Wenn plötzlich Kanada ruft

Eishockey-Talentschau: Vancouver Giants wählen Kasseler Yannik Valenti aus

Yannik und Vater Sven Valenti. Foto: Archiv

Kassel. Es kam ganz unerwartet: Yannik Valenti, Sohn von Huskies-Dauerbrenner Sven Valenti, steht vor dem Sprung über den großen Teich.

Der 16-Jährige ist beim Nachwuchsdraft der Canadian Hockey League, dem Dachverband der drei kanadischen Juniorenligen, ausgewählt worden. Die Vancouver Giants haben einen ihrer beiden Ausländerplätze an das Talent aus Kassel vergeben. Das Besondere: Sie haben sich schon ein Jahr im Voraus die Rechte am U17-Nationalspieler für die Saison 2018/19 gesichert. Er wurde jetzt an Position 66 von 120 ausgewählt.

„Eigentlich hieß es, dass es in diesem Jahr noch gar nicht klappen wird und ich erst im kommenden Jahr für den Draft gemeldet werden sollte. Dann aber kam die Info, dass ich doch schon dabei bin. Ich war total perplex und überrascht. Jetzt bin ich natürlich richtig glücklich“, sagt Yannik. 2016 war der Kasseler zu den Jungadlern nach Mannheim gewechselt und gehört fest zur DNL-Meistermannschaft. Über internationale Scouts und Spielervermittler wurden nun die Giants auf den 16-Jährigen aufmerksam.

Er ist für sein Alter erstaunlich abgeklärt: „Es ist super, dass es so gekommen ist, eine tolle Momentaufnahme. Aber ich weiß auch: Ich muss noch viel an mir arbeiten.“ Im Mutterland des Eishockeys würde ihn eine andere Welt erwarten. „Es geht dort im Eishockey viel strukturierter zu. In Deutschland ist der Übergang von der U19 in den Profibereich viel schwerer. In Nordamerika gibt es Zwischenligen, in denen sich junge Spieler entwickeln können.“

Die Vancouver Giants spielen in der Western Hockey League (WHL). „Ich habe mich erst mal über die Stadt und den Klub erkundigt. Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht“, sagt der junge Valenti, dessen Vater sich über das unerwartete Angebot für seinen Sohn freut. Sven Valenti erklärt: „Es ist eine interessante Erfahrung für einen jungen Spieler. Es ist nicht nur ein anderes Land, sondern auch ein anderer Kontinent. Er wäre dort auf sich allein gestellt.“

Denn ein Jahr hat Yannik nun Zeit, sich für die Giants zu entscheiden. Geht er nach Kanada, wird er für Vancouver spielen. Der Draft aber ist keine feste Verpflichtung. Im September wird Yannik 17, im kommenden Sommer wäre er fast volljährig. Weitere Zeit zu reifen. „Das ist der Vorteil des frühen Drafts: Er kann sich den Schritt durch den Kopf gehen lassen und in aller Ruhe darauf vorbereiten“, sagt Vater Sven.

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