Tabellendritter vor Frankfurt

Fünf Gründe, weshalb die Huskies auf der Erfolgswelle surfen

Hält Penalties – und nicht nur die: Markus Keller.

Kassel. Es gibt diese Tage, an denen schaut der Huskies-Fan besonders gern auf die Tabelle der DEL 2. Derzeit ist das der Fall, denn: Seit dem 6:2-Sieg in Riessersee stehen die Eishockeyspieler aus Kassel in der Tabelle als Dritter vor den Löwen aus Frankfurt.

Erstmals in dieser Saison. Und das, obwohl Trainer Rico Rossi sagt: „Es überrascht mich. Wir sind noch weit weg von unserem Endprodukt.“

Wir haben Gründe gesucht, warum es trotzdem schon so gut läuft.

Jeder kann mal: Die Huskies sind in dieser Saison sehr ausgeglichen besetzt. Nach gerade einmal 14 Spielen haben sich bereits 16 Spieler in die Torschützenliste eingetragen: „Als Joe Gibbs und ich die Mannschaft zusammengestellt haben, wollten wir mehr Tiefe in den Kader bekommen. Wir haben keinen einzelnen Spieler, der so hoch in der Statistik steht wie letztes Jahr Mike Collins. Aber wir haben mehrere, die treffen.“ Bisher scheint das die richtige Entscheidung. Die Huskies sind weniger ausrechenbar geworden. Und auch für die Zukunft verspricht das einiges: Gerade Leistungsträger wie Collins waren im Vorjahr am Saisonende ausgelaugt unter dem Druck der Verantwortung. Die ist nun verteilt auf deutlich mehr Schultern.

Vier gewinnt: Mike Collins, DEL2-Topscorer der Saison 2014/15 mit 88 Punkten (30 Tore, 58 Vorlagen) in 56 Spielen, war der Husky für alle Fälle. Meist war es der US-Amerikaner, der in den ganz kniffeligen Situationen gefordert war. Im Sturm gilt jetzt aber das Motto: Vier gewinnt. Taylor Carnevale (sechs Tore, 14 Vorlagen) hat im teaminternen Kampf um den Goldenen Helm des Topscorers mit Jamie MacQueen (acht Tore, zehn Vorlagen) die Nase vorn. Danach folgt Braden Pimm (neun Tore, sechs Vorlagen) und auf Rang fünf Jean-Michel Daoust (sieben Tore, sieben Vorlagen). Rossi sagt: „Sie erfüllen ihre Aufgaben. Die Ergebnisse sind gut. Aber es steckt noch mehr in ihnen.“ Das hört der Fan doch gern.

Hinten machen sie jetzt dicht: Sagen wir es mal so: Zu Saisonbeginn war die Defensive der Huskies alles andere als sattelfest. Auf mitreißende Angriffe und tolle Tore folgten allzu häufig Aussetzer in der Abwehrarbeit. Kein einziges Spiel gewannen die Huskies bislang ohne Gegentor, aber: am 18. Oktober kassierten sie beim 4:1 in Weißwasser erstmals nur einen Treffer. Der Auftakt eines Umdenkens. „Defensive ist nicht nur die Aufgabe von Torwart und Verteidigern“, erklärt Rossi. „Wenn wir die Scheibe jetzt verlieren, arbeiten wir alle, auch die Stürmer, nach hinten. Wir schaffen es, gut und stabil defensiv zu spielen und vorn fünf, sechs Tore zu schießen.“ Auch beim 5:1 gegen Freiburg und 6:2 in Riessersee sank die Gegentorquote deutlich.

Alle auf der Erfolgswelle: Nirgendwo schwimmt es sich leichter. Und so spült die Erfolgswelle derzeit auch die Huskies voran. Vier Siege mit drei Punkten gab es zuletzt, zwei makellose Wochenenden also. Von acht Spielen des Oktobers wurde nur eines – gegen Meister Bietigheim – verloren. Rossi selbst sieht die Partie gegen Rosenheim als Wendepunkt für die momentane Entwicklung. Beim 7:5 verspielten die Huskies fast eine 4:0-Führung, fanden aber doch einen Weg, den Sieg einzufahren.

Das hat ihr Selbstvertrauen deutlich gestärkt. Seither läuft es von Spiel zu Spiel etwas leichter. Die Huskies finden stets eine Antwort. Und lassen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn sie wie am Freitag gegen Freiburg mal unglücklich in Rückstand geraten. Aus dem 0:1 wird dann trotzdem ein deutliches 5:1.

Einer hält die Penaltys: Penalty gegen Frankfurt gehalten. Penalty gegen Bremerhaven gehalten. Dann Held des entscheidenden Penaltyschießens gegen die Pinguins und Garant des 6:5-Erfolgs. Im Entschärfen von Strafstößen sorgte Markus Keller gleich zu Saisonbeginn für Furore. „Markus erfüllt das, was wir von ihm erwarten“, sagt Rossi. „Er zeigt nicht nur die großen Paraden, sondern auch die kleinen, die wichtig sind. Er ist ein sicherer Rückhalt“, lobt der Trainer.

Einer steht dahinter: Okay, okay, wir haben das schon zu Beginn geschrieben. Und auch wenn Rossi sagt: „Das ist aktuell für mich nicht wichtig“ – schön ist es doch. Deshalb, auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist: Die Huskies stehen in der Tabelle jetzt erstmals vor Frankfurt!

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