Nationalteam steigt in Top-Division auf

"Geile Woche": Kasseler Schütz und Valenti über die WM mit der U20

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Gold schmeckt gut: Die aus Kassel stammenden Eishockey-Talente Justin Schütz (links) und Yannik Valenti haben mit der deutschen U20 die B-WM gewonnen.

Sie kommen aus Kassel und gehören zu Deutschlands besten Eishockey-Talenten: Justin Schütz und Yannik Valenti. Bei der B-WM in Füssen haben sie nun mit der deutschen U20-Nationalmannschaft gewonnen.

Nach vier Jahren Zweitklassigkeit haben sie den Aufstieg in die Top-Division geschafft. 

Wie sich die Eishockeybilder doch gleichen. Februar, Pyeongchang, Olympisches Halbfinale. Als die Schlusssirene ertönt, der Sieg gegen Rekord-Olympiasieger Kanada unter Dach und Fach ist, kennen die deutschen Spieler kein Halten mehr. Die Jubelszenen sind Teil der schönsten Sportgeschichte des Jahres.

Jetzt, im Dezember, da ist alles ein paar Nummern kleiner, aber doch irgendwie sehr ähnlich. Diesmal rückt die nächste Generation in den Fokus, die U20-Nationalmannschaft. Wieder kennen deutsche Eishockeyspieler kein Halten mehr, wieder gibt’s beim Betrachten der Jubelszenen für jeden Zuschauer Gänsehaut. Es ist Samstagnachmittag, das letzte Spiel der B-WM, Gegner Frankreich ist beim 6:1 chancenlos. Als die Schlusssirene ertönt, ist es amtlich: Nach vier Jahren in der Zweitklassigkeit steigen die deutschen Talente wieder in den Kreis der Top-Nationen auf.

Mittendrin in der Jubeltraube in Schwarz-Rot-Gold sind auch zwei Kasseler: Justin Schütz und Yannik Valenti. Zwei, die bei der Eishockey-Jugend Kassel ihre Liebe zum schnellen Sport entdeckten, dort ausgebildet wurden und nun schon mit 18 Jahren zu Leistungsträgern in der U20 gehören.

„Es war eine geile Woche“, sagt Schütz, der in der Red-Bull-Akademie in Salzburg seine Karriere fortsetzt, für den Deutschen Meister München in der DEL spielt und im Sommer vom NHL-Team Florida Panthers gedraftet wurde. Im ersten Spiel gegen Österreich siegten die Deutschen im Penaltyschießen, die anderen vier Duelle gegen Norwegen, Lettland, Angstgegner Weißrussland und Frankreich waren klare Angelegenheiten. Fünf Spiele, fünf Siege – ein souveräner Durchmarsch. „Unser großes Ziel war der Aufstieg in die Top-Division. Wir sind von Spiel zu Spiel enger zusammengerückt, hatten in der Kabine eine super Stimmung“, sagt Schütz, der ebenso wie Valenti zwei Tore erzielte und als sechsfacher Vorbereiter glänzte. „Für das Nationalteam zu treffen, ist schon etwas Besonderes.“ Nur vier Stunden Zeit Schlaf blieb Schütz in der Nacht zu Sonntag, bevor es zurückging nach München. „Aber die hole ich gern nach“, verriet er und grinste.

Yannik Valenti eigentlich bei den Vancouver Giants

Ähnlich erging es Valenti, für den sich die sportliche Stippvisite in der Heimat doppelt auszahlte. Eigentlich spielt er in der kanadischen Junioren-Topliga WHL bei den Vancouver Giants. „Nach Hause zu kommen, mit der Nationalmannschaft aufzusteigen, meine Familie und Freunde wiederzusehen: Diese Reise hat sich gelohnt“, erklärte er. „Nach dem Sieg gegen Weißrussland war uns klar, dass wir mit einem Fuß drin sind in der A-Division. Es war stark, mit welcher Euphorie und Sicherheit wir dann ins letzte Spiel gegen Frankreich gegangen sind.“

2017 waren Schütz und Valenti mit der deutschen U18 noch am Aufstieg gescheitert, mit der U20, dem jungen Unterbau des Nationalteams aber, hat das nun geklappt. „Wir sind in Lettland gescheitert, nun haben wir uns gegen fast dieselbe Mannschaft für die Niederlage im letzten Jahr revanchieren können“, sagt Valenti, der sich das WM-Trikot einrahmen wird. „2018 war für das deutsche Eishockey ganz wichtig. Erst Olympia-Silber, jetzt unser Aufstieg: Wir haben der Eishockeywelt gezeigt, dass das kleine Deutschland auch ganz gut Eishockey spielen kann.“

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