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Bereit für die Wundertüte: Ice Cats Kassel nach Pause wieder da

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Endlich wieder auf dem Eis: Die Ice Cats Kassel starten nach langer Pause am Samstag in die Saison. Der erste Gegner in der Bezirksliga Nordrhein-Westfalen heißt Krefeld.
Endlich wieder auf dem Eis: Die Ice Cats Kassel starten nach langer Pause am Samstag in die Saison. Der erste Gegner in der Bezirksliga Nordrhein-Westfalen heißt Krefeld. © Privat/NH

Nach zwei Saisons ohne Spiele tritt das Damen-Eishockeyteam Ice Cats Kassel nun wieder an. Am Samstag stehen sie in Krefeld auf dem Eis.

Kassel – In der Saison 2019/20 standen die Ice Cats Kassel zuletzt für Partien auf dem Eis. Dann kam Corona, der Freizeitsport stand lange still. Inzwischen ist etwas Zeit vergangen – Zeit, in der die Eishockey-Damen nicht untätig waren: Spielerinnen kamen hinzu, um andere wurde es aufgrund von Familie und Job stiller. Auch das Training ging weiter, teils unter Corona-Auflagen.

So startet nun nach langer Pause eine bunt gemischte Mannschaft in das erste Spiel dieser Saison. Am Samstag gastieren die Ice Cats in der Bezirksliga Nordrhein-Westfalen bei den Crazy Cows in Krefeld.

„Die Liga ist eine Wundertüte“

„Unser Ziel ist es, auf jeden Fall nicht Letzter zu werden“, sagt Fred Pottek, Trainer der Kasseler Eishockey-Damen und seit Jahrzehnten Hallensprecher bei den Huskies. Wie die Chancen für seine Ice Cats stehen, kann er nicht sagen: „Die Liga ist eine Wundertüte.“

Zwar kennen die Nordhessinnen die ein oder andere Mannschaft schon aus vergangenen Spielen – Krefeld zum Beispiel „war immer relativ stark“ –, manche sind aber auch erst in der vorigen Saison eingestiegen, als die Ice Cats pausierten. „Dortmund und Herford haben neu angefangen. Wir hoffen, dass wir da Chancen haben“, sagt Pottek. Bei den Lady Dragons in Herford treten die Ice Cats am 3. Dezember an, nach Dortmund geht’s am 29. Januar.

Nicht der Platz in der Tabelle, sondern der Spaß steht im Vordergrund

Für Pottek und seine Frau Manuela, die als Kapitänin des Teams gemeinsam mit ihren Töchtern Laura und Leonie selbst auf dem Eis steht, spielt in der am Samstag startenden Saison jedoch nicht der Platz in der Tabelle die tragende Rolle. „Der Spaß steht im Vordergrund“, sind sich beide einig. Vor allem mit den vielen neuen Spielerinnen, zu denen auch die Pottek-Mädels gehören, müsse man erst einmal schauen, wie sich das Zusammenspiel entwickelt.

Die Pottek-Frauen: Leonie, Manuela und Laura.
Die Pottek-Frauen: Leonie, Manuela und Laura. © Privat

Dass die Familie die Leidenschaft zum Eishockey teilt, beschreibt Manuela Pottek als „coole Erfahrung: Welche Mutter kann mit ihren Töchtern schon so einen Sport gemeinsam machen?“, sagt sie stolz. Auf dem Eis gibt es durch die Blutsverwandtschaft aber keine Unterschiede. „Die beiden werden genauso gefordert, genauso zusammengefaltet und genauso gelobt“, sagt der Vater.

Das Spiel der Frauen unterscheidet sich nur leicht von dem der Männer

Wie er erklärt, unterscheidet sich das Spiel der Eishockey-Damen von dem der Männer in zwei Punkten: „Frauen sind definitiv langsamer, die Physis ist einfach anders.“ Zudem ist harter Körperkontakt verboten. Technisch gibt es aber keine großen Unterschiede. „Bei den Frauen wird vielleicht mehr mit dem Auge gearbeitet. Das ist auch nicht verkehrt“, erklärt der Trainer.

Frauen, die sich für Eishockey interessieren, gibt es definitiv, sagt Manuela Pottek. Dass es bei vielen Neuankömmlingen aber selten über ein Schnuppertraining hinausgeht, liegt ihrer Einschätzung nach an den speziellen Trainingszeiten der Ice Cats: Sonntagmorgen um 7:15 Uhr. „Wir müssen nehmen, was übrig bleibt“, sagt die Kapitänin hinsichtlich der festgelegten Eiszeiten.

Kapitänin und Gründerin wollte eigentlich nie Eishockey spielen

Dass die Ice Cats Kassel 1987 gegründet wurden, ist mehr oder weniger einem Zufall zu verdanken, wie Manuela Pottek erzählt. Die 53-Jährige, damit übrigens ältestes Teammitglied, hat damals beim ehemaligen ESG Kassel für die Eiskunstläufer Lauftraining gegeben. Dann wurde sie vom Verein angesprochen, ob sie nicht Lust hätte, Eishockey zu spielen. „Das wollte ich eigentlich nie, fand ich immer doof“, sagt die Angestellte im Öffentlichen Dienst. „Die haben mich dann so lange belabert, bis ich gesagt habe ‘Gut, ich komme mal ins Training’. Dann war’s vorbei.“ Die Leidenschaft war entfacht.

Ihre 17 und 19 Jahre alten Töchter haben quasi mit Pandemie-Beginn angefangen – und sind trotz der langen Pause dabei geblieben. Nur die Älteste, die 28-Jährige Julia Pottek, guckt lieber nur zu, wenn ihre Mutter und Schwestern den Puck übers Eis schießen. (Lea-Sophie Mollus)

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