Kasseler heute Abend in Bad Tölz gefordert

Huskies: Wie bei Brett Cameron die Leichtigkeit zurückkehrt

Husky Brett Cameron am Puck.
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Fokussiert: Husky Brett Cameron, doppelter Doppelpacker.

Er hat die Leichtigkeit wiedergefunden. Husky Brett Cameron hat zuletzt mit zwei Doppelpacks in Folge aufhorchen lassen. Ob er diese Mini-Serie heute Abend in Bad Tölz fortsetzt?

Er hat ein Herz für Kinder. Das wird schnell klar, wenn man Brett Cameron mit seiner Familie sieht. Wie ein dick eingepackter kleiner laufender Schneemann tapste Töchterchen Cooper (1) vor Kurzem durch den Kasseler Schnee in die Arme von Mama Dakota. Der stolze Papa postete ein Video davon in den sozialen Netzwerken.

Auch der 30 Jahre alte Stürmer der Kassel Huskies entdeckt in diesen Tagen das Kind in sich neu – und damit die Leichtigkeit des Eishockeyspiels. „Wenn du Kind bist, dann hast du einfach Spaß daran zu spielen. Erinnere dich immer daran. Denn das ist das Größte“, sagt er.

Diese Sätze erklären vielleicht am besten, warum es bei dem Kanadier wieder rund läuft. Ein Doppelpack am Donnerstag in Bayreuth, ein Doppelpack am Samstag gegen Landshut. Wenn ihm das auch heute Abend ab 19.30 Uhr im Auswärtsspiel in Bad Tölz gelingen sollte – er müsste in der Kabine vermutlich seinen Mannschaftskollegen einen ausgeben.

Der Kanadier war stark gestartet in diese DEL2-Saison, bevor eine Verletzung ihn stoppte. Danach benötigte er ein Weilchen, um wieder in Tritt zu kommen. „Es gibt solche Phasen im Sport. Dann musst du weitermachen und dich durchkämpfen“, sagt Cameron. Das hat er – und wird dafür jetzt belohnt. Zehn Tore hat er nach 23 Spielen auf dem Konto, dazu zehn Vorlagen – ein hübscher Zwischenstand für die Nummer zehn der Huskies. In einer ausgeglichenen Huskies-Offensive ist er derzeit achtbester Angreifer, was die Statistik betrifft.

Und dann ist da ja auch die Art des Jubelns, die viel über das neue Selbstvertrauen erzählt. Viermal reckte Cameron zuletzt den Arm nach oben, die Faust vermutlich zum Jubel im Handschuh geballt. Danach gab‘s jeweils Umarmungen der Mitspieler und das obligatorische Abklatschen an der Spielerbank. Schöne Bilder sind das. Ob sich da auch die Erleichterung zeigt? „Das ist das falsche Wort, eher einfach Freude. Denn ich versuche Spaß zu haben in einer tollen Mannschaft und nicht zu viel Druck auf alles zu legen.“ Außerdem liebe er das Zusammenspiel mit Clarke Breitkreuz und Eric Valentin. „Wir verstehen uns super.“

Und dann ist da ja noch dieser besondere Kniff von Trainer Tim Kehler. Eigentlich ist Brett Cameron auf der rechten Seite zuhause, schießt ebenfalls mit rechts. Doch nun gibt‘s da diese Sache mit links. Vor seinem Doppelpack in Bayreuth hatte Kehler Cameron nämlich auf die ungewohnte linke Seite beordert. Das Ergebnis ist bekannt. Und weil es so gut klappte, folgte am Samstag gegen Landshut das gleiche Spielchen. Auch dieses Ergebnis ist bekannt.

Ob er nun also dauerhaft auf die andere Seite wechselt? „Wieso nicht“, scherzt Cameron. Wahrscheinlicher aber dürfte sein, dass er einfach immer mal wieder überraschend die Flügel wechselt und als Mann für beide Seiten für die Gegner noch schwerer auszurechnen ist. Das ist eine neue Qualität Camerons. Bekannt hingegen sind andere: „Er ist ein starker Schlittschuhläufer und hat nie Furcht, direkt zum Tor zu gehen“, erklärt Coach Kehler.

Cameron aber ist einfach auch froh, der Mannschaft helfen zu können. „Wir alle geben unser Bestes, weil wir ein gemeinsames Ziel haben: die Meisterschaft.“

(Von Michaela Streuff)

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