Freitag Heimspiel in der Eissporthalle, Sonntag in Weißwasser

Kassel Huskies: Erst Ehrung von vier Idolen, dann Steigerung gegen Ravensburg

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Einsatz fraglich: Verteidiger Mike Little (links), hier mit James Wisniewski.

Kassel. In der Gegenwart leben, die Vergangenheit lebendig halten: Mit einer stimmungsvollen Ehrung verdienter Ehemaliger und dem Heimspiel gegen die Towerstars aus Ravensburg beenden die Kassel Huskies am heutigen Freitag das erste Viertel der Zweitliga-Runde.

Am Sonntag dann gastieren die Eishockey-Cracks um 17 Uhr in Weißwasser bei den Lausitzer Füchsen.

Die Zeremonie

Milan Mokros, Shane Tarves, Herbert Heinrich und Matthias Kolodziejczak sind vier Urgesteine der Kasseler Eishockeygeschichte. Ihre Leistungen werden heute erneut gewürdigt: Ihre Trikots mit den Rückennummer 2, 3, 5 und 14, die seit Jahren nicht mehr neu vergeben werden, wurden in Form von Bannern in der Eissporthalle aufgehängt. Sie werden in einer feierlichen Zeremonie u. a. mit OB Christian Geselle ab 19.15 Uhr enthüllt. Ab 17 Uhr gibt das Idol-Quartett in der Championsbar bei halben Getränkepreisen Autogramme – auf neuen Minipostern.

Trikots des Quartetts hingen früher unter dem Hallendach, mussten dann aber neuen Lautsprechern weichen. Nun wird ein vielfacher Wunsch auch der Fans umgesetzt.

Die Legenden des Kasseler Eishockeys

Milan Mokros

  • Nummer: 2
  • Alter: 60
  • Huskies-Zeiten: 1991 bis ’94 in der zweiten Liga, gekrönt mit dem DEL-Aufstieg.

Zur Person: Der Deutsch-Tscheche aus Karvina kam als Bundesliga-Klasseverteidiger via Düsseldorf und Frankfurt – und blieb als Spieler, Nachwuchstrainer, Jugendleiter und Talentschmied. Auch als Trainer der ersten Mannschaft war er erfolgreich. Lebt in Kassel. Legendär: 2011 lief er im letzten Regionalligaspiel noch einmal auf – mit 53.

Shane Tarves

  • Nummer: 3

  • Alter: 63

  • Huskies-Zeiten: 1980 bis ’85, nach einem Jahr Zwangspause wegen Einbürgerung 1986 - 1992; 2010/11.

Zur Person: Nach Gary Hoag und mit Danny Coutu war der Stürmer aus Calgary der Star der ersten Jahre bei ESG und EC Kassel. Lebt in Espenau. Spielte nicht kanadisch hart, eher tschechisch filigran. 600 Tore in 517 Spielen folgten 2010/11 weitere 33 Scorerpunkte in elf Hessenliga-Spielen – mit 56.

Herbert Heinrich

  • Nummer: 5
  • Alter: 59
  • Huskies-Zeiten: 1982 - 1990 mit 342 Spielen in Oberliga und zweiter Liga.

Zur Person: Mit 20 war er der Jungspund im Deutschen Meisterteam des SC Riessersee, mit 24 kam der hünenhafte bayrische Naturbursche zur ESG Kassel. Und blieb – der Liebe wegen. Verpasst kein Spiel seiner Söhne. Lebt in Kaufungen, wo er auch als Inlinehockey-Trainer Erfolge feierte bis hin zum DM-Titel.

Matthias Kolodziejczak

  • Nummer: 14
  • Alter: 55
  • Huskies-Zeiten: 1985 bis 1991 in Oberliga und 2. Liga mit einer Pause von 20 Spielen in Nürnberg (1988), dann noch einmal Hessenliga 2010/11 bis zu einem Mittelfußbruch.
Night of Legens 2011: Matthias Kolodziejczak, Jamie Bartmann

Zur Person: Der Harzer aus Braunlage kam zum Studium nach Kassel, war auf dem Eis ein Dauerläufer und Kämpfer vor dem Herrn. Lebt in Kassel, arbeitet im Bauamt und auch er verbringt als Jugendförderer viel Zeit in der Eishalle.

Das Spiel

Trainer Rico Rossi sagt, was sich die Fans ab 19.30 Uhr auch wünschen: „Die Jungs sollen beweisen, dass der enttäuschende Auftritt gegen Bad Tölz ein Ausrutscher war, ein schwarzer Tag. Nicht mehr.“ Die Gründe seien vielfältig. Rossi führt u. a. das Fehlen von Kapitän Manuel Klinge an („als Spieler, vor allem aber als Führungsperson“), aber auch ein emotionales Problem „nach dem Auftritt gegen Meister Frankfurt dann gegen Aufsteiger Tölz“.

Rossi sehnt vor allem das herbei: Eine Steigerung, Konstanz und den Beginn einer Erfolgsserie – „damit wir spielerisch zu einer Routine finden und damit Abläufe und Laufwege selbstverständlicher werden“. Immerhin: Nach „alle Neune“ beim 5:9 gegen den SC Riessersee haben die Kasseler in den letzten drei Heimspielen nur jeweils ein Gegentor zugelassen.

Das Personal

Die Förderlizenzler Kevin Maginot und Lukas Koziol kehren aus Mannheim zurück. Klar, dass dies erneut Umstellungen der Kasseler Blöcke erzwingt bzw. ermöglicht. Verteidiger Mike Little hat noch mit den Nachwirkungen seiner Kopfverletzung aus dem Frankfurt-Spiel zu kämpfen. „Wir gehen kein Risiko ein, über seinen Einsatz wird erst kurzfristig entschieden“, sagt Trainer Rico Rossi. Fehlt Little, dann kann David Kuchejda als vierter Ausländer stürmen.

Der Gegner

Zwei Ex-Kasseler stehen im Ravensburger Kader: Torwart Jimmy Hertel (25) und Verteidiger Sören Sturm (27). Nach dem enttäuschenden zehnten Platz 2016/17 und dem Aus in den Preplayoffs gegen Freiburg (1:2) mussten neun Spieler gehen, auch Jiri Ehrenberger (62) als Trainer ist neu. Die ersten drei Auswärtsspiele wurden verloren, dann aber folgten ein 5:2 in Dresden (!) und ein 5:1 in Tölz. Die Towerstars stellen mit 111 Prozent Erfolgsquote (Überzahl 25%, Unterzahl 86%) die besten Specialteams der Liga.

Die Kartenaktion

Um für eine große, stimmungsvolle Kulisse bei Zeremonie und Spiel zu sorgen, geben die Huskies ihren Dauerkarteninhabern die Chance, eine Begleitperson zum halben Preis mitzubringen. Diese Karte gibt es nur im Fanshop Eissporthalle sowie an der Abendkasse und nur bei Vorlage des Saisontickets. Die Platzkategorie ist frei und nicht an die Dauerkarten-Kategorie gekoppelt.

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