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Eishockey-Geschichte begann auf Tennisplatz

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Kassel. Der Anfang waren nicht nur gefrorene Seen und Teiche. Der Anfang war auch ein Tennisplatz. In den 70er-Jahren ließen Helmut Spohr und Viktor Klement die Anlage im Aschrottpark fluten, wenn es kalt wurde.

Auf diesem Eis begann die Kasseler Eishockey-Geschichte. Richtig los ging es dann 1977 mit der Eröffnung der Eissporthalle, die von Simon und Edith Kimm in Betrieb genommen wurde. Am 19. Februar wurde die ESG Kassel gegründet. Seither hat die Eishockey-Gemeinde Nordhessen eine wechselvolle Geschichte erlebt mit Auf- und Abstiegen, Inhaberwechseln und immer neuen Existenzproblemen.

Nach der Pleite der ESG 1987 wurde der Nachfolgeverein EC Kassel gegründet. Konkursverwalter Martin Lepper stellte den Klub auf finanziell gesunde Beine. So ging es auch sportlich bergauf.

1994 gelang dem ECK als Zweitliga-Vizemeister die Qualifikation für die neu gegründete Deutsche Eishockey Liga (DEL). Kassels Eishockey war erstklassig - und aus dem ECK wurden die Huskies. Nach dem Aufstieg erlebte die Mannschaft erfolgreiche Jahre mit dem Höhepunkt der Vizemeisterschaft 1997.

An der Spitze der Huskies standen zu diesem Zeitpunkt Gerhard Swoboda und Manager Uli Egen, die Martin Lepper im Jahr 1995 abgelöst hatten.

1996 stand der Klub zwischenzeitlich vor dem Aus, weil mit der Hallenbetreibergesellschaft Kaspo lange kein neuer Mietvertrag zustande kommt. Erst nach zähem Ringen und gerichtlichen Auseinandersetzungen wurde schließlich verlängert. Ende des Jahres übernahm Kimm als neuer Hauptgesellschafter.

1998 kam es zum großen Knall an der Führungsspitze. Im Streit mit Kimm trat Swoboda zurück, Egen kündigte ebenfalls. Der Eishallenbesitzer hatte nun das alleinige Sagen. Als erster Schachzug gelang Kimm ein echter Coup: Neben Manager Stefan Metz holt er Hans Zach als Trainer zurück. Unter der Regie des Alpenvulkans etablierten sich die Huskies in den kommenden Jahren in der DEL-Spitze. Junge Spieler wie Daniel Kreutzer schafften aus Kassel den Sprung in die Nationalmannschaft.

Nach Zachs Abgang 2002 ging es langsam bergab. Unter Gunnar Leidborg schafften die Huskies noch einmal die Playoffs, dann aber war Schluss. 2005 gelang der Klassenerhalt nur noch am grünen Tisch, weil die in den Abstiegsspielen gegen Kassel erfolgreichen Wolfsburger keine Lizenz erhielten.

Die Zukunft des Eishockeys in Kassel war zu diesem Zeitpunkt stark gefährdet, nachdem Simon Kimm seinen Rückzug bekannt gab. Nach fieberhaftem Ringen hinter den Kulissen, an dem auch Manager Joe Gibbs beteiligt war. Die Rettung erfolgt am 13. Juli: Rainer Lippe übernahm den Klub als neuer Hauptgesellschafter. Er stieg mit den Huskies ab, aber auch wieder auf, holte mit Stephane Richer die zweite große Kasseler Trainer-Institution nach Zach.

Die finanziellen Sorgen aber wurden immer größer. In der zweiten Saison nach der DEL-Saison wuchsen Lippe die Probleme über den Kopf. Jetzt macht er den Weg frei für den neuen Hauptgesellschafter Dennis Rossing.

Von Frank Ziemke

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