Drei Deutsche wollen den Titel

Einen Favoriten gibt es nicht: In der NHL beginnen die Playoffs

Da ist das Ding: Los Angeles’ Willie Mitchell stemmt den 15,5 Kilo schweren Stanley Cup in die Höhe. Foto: dpa

Das lange Warten für die nordamerikanischen Eishockeyfans hat ein Ende: Nach 82 Vorrundenspielen startet die Profiliga NHL heute in die Playoffs.

Einen klaren Favoriten gibt es nicht. „Jeder kann jeden schlagen, so hat es die Liga gewollt“, sagt Christian Ehrhoff, Verteidiger der Pittsburgh Penguins. Eines ist aber jetzt schon sicher: Es wird einen neuen Meister geben, denn Titelverteidiger Los Angeles Kings hat die Playoffs verpasst.

Die Überraschungsteams: Vor der Saison hätte wohl niemand auf die Calgary Flames gesetzt. Ein Team, bei dem seit dem Abgang von Jarome Iginla praktisch kein Star mehr spielt, hat sich als Kollektiv gefunden und ist die Riesenüberraschung. Mit einem Sieg gegen Los Angeles sicherten sich die Kanadier Anfang April die Endrundenteilnahme – die erste seit sechs Jahren.

Es war der 18. Februar, als es die Glücksfee ziemlich gut mit den Ottawa Senators meinte. Gerade hatte sich Stammtorhüter Robin Lehner verletzt, Ottawa hatte zudem 14 Punkte Rückstand auf einen Playoff-Platz. Dann kam Andrew Hammond. Der 27-Jährige hatte zuvor erst elf Minuten in der NHL gespielt, doch der Ersatz von Lehner wurde zum Glücksgriff. Nur eines von 24 Spielen verlor der 27-Jährige in der regulären Spielzeit, 20 gewann er. Dazu kommt mit Erik Karlsson der mit 66 Punkten beste Verteidiger der Liga.

Der Außenseiter: Dass die Pittsburgh Penguins ein Mal als Außenseiter in die Endrunde gehen würden, hätte sich das Team aus der Stahlstadt auch nicht träumen lassen. Trotz der beiden Superstars Evgeni Malkin und Sydney Crosby dauerte es bis zum letzten Spieltag, ehe sich die Ostamerikaner für die Playoffs qualifizierten. Grund dafür war aber auch eine unglaubliche Verletztengeschichte. Mit Christian Ehrhoff, Kris Letang und Olli Maatta fehlen die drei wichtigsten Verteidiger. Das Team steckt zudem in einer Formkrise, gewann nur vier der letzten 15 Spiele.

Die Favoriten: In New York lechzt man nach einem Titel. 21 Jahre ist es her, dass die Rangers die letzte Meisterschaft in den Big Apple brachten. Nachdem die Blauhemden im vergangen Jahr im Finale an Los Angeles scheiterten, soll es nun mit dem Titel klappen. Vieles spricht für die Rangers, die das punktbeste Team der Vorrunde waren.

Der dominanteste Spieler der Liga war in der Vorrunde nicht Crosby oder Alexander Ovechkin, sondern ein Torhüter. In einer aktuellen Umfrage wählten 20 NHL-Trainer Carey Price zum besten Spieler der Saison. Der Torhüter der Montréal Canadiens brillierte in fast jedem Spiel und ist einer der Gründe, wieso endlich wieder ein kanadisches Team als heißer Anwärter auf den Titel gilt.

Die deutschen Hoffnungen: Nur drei deutsche Spieler können sich in den Playoffs Hoffnungen machen, die begehrteste Eishockeytrophäe der Welt in die Luft zu stemmen. Für Christian Ehrhoff und Ersatztorhüter Thomas Greiss sind die Chancen mit Pittsburgh eher gering. Größere Hoffnungen darf sich dagegen Marcel Goc machen. Der 31-Jährige spielt bei den St. Louis Blues, die in der Western Conference hinter der Anaheim Ducks den zweiten Platz belegten.

Von Max Seidenfaden

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