Nun Kapitän in Hannover

Eishockey: Neues Glück für Alex Heinrich in Rot und Weiß

Neues Trikot: Alex Heinrich bei den Hannover Scorpions.
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Neues Trikot: Alex Heinrich bei den Hannover Scorpions.

Er trägt das C des Kapitäns, dazu die Rückennummer 78. Eigentlich sieht das Trikot von Alex Heinrich aus wie immer. Wenn da nicht die Farben wären. Statt blau-weiß ist es nun rot-weiß.

Statt Kassel spielt er Eishockey in Hannover. Statt bei seinem Heimatverein, den Huskies, geht er für die Scorpions aufs Eis. Statt DEL2 ist er eine Klasse tiefer unterwegs, in der Oberliga Nord. Eine Gemeinsamkeit aber gibt‘s doch: Sowohl sein Ex-Klub also auch sein neuer Verein grüßen Anfang Januar 2021 von der Tabellenspitze ihrer jeweiligen Ligen. Denn nach 20 Spieltagen stehen die Niedersachsen mit 16 Punkten Vorsprung vor Verfolger Tilburg auf Rang eins.

Und so langsam kommt Heinrich wieder in Schwung. Rückblick: Es ist der 8. November, als er im zweiten Saisonspiel einen Stockschlag auf die linke Hand bekommt. „Mein Zeigefinger war gebrochen, quasi verschoben“, erinnert er sich. Ausgerechnet das Stadtderby gegen die Indians hinterließ schmerzhafte Spuren. Er wurde im Kasseler Elisabeth-Krankenhaus operiert, Drähte hielten den Finger in Form. „Die sind vor zwei Wochen rausgekommen“, sagt er erleichtert. „Ein Fingerbruch hört sich immer nach einer leichten Verletzung an, aber das ist schon eine größere Sache.“

Aber da die ausgestanden ist, kann er nun wieder mitmischen bei seinem neuen Klub. Anders als bei seinen schwereren Fußverletzungen der Vergangenheit konnte Heinrich sich fithalten in den vergangenen Wochen. „Fitness war möglich, ich konnte auf dem Eis skaten, Rad fahren und Physiotherapie machen. So habe ich die Pause gut überbrückt.“ Die Scorpions führen die Liga mit nur einer Niederlage und 19 Siegen souverän an – kurios: Vor Saisonbeginn hatten viele Experten die Scorpions eher im Mittelfeld der Liga erwartet. Stattdessen sind sie nun das Maß der Dinge. Ein entscheidender Grund: „Wir haben eine coole Truppe“, sagt Heinrich, der als Kapitän und wegen seiner langjährigen Profi-Erfahrung der Mann für alle Fälle ist, Führungsspieler auch in Powerplay und Unterzahl. Viele neue Weggefährten kennt er gut. Mit Andy Reiss spielte er in Kassel zusammen, ebenso zu Oberliga-Zeiten mit Christoph Koziol. Torhüter Brett Jaeger, einst in Frankfurt unter Vertrag, war ebenso Gegner wie Jan-Niklas Pietsch, mit dem Heinrich ein weniger schönes Ereignis verbindet: 2013 war der Bad Homburger Pietsch ein Roter Teufel – und feierte mit Bad Nauheim nach dem Sieg im Playoff-Finale der Oberliga den Zweitliga-Aufstieg ausgerechnet in Kassel. Kurios: „Wir sind heute ein Verteidigerpaar. Und die einzigen Hessen in Hannover“, sagt Heinrich und lacht. „Wir haben einen Kreis von fünf, sechs Führungsspielern, wir reden extrem viel miteinander, treffen gemeinsam im Verbund mit dem Trainer viele Entscheidungen. Das ist anders als in der DEL2 und in Kassel. Insgesamt aber ist die Oberliga viel professioneller geworden als zur Zeit, als wir mit den Huskies dort gespielt haben“, sagt er.

Einziger Wermutstropfen: Weil keine Zuschauer erlaubt sind, haben ihn weder Freundin Laura noch seine Eltern mal in Hannover spielen sehen. Für Heinrich allerdings ist das der größte Preis, der Corona ihm derzeit abfordert. Denn sein Team ist bislang unbeschadet durch die Pandemie gekommen. Und so geht der Blick auch weiterhin nur nach vorn. Halten die Scorpions ihr Niveau, könnten sie als Meister der Nordstaffel gegen den Meister des Südens um den Aufstieg in die DEL2 spielen. Ein Ziel, das die Scorpions selbst durchaus vor Saisonbeginn ausgegeben haben. Kein Wunder also, dass Heinrich, der einen Jahresvertrag unterschrieben hat, sagt. „Ich bereue meine Entscheidung für die Scorpions nicht.“ (Michaela Streuff)

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