebot anführen: Eishockeyprofi Moritz Müller.

Der Kapitän der Kölner Haie und der Nationalmannschaft steht als Fahnenträger von Team Deutschland zur Wahl. „Ich hätte nie gedacht, dass ich in der Auswahl Erwähnung finde“, sagt Müller und ergänzt: „Es ist eine unglaubliche Ehre, zu den Kandidaten zu gehören.“

Die Konkurrenz hat es aber in sich: Unter den zur Wahl stehenden Männern finden sich neben Müller noch Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich und Rennrodler Tobias Wendl. Bei den Frauen kann für Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, Rennrodlerin Natalie Geisenberger und Snowboarderin Ramona Hofmeister abgestimmt werden. Die Wahl läuft online ab und geht noch bis kommenden Sonntag (hier können Sie ihre Stimme abgeben). „Jeder in der Auswahl hätte es verdient“, sagt Müller.

Er war 2018 beim Silbermedaillen-Coup dabei

Der 35-Jährige spielt seit Anfang der 2000er-Jahre bei den Kölner Haien in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Seine sportliche Ausbildung begann in der Heimat bei der Eishockey-Jugend in Kassel, vergangene Saison machte er aufgrund des späten DEL-Starts sogar vier Spiele für die Huskies.

Der Abwehrspieler weiß um die Bedeutung der Olympischen Spiele. Er war schon 2018 in Pyeongchang dabei, als Deutschland sensationell die Silbermedaille gewann. „Wir waren vorher weg von der Olympia-Karte, haben 2018 ein Mords-Comeback hingelegt. Ich glaube schon, dass unser Sport seitdem mehr in den Köpfen der Leute ist“, sagt Müller.

Corona beeinflusst die Vorbereitung

Er, der als Vorsitzender der 2020 gegründeten Spielervereinigung Eishockey (SVE) die Interessen der Aktiven vertritt, bereitet sich momentan individuell in einer Nebenhalle der Kölner Lanxess-Arena vor. Auch seine Kinder, mit denen er in den vergangenen Tagen in Kassel zu Besuch bei seinem Vater war, gehen aktuell nicht in die Kita, um eine Coronainfektion bestmöglich auszuschließen.

Seine Haie haben kein Spiel mehr vor der Olympiapause – ein Vorteil gegenüber anderen Klubs wie beispielsweise den Adler Mannheim, von denen gleich sechs Akteure dem Olympiakader angehören sollen. „Es würde angesichts der vielen Coronafälle in der Liga Sinn machen, wenn die DEL schon jetzt pausieren würde. Die Liga würde von einem guten Abschneiden der Nationalmannschaft profitieren, das hat 2018 gezeigt“, bestärkt Müller die gleichlautende Mitteilung der SVE. „Wir wollen alle so viele Ligaspiele wie möglich machen – aber mit Augenmaß“, so Müller weiter.

Moritz Müller: „Bedeutet mir viel“

Die Olympischen Spiele seien schließlich für jeden Sportler etwas Besonderes: „Es kann immer das letzte Mal sein. Ich war auch erst mit 31 Jahren das erste Mal dabei.“ 2014 verpasste die deutsche Auswahl die Spiele, 2018 wurde die Silbermedaille erst durch einen Sieg im Qualifikationsturnier in Lettland möglich.

Freude bereitet dem Nordhessen, wie viele Spieler und Vereine – sogar Rivale Düsseldorf – Werbung für seine Wahl machen: „Das bedeutet mir viel und zeigt, dass man nicht nur in Köln Freunde hat. Dieses Einheitsgefühl zeichnet Eishockey aus.“ Sein Ziel für Peking ist auch klar: Eine Medaille soll wieder her. „2018 hat uns auch keiner gefragt, wie groß unsere Chancen sind“, sagt Müller. Zuerst würde er aber gern die deutsche Fahne ins Olympiastadion tragen: „Das wäre unglaublich.“

Von Björn Friedrichs

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