Huskies-Verantwortliche zur verpassten Frist

Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs: „Es ist ein Fehler passiert“

In der Eissporthalle: Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs und Paul Sinizin.
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In der Eissporthalle: Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs und Paul Sinizin.

Für ein Interview zur verpassten DEL-Frist haben wir Huskies-Geschäftsführer Joe Gibbs und Paul Sinizin getroffen.

Kassel - Halleninvestor Sinizin soll in Zukunft mit seiner kaufmännischen Expertise das Management des Eishockey-Zweitligisten unterstützen. Im Interview sprechen Gibbs und Sinizin über Fehler und Gründe zur verpassten DEL-Frist.

Woran hat es genau gelegen, dass der Termin zum Einreichen der DEL-Unterlagen verpasst wurde?
Gibbs: Es gab zu dem Zeitpunkt extrem viel auf einmal zu tun. Das war nicht nur Eishockey, sondern auch Corona, ständige PCR-Tests alle zwei Tage, die Lizenzunterlagen für DEL2 und DEL sowie der Antrag für den Aufstieg in der kommenden Saison. Das ist keine Entschuldigung, aber das hat eine große Rolle gespielt.
Wieso wurden die Unterlagen nicht früher eingereicht?
Sinizin: Wie schon mitgeteilt, es war ein Fehler. Deutlicher kann man das nicht sagen. Es ist keine einzelne Person dafür verantwortlich – das ist ein großes, weiter wachsendes Team hier mittlerweile. Da kann man über Absicht spekulieren, so viel man will. Es ist einfach ein Fehler passiert, dafür entschuldigen wir uns.
Gerüchte um eine Absicht, nicht aufsteigen zu wollen, gab es auch nach dem verlorenen DEL2-Finale...
Gibbs: Die Spieler haben nach dem Finale geweint, diese Sprüche sind Irrsinn. Warum sollten wir ständig PCR-Tests bezahlen, die pro Stück 80 Euro kosten? Warum haben wir wohl den Kader vor Saisonende noch verstärkt?
Sinizin: Alles, was jetzt auch hier in der Halle passiert, wird gemacht, um sie DEL-konform zu bekommen.
Gibbs: Und das wurde nicht erst gestern geplant, die Gespräche haben frühzeitig begonnen. Man kann nicht irgendwo anrufen und sagen, wir möchten in zwei Wochen hier Banden haben.
Sinizin: Joe und ich sind unser Leben lang Sportler. Keiner von uns verliert extra ein Spiel. Diese Gerüchte sind Schwachsinn.
In vielen Unternehmen gibt es bei solchen Fehlern Konsequenzen. Und bei den Huskies?
Gibbs: Die Konsequenz ist, dass wir nicht aufsteigen können. Wir werden kein Bauernopfer liefern, da ist man bei uns an der falschen Adresse. Wir sind ein Team. Wir machen gute Sachen zusammen, wir machen Fehler zusammen. Die Sache ist geklärt. Konsequenzen haben wir so schon genug.
Warum hat die Prüfung sechs Wochen gedauert?
Sinizin: Weil wir bis zuletzt geschaut haben, ob es noch eine Möglichkeit gibt. Man muss diese Sachen ordentlich prüfen. Sechs Wochen sind für so eine Prüfung sogar recht schnell. Wir stehen im Austausch mit der DEL – sie hat daran keinerlei Schuld.
Wie verlief denn der Dialog mit der DEL?
Gibbs: Wir hatten professionelle Gespräche. Es ist auch nicht so, dass sie uns nicht haben wollen, ganz im Gegenteil. Aber es ist halt ein Fehler passiert.
Bleiben die Huskies jetzt also mindestens zwei Jahre Zweitligist?
Gibbs: Wir spekulieren nicht über die Finanzstärke anderer Vereine. Wir werden wie jedes Jahr eine Bürgschaft hinterlegen für den Fall, dass ein DEL-Klub nicht mehr mitspielen kann oder will.
Wird in Sachen Kader jetzt gespart?
Gibbs: Wir haben mit Manu Klinge einen sehr guten Manager und wir werden eine sehr gute Mannschaft hier haben. Auch da haben wir nicht erst letzte Woche mit der Planung angefangen, wir haben eine gute Mannschaft beisammen – um nächstes Jahr oben mitzuspielen und mit dem Aufstieg im Visier.
Wurden die Spieler bei den Gesprächen informiert?
Gibbs: Wir sprechen immer offen und ehrlich mit den Spielern. Sie selbst, die Agenten und Trainer wissen Bescheid.
Worauf können sich die Fans trotzdem freuen?
Gibbs: Auf eine sehr gute Mannschaft, die angeleitet von Trainer Tim Kehler hohes Tempo gehen und attraktives Eishockey spielen wird. Das wird sich nicht ändern. Und dazu auf eine renovierte Halle, die ihren alten Charme behält.
Zum Abschluss: Wann reichen die Huskies die Unterlagen für 2022/23 ein?
Sinizin: Sehr schnell.
Gibbs: Wir werden Bescheid sagen, wenn es soweit ist.

Von Björn Friedrichs

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