„Wir haben nichts zu verlieren“

Ex-Husky Markus Keller startet mit Augsburg heute ins DEL-Halbfinale

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Vor drei Jahren: Markus Keller mit Freundin Satu Saarnio als DEL2-Meister in Kassel.

Ein Mann und sein Team sind im Rausch. „Es ist geil, einfach unglaublich“, sagt Ex-Husky Markus Keller. Er startet mit den Augsburger Panthern gegen Titelverteidiger München ins DEL-Halbfinale.

Am Telefon wird die Begeisterung spürbar, mit der Markus Keller am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr) ins Halbfinale starten wird. „Wir kleine Augsburger beim großen EHC München, der seit drei Jahren keine Playoff-Serie verloren hat und immer Meister wurde – das macht unglaublichen Spaß“, sagt der Panther-Torwart gestern.

Um diese Euphorie zu verstehen, helfen einige Fakten: Der 1878 gegründete AEV ist der älteste deutsche Eissportverein, hat als größten Erfolg aber „nur“ die Vizemeisterschaft 2010 zu bieten, als das Finale gegen Hannover verloren wurde. 1994 gemeinsam mit den Kassel Huskies aus der zweiten Liga zum DEL-Gründungsmitglied avanciert, haben die Schwaben in 25 Jahren nun erst zum zweiten Mal überhaupt die Playoffs erreicht, zum zweiten Mal erst das Halbfinale.

Dem entgegen steht die Münchner Erfolgsgeschichte. Erst 1998 gegründet, lebt der EHC seit 2012 von Sponsor Red Bull. Ein 13,5 Mio-Euro-Etat soll den vierten Titel in Folge garantieren. Augsburg kommt mit 5,9 Millionen aus.

Fakten, die „Krake“ Keller und Co. nicht abschrecken. „Wir haben nichts zu verlieren, schon das Halbfinale ist für uns eine Zugabe in einer perfekten Saison“, sagt der Zerberus. „Wir wollen den Favoriten ärgern und zumindest lange im Rennen bleiben.“ Ein Ziel, das realistisch erscheint. Zwar lag der Dritte in der Abschlusstabelle 23 Punkte hinter dem Zweiten aus der Landeshauptstadt und hat nur eines von vier Hauptrunden-Duellen mit München gewonnen (1:2, 0:2, 3:2, 1:4), „aber alle Spiele waren ganz eng“. Und: „Wir haben eine sensationelle Stimmung in der Kabine mit Führungsspielern wie Steffen Tölzer, Christoph Ullmann und Brady Lamb“, sagt Keller.

Was bemerkenswert ist, „denn die halbe Mannschaft ist im Sommer neu gekommen“. Auch Keller, der nach drei Jahren in seine Heimatstadt zurückwollte und dafür seinen Vertrag mit den Huskies aufkündigte. „Ich wollte heim und noch einmal in die DEL“, erklärt der 29-Jährige. Gleichwohl kam das Angebot des AEV vor genau einem Jahr überraschend. „Meine dritte Saison war die schwächste in Kassel und ich war frustriert.“

Schnee von gestern. „Ich habe den Spaß am Eishockey wieder gefunden“, sagt Keller. An Olivier Roy, dem großen Rückhalt auch im Viertelfinale gegen Düsseldorf, führt im Tor für ihn kein Weg vorbei. Glücklich ist Keller dennoch: „Vor der Saison waren 15 Einsätze mein Ziel, 20 wären top gewesen. Dann sind es sogar 21 geworden. Super.“ Und das mit einer starken Fangquote von 91,2 Prozent. „Der Trainer weiß, dass er mir vertrauen kann.“ Und vielleicht kommt Keller ja auch im Playoff noch einmal aufs Eis.

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