19-Jährige trifft zweimal zum Sieg

Kasseler Schütz Top-Torjäger beim Vizemeister: Sein Märchen geht weiter

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Reichlich Grund zu guter Laune: Der Kasseler Justin Schütz hat einen Traumeinstand bei den Münchnern gefeiert und trägt jetzt den roten Helm des Topscorers.

Mit 19 Jahren ist Justin Schütz aus Kassel noch ganz am Anfang seiner Eishockey-Karriere. Schon jetzt ist er aber der Top-Torjäger bei Red Bull München.

Überraschende Wendungen, die ihn quasi über Nacht auf eine neue Stufe heben, die kennt er mittlerweile ja. Und das, obwohl Justin Schütz mit 19 Jahren eigentlich noch ganz am Anfang seiner Eishockey-Karriere steht: NHL-Draft am 18. Geburtstag, Einladung zum zweiten Sommer Camp am 19. Geburtstag, dazu Debüt im Nationalteam. Nun hat der Kasseler seiner Laufbahn ein weiteres Kapitel hinzugefügt, das sich gut und gern mit „Wie im Märchen“ überschreiben lässt.

Denn nach den ersten beiden Saisonspielen in der DEL trägt in der mit Stars und Nationalspielern versehenen Mannschaft einer der Jüngsten den roten Helm des Topscorers: Justin Schütz. Und nicht nur das. Sowohl beim 2:1 in Augsburg am Freitag als auch beim 3:2 im ersten Heimspiel gegen Düsseldorf am Sonntag hieß der Schütze des entscheidenden Tores Justin Schütz. Zwei Spiele, zwei Treffer, eine Vorlage – damit ist er nun die Nummer eins der teaminternen Scorerliste.

Justin Schütz: Torjäger beim EHC Red Bull München

Im Sommer hat das Sturmtalent, ausgebildet im Internat von Red Bull Salzburg, den ersten Profivertrag in der DEL unterzeichnet – beim EHC München, der ebenfalls zur Konzerngruppe gehört. Der Vizemeister hat den Angreifer zwar mit einer Förderlizenz für den Oberliga-Partner SC Riessersee ausgestattet. Doch so schnell werden die Münchner nicht daran denken, Schütz auszuleihen. Er gilt als Versprechen in die Zukunft, dem sie schon jetzt viel zutrauen.

Dafür sprach schon die Aufstellung am Freitag: Vor der Partie war Frank Mauer ausgefallen – seinen Platz im ersten Sturm an der Seite von Mark Voakes und Maximilian Kastner übernahm Schütz. In der 27. Minute traf er zum 2:1. Gegen Düsseldorf sah das ähnlich aus: Wieder Vorlage Voakes, wieder vollendete Schütz. Und das mit einer für sein Alter erstaunlichen Coolness, die er übrigens auch abseits des Eises in Interviews an den Tag legt. „Es war ein gutes Spiel. Mit unserer Leistung können wir sehr zufrieden sein“, sagte er etwa gegenüber der Münchner Abendzeitung nach dem Augsburg-Sieg. Ganz wie ein alter Hase eben.

Eishockey-Star Justin Schütz: "Wie im Märchen"

Trainer Don Jackson sprach ihm und dem 17 Jahre alten John-Jason Peterka, der gegen Düsseldorf die ersten beiden Treffer erzielt hatte, ein Sonderlob aus: „Das waren großartige Tore und ein großartiges Wochenende für die beiden Jungs.“

Nun ist Schütz also schlagartig drin im Konzert der Großen und damit der großen Aufmerksamkeit. Einfach mal anrufen geht nicht mehr. Einfach mal so in den Arm nehmen nach Spielen ebenso. Das wissen seit diesem Wochenende auch die Eltern Andrea und Torsten Schütz, die bei beiden Spielen live dabei waren. „Ich war den Tränen nahe“, sagt sie. „Das kam alles auf einmal. Wir freuen uns sehr für ihn, auch wenn er jetzt noch weniger zugänglich ist bei Spielen.“

Die Fans wollen Autogramme, die Medien Statements. „Da müssen wir uns erst einmal dran gewöhnen.“ Und: „Als er damals in Kassel angefangen hat, Eishockey zu spielen, hätten wir nie gedacht, dass es mal so endet.“ Wobei dieses vorläufige Ende in Schütz’ Karriere wohl erst der Anfang sein dürfte für weitere Kapitel mit dem Titel „Wie im Märchen“.

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