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„Einfach ein Hammerspiel“

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Von: Michaela Streuff

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Kassel. Paul Geddes und Jason Meyer blickten noch während der Ehrenrunde ungläubig drein. Fast unwirklich erschien den beiden Kassel Huskies dieser Abend: der 11:0-Sieg gegen die Mainzer Wölfe, dazu 6200 ausgelassene Fans in der ausverkauften Eissporthalle, die nun auch lautstark forderten: „Wir woll’n euch tanzen sehen.“

Und die verschwitzten Eishockeyspieler ließen sich nicht lange bitten. Sie tanzten, sie feierten – sie kosteten den Moment aus.

aktualisiert um 7 Uhr

Dass sie das auch noch mit den unterlegenen Mainzern taten, machte das Ereignis noch wertvoller. Nach der Schluss-Sirene war es vorbei mit dem Spott für den Gegner. Da riefen die Fans lautstark auch nach Mainz - kein alltägliches Ereignis im Sport.

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„Das ist ein geiles Gefühl. Vor so vielen Zuschauern zu spielen, wir haben uns einfach von der Atmosphäre tragen lassen“, jubelte Stürmer Florian Böhm, der in der Kabine kurzerhand das Huskies-Trikot gegen eines seines Lieblingsklubs Borussia Dortmund eingetauscht hatte. Und Kapitän Matthias Kolodziejczak ergänzte: „So ein Spiel musst du auch erst einmal spielen. Aber wir waren gut vorbereitet, haben uns den Sieg erkämpft. Und dann legen am Ende auch noch Paul Geddes und Marc Roedger auf für Shane Tarves – was will man mehr?“ Sagte es und verschwand wieder in einer Traube aus Autogrammjägern, die nach Spielende aufs Eis gestürmt waren.

Gar nicht so einfach zu finden war auch jener Husky, der für Tarves das Tor vorbereitet und den Torreigen in der 4. Minute eröffnet hatte: Neuzugang Marc Roedger, Sohn des ehemaligen ECK-Kapitäns Peter. Erstes Spiel für die Schlittenhunde und gleich ein Tor. Dementsprechend begehrt war die Unterschrift des 23-Jährigen. Für ihn war es eine denkwürdige Partie. „Ich habe noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt. Allerdings war das eher Motivation als Belastung“, gestand er. „Ich habe mir vor dem Spiel richtig Druck gemacht. Dass ich gleich getroffen habe, hat mich gefreut. Sicher auch meine Eltern, die das Spiel in Kanada am HNA-Liveticker verfolgt haben.“

Sichtlich erleichtert wirkte Dennis Klinge. Frisch geduscht hatte er eine Stunde nach dem Spiel den vergebenen Penalty längst vergessen: „Ich bin glücklich, dass es nun vorbei ist. Am Ende hatte sich vor diesem Spiel doch ein großer Druck aufgebaut. Jeder hat erwartet, dass wir gewinnen. Jetzt können wir erst einmal durchatmen.“ Maximilian Vater gehört das Schlusswort: „Es war ein Hammerspiel. Wir haben den größten Schritt in Richtung Aufstieg gemacht.“

Von Michaela Streuff

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