Kassel Huskies in den DEL2-Playoffs

Erster Sieg und zwei Kästen Bier: Gelungener Huskies-Auftakt gegen Weißwasser

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Der Lohn für zwei Treffer: Doppeltorschütze Phil Hungerecker wurde nach dem ersten Viertelfinalspiel als bester Spieler des Spiels ausgezeichnet. Die ungewohnte Fracht schob er anschließend in Richtung Kabine. 

Kassel. Es war ein Auftakt ins Playoff-Viertelfinale wie ihn sich die Huskies und ihre Fans erhofft hatten: Das erste Spiel in eigener Halle entschieden die Kasseler gegen die Lausitzer Füchse mit 4:1 für sich.

Und gleich das erste Duell schrieb so seine eigenen Geschichten. Die Sache mit ...

• ... den Bierkästen: Es war ein Bild, das man auch nicht alle Tage sieht: Da musste ein Husky nach Spielende nämlich noch einmal richtig ackern. Phil Hungerecker hatte es erwischt – er schob zwei volle Bierkästen übers Eis in Richtung Spielerkabine. Wobei der Anlass ein schöner war: Gleich in seinem ersten Playoff-Spiel als DEL-2-Profi war dem 22-Jährigen ein Doppelpack gelungen, er wurde zudem als bester Spieler ausgezeichnet – und als Belohnung gab’s die Bierchen.

Sein 1:0 in Überzahl war – um im Bild zu bleiben – der Flaschenöffner (44.) für die Huskies. Dabei zahlten sich die Umstellungen aus, die Trainer Rico Rossi in der Powerplay-Formation vorgenommen hatte. Hungerecker ersetzte Adriano Carciola, Derek DeBlois wechselte von der Blauen an die Torlinie. Den freien Raum am rechten Bullykreis nutzte Hungerecker und beförderte die Scheibe in den Winkel. Sein 4:0 (58.) war eine wahre Augenweide.

Doch nicht beide Kästen Bier wanderten in die Huskies-Kabine. Eine überreichte der Doppeltorschütze einem Ordner und schickte sie in Richtung Heuboden. Es war seine Art, sich für die Sonder-Sprechchöre der Fans zu bedanken. „Die andere Kiste steht jetzt in unserer Kabine“, erklärte Hungerecker später grinsend. „Es ist natürlich schön, dass es mich getroffen hat. Aber es war heute eine sehr gute Teamleistung.“

• ... mit dem zweiten Tor: Von einem „fragwürdigen Phantomtor“ schrieb die Lausitzer Rundschau und spielte auf den zweiten Kasseler Treffer an: Adriano Carciolas Schuss war vom linken an den rechten Pfosten gesprungen. Schiedsrichter Jens Steinicke nutzte den Videobeweis und entschied auf Tor. Und diese Entscheidung ist die, die zählt. Von wegen Phantomtor also.

• ... mit dem Sarkasmus: Es war der Aufreger des Spiels: Zu Beginn des Schlussdrittels checkte Weißwassers Dominik Bohac Husky Carter Proft übel gegen die Bande und kassierte fünf Minuten plus Spieldauer.

Eine Strafe, die Füchse-Coach Hannu Järvenpää gehörig gegen den Strich ging. Anders lässt sich sein vor Sarkasmus triefender Kommentar nicht erklären: „Ich bin sehr glücklich, dass diese Nummer 15, die hart gegen den Kopf gecheckt wurde, okay ist und weiterspielen konnte. Sie haben gute Ärzte hier in Kassel.“ Bei den Worten „hart“ und „getroffen“ malte der Finne Tüddelchen in die Luft, um die Ironie zu untermalen. Huskies-Trainer Rico Rossi sah das ganz anders: „Das war ein gefährlicher, unfairer Check. Und es sind die Checks, die geahndet werden müssen. Diese Situation hätte viel schlimmer ausgehen können.“ Rossi lobte das Team der Unparteiischen vielmehr: „Endlich haben wir Playoff-Schiedsrichter gesehen, die erlauben, Playoff-Eishockey zu spielen. Sie haben nur Strafen für unfaire Checks gegeben, aber nicht für harte.“

• ... mit der Vorfreude: Nach dem Spielende flogen noch einmal die Fäuste zwischen beiden Teams. Auch einer der Schiedsrichter-Assistenten wurde im Gewühl erwischt, musste kurzzeitig behandelt werden, blieb aber letztlich unverletzt. Die Füchse verließen noch vor der Ehrung Hungereckers als bestem Spieler das Eis. Järvenpää kündigte an: „Ich kann es nicht abwarten, am Freitag in eigener Halle zu spielen.“ Die Huskies aber halten dagegen. In Hungereckers Worten klingt das dann so: „Klar, Weißwasser wird sicherlich Gas geben. Aber wir werden 60 Minuten wach sein. Denn wir wollen das 2:0 in der Serie.“

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