Frankfurt-Sportdirektor Fritzmeier im Interview

Huskies gegen Löwen ist „eines der größten Derbys Deutschlands“

Franz-David Fritzmeier
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Mit Frankfurt in Kassel zu Gast: Franz-David Fritzmeier ist Sportdirektor bei den Südhessen, stand aber auch schon als Cheftrainer an der Löwen-Bande.

Derby-Zeit für die Huskies: Am Freitag trifft der Eishockey-Zweitligist zuhause auf die Löwen Frankfurt (19.30 Uhr). Wir haben vorab mit Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier gesprochen.

Herr Fritzmeier, in der vergangenen Saison hat Ihr Team in Kassel 0:7 und 1:4 verloren. Kein gutes Omen für das Spiel am Freitag, oder?
Vor allem unser erster Auftritt in Kassel war sicher nicht gut, das zweite Spiel war relativ eng. In Frankfurt sind wir als Sieger vom Eis gegangen. Aber das ist Vergangenheit und abgehakt. Für Freitag kann man nur daraus schließen, dass zwei Top-Mannschaften aufeinandertreffen.
Die Spiele von Kassel und Frankfurt sind stets von großer Rivalität geprägt. Was macht den Charakter dieses Derbys noch aus?
Es ist das Hessenderby. Zwei Traditionsmannschaften mit großer Vergangenheit treffen aufeinander. Beide Klubs sind in den vergangenen Jahren immer wieder einen ähnlichen Weg gegangen. Beide mussten leider gleichzeitig die DEL verlassen. Jetzt verfolgen beide das Ziel, schon bald wieder in die DEL zurückzukehren. Insofern gibt es viele Parallelen und klar, Kassel gegen Frankfurt ist eines der größten Derbys Deutschlands.
Die Huskies sind mit zwei Niederlagen in die neue Spielzeit gestartet. Was erwarten Sie für einen Gegner?
Dieser Auftakt hat direkt gezeigt, dass die Liga sehr eng ist und dass man überall verlieren kann. Das ist Kassel jetzt zweimal passiert, aber das Derby ist ein ganz besonderes Spiel. Da spielen zurückliegende Ergebnisse oder die Tabelle keine Rolle. Ich erwarte zwei Spitzenmannschaften, die sich einen harten Kampf liefern werden.
Anders als Kassel hat Frankfurt mit zwei Siegen einen optimalen Saisonstart hingelegt.
Nach einer nicht ganz reibungslosen Vorbereitungsphase mit einigen Corona-Fällen haben wir sicher gut begonnen. Wir haben sehr viel frischen Wind in der Mannschaft. Das Team ist richtig heiß darauf, gute Spiele abzuliefern.
Die Löwen sind das einzige Team, das in dieser Saison sportlich in die DEL aufsteigen könnte. Alle anderen Mannschaften wollen das verhindern. Ist der Druck in Frankfurt deshalb besonders hoch?
Wir haben doch positiven Druck. Der Verein hat seine Hausaufgaben im Vorhinein gemacht, sodass wir die Möglichkeit haben, Meister zu werden und gleichzeitig aufzusteigen. Es gibt sicher fünf, sechs Mannschaften, die Meister werden können. Aber wir sind den Druck in Frankfurt doch gewohnt, es ist auch intern eine ganz entspannte Stimmung. Klar wollen wir ganz oben mitspielen, aber der Aufstieg in die DEL ist kein Muss.
Zum Hessenderby könnten über 6000 Fans in die Halle strömen. Wie erleichtert sind Sie über die Zuschauer-Rückkehr?
Das macht den Profisport, vor allem aber dieses Derby, aus. Als Kassel und Frankfurt vergangene Saison aufeinandertrafen, hatte man das Gefühl, da spielen einfach nur zwei Eishockeymannschaften. Ohne Fans ist dieses Derby nicht annähernd das Gleiche. Es ist nur mit Fans ein wirkliches Derby. Deshalb freuen wir uns sehr, dass die Zuschauer zurück sind. Auch bei den ersten Spielen in unserem Stadion war schon eine riesige Stimmung. Im Hessenderby kommen dann natürlich noch einmal ganz andere Emotionen hinzu. Aber so etwas wieder erleben zu dürfen, ist einfach toll. Fans sind im Profisport ein absolutes Muss.
Welche Atmosphäre erwarten Sie in der modernisierten Kasseler Eissporthalle?
Zunächst freue ich mich, dass die Huskies den Umbau angegangen sind. Das alte Stadion ist in die Jahre gekommen und irgendwann muss man alte Dinge nun mal renovieren. Ich denke, der Atmosphäre wird der Umbau nicht geschadet haben. Es wird wie immer eine gute Stimmung sein. Ich hoffe natürlich auch auf viele Frankfurter Fans, die uns nach Kassel begleiten. Wir werden dort sicher eine fantastische Eishockey-Atmosphäre erleben, da bin ich mir ziemlich sicher. Die gibt’s beim Derby immer. (Von Pascal Spindler)

ZUR PERSON

Franz-David Fritzmeier (41) ist in Bad Tölz geboren. Der ehemalige Stürmer, der in der Saison 2001/02 auch kurzzeitig in Kassel spielte, wechselte nach dem Karriereende 2011 auf die andere Seite der Bande. Er trainierte die Füchse Duisburg und die Krefeld Pinguine, assistierte zudem als Co-Trainer der Kölner Haie. Seit 2017 ist er für die Löwen Frankfurt tätig, war dort auch schon Trainer, aktuell ist er deren Sportdirektor. Fritzmeier ist vergeben, er hat einen Sohn. 

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