„Ein Wiedersehen wäre klasse“

Ex-Husky Klaus Kathan (40) steigt mit Bad Tölz auf - lässt Zukunft aber offen

Sommer 2001: Klaus Kathan (links, 49) und Pat Mikesch (9) präsentieren die neuen Huskies-Trikots. Archivfoto:  Rosenthal/nh

Kassel/Bad Tölz. Hans Zach natürlich, aber auch Hans Rampf, Otto Schneitberger, Lenz Funk, Peter Scharf, Andi Brockmann und Toni Krinner: Die Geschichte des Eishockeys in Bad Tölz ist mit klangvollen Namen gespickt.

Der jüngste in der großen Garde des Deutschen Meisters von 1962 und 1966 ist Klaus Kathan. Inzwischen auch schon 40, aber allemal ein Idol in seiner Heimatstadt. Und einer der Garanten des Aufstiegs der Löwen in die zweite Liga jetzt.

„Die Entwicklung hier in den letzten Monaten war sensationell“, berichtet Kathan. Im Halbfinale wurde dank Kathans Toren Sonthofen (mit Ex-Husky Fabio Carciola) das zweite Überraschungsteam ausgeschaltet, am Freitag beginnt die Finalserie gegen Tilburg. Weil aber der Titelverteidiger aus den Niederlanden in Deutschland nur bis zur Oberliga mitspielen darf, haben die Tölzer schon jetzt das Aufstiegsrecht sicher und können im Sommer ausgerechnet den ewigen Rivalen Rosenheim als Absteiger in der DEL2 ersetzen.

„Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen das diesmal wirtschaftlich stemmen mit der zweiten Liga“, sagt Kathan und erinnert an 2012. „Damals wurde aus wirtschaftlichen Gründen auf den Aufstieg verzichtet, aber im nächsten Oberligajahr blieben die Zuschauer aus.“ Aktuell, so Kathan, kamen im Schnitt rund 1000 Fans in der Punktrunde, in den Playoffs aber waren 2500 Fans in der Halle. „Das Potenzial ist da, keine Frage.“

Ob Klaus Kathan allerdings selbst noch einmal die Schlittschuhe im Unterhaus schnüren wird, ist völlig offen. „Noch einmal in Kassel zu spielen, das wäre schon klasse“, sagt der Stürmer, der von 2000 bis 2002 insgesamt 130 DEL-Spiele mit den Huskies bestritt. Der Ehrgeiz, es noch einmal anzupacken, ist allemal da beim Ex-Nationalspieler, der zwischen 1994 und 2006 an elf Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen teilnahm.

„Aber die Frage ist, wie ich Sport, Familie und Beruf unter einen Hut bekommen könnte in der DEL2“, sagt Kathan, „da geht’s doch viel professioneller zu als in der Oberliga.“ Ehefrau, Sohn (10) und Tochter (6) sollen nicht zu kurz kommen, sein 40-Stunden-Job in der Verwaltung des Städtischen Krankenhauses ist auch nicht ohne. „Wir werden uns demnächst zusammensetzen und sehen, welches Paket wir schnüren können, um es hinzukriegen.“

Kammerer nach Landshut

Während Kathans Wiedersehen mit den Kasseler Fans also noch offen ist, sind bei zwei weiteren Ex-Huskies aus der Tölzer Erfolgstruppe die Würfel bereits gefallen. Trainer Axel Kammerer (52), auch ein Tölzer Urgestein aus dem benachbarten Reichersbeuern, hat bereits vor Wochen für die nächste Saison beim EV Landshut angeheuert – als Nachfolger von Interimscoach Alexander Serikow.

Und Torwart Markus Janka, für Kathan der beste Torwart der Oberliga Süd und Aufstiegsheld, macht nach dieser Saison Schluss. Mit 37.

Unabhängig davon, ob es bei den Löwen mit Kathan weitergehen wird, hat die Vorstandsriege begonnen, die wirtschaftlichen Möglichkeiten auszuloten. Um nach acht Jahren in die zweite Liga zurückkehren zu können, muss der Etat um mehr als 500 000 Euro aufgestockt werden. Was nicht leicht wird im Isarwinkel. Der Stamm der Aufstiegsmannschaft könnte selbst damit nur punktuell verstärkt werden.

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