Viertes Finalspiel in Bietigheim

Kassel Huskies nehmen heute neuen Anlauf gegen Bietigheim: Wichtiger Spieler kehrt nach Sperre zurück

links Brett Cameron von den Kassel Huskies, rechts Torwart Jerry Kuhn
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Torwart Jerry Kuhn kann es kaum glauben: Kurz zuvor ist das 2:3 gefallen.

Die Enttäuschung bei den Kassel Huskies direkt nach Spielende war spürbar. Bei den Spielern und Trainern auf sowie neben dem Eis, bei Verantwortlichen, Verletzten und Gesperrten auf der Tribüne.

Kassel – Zehn Minuten. So viel Zeit gab Huskies-Stürmer Michi Christ sich und seinen Teamkollegen nach der ärgerlichen 2:3-Niederlage im dritten Finalspiel gegen die Bietigheim Steelers zum Nachdenken. „Dann muss es aus den Köpfen raus. Wir führen noch immer mit 2:1 in der Serie, die Welt ist nicht untergegangen. Wir fahren dahin, um es klarzumachen.“

Der Sweep und die Meisterschaft in eigener Halle waren mit dem 2:3-Treffer 37 Sekunden vor Schluss Geschichte. Die letzte Chance zum Ausgleich ließ Ryon Moser drei Sekunden vor Ende im Fallen liegen. Er scheiterte an Gästetorhüter Leon Doubrawa.

Kassel Huskies gegen Bietigheim: „Bessere Mannschaft hat gewonnen“

„Die Enttäuschung ist groß – aber auch kurz. Das sind Playoffs, wir wussten, dass es hart werden wird“, sagte Stürmer Lois Spitzner, der sich wie Christ nach dem Spiel den Fragen stellte. „Die bessere Mannschaft hat gewonnen. Bietigheim ist besser zur Scheibe gegangen, war effektiver in der Chancenverwertung und in den Zweikämpfen“, sagte Tim Kehler. „Wir müssen uns sortieren und sind dann bereit für Donnerstag.“

Nach ordentlichem ersten Drittel und der 2:1-Führung wurden die Huskies ab Drittel zwei von den Gästen in die Defensive gedrängt. „Wir haben einfache Fehler gemacht, die wir sonst nicht machen. Die gilt es nun abzustellen und es in Bietigheim besser zu machen“, sagte Spitzner. Ähnlich sah es auch Michi Christ: „Wir haben lange geführt, man muss aber deutlich sagen, dass Bietigheim sich den Sieg verdient hat. Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, vielleicht sind auch die Emotionen etwas durchgegangen.“

Kassel Huskies: Ryan Olsen kehrt im vierten Finalspiel gegen Bietigheim zurück

Waren es also Druck oder Nervosität vor einem möglichen entscheidenden dritten Sieg, der die Kassel Huskies im dritten Finalspiel gegen Bietigheim etwas lähmte? „Druck hin oder her, das macht große Teams aus. Damit müssen wir umgehen“, gab sich Christ kämpferisch. Er hat in seiner Karriere mit den Huskies bereits zwei Finalserien gewonnen und damit mehr Erfahrung als seine jüngeren Kollegen. „Vielleicht hat auch ein bisschen Nervosität mit reingespielt. Für viele ist es das erste Finale. Das hat man schon gemerkt“, sagte Spitzner, betont aber direkt hinterher: „Diese Nervosität ist jetzt weg, jeder hat jetzt sein erstes entscheidendes Finale hinter sich. Der Druck ist nicht größer, wir brauchen weiter nur einen Sieg.“

Dabei mithelfen darf heute auch wieder Ryan Olsen. Nach seiner Sperre wegen zweier Disziplinarstrafen nach harten Checks dürfte er heute in den Kader zurückkehren. „Ich war etwas überrascht, in meiner Heimat wird in den Playoffs viel härter gespielt“, sagte der Kanadier am Rande des Spiels.

Bei der 2:3-Niederlage am Dienstag saß er auf der Tribüne, lief im Schlussdrittel nervös auf und ab, durchlitt dort „das schwerste Spiel der ganzen Saison“. Heute möchte er wieder angreifen, seinen Beitrag zum Titelgewinn leisten. „Und dann werde ich Drew Bannister eine SMS senden und Vollzug melden“, sagt Olsen. Bannister war nämlich in der vergangenen Saison sein Trainer bei den San Antonio Rampage – und in Kassel 2008 der Aufstiegsheld. (Björn Friedrichs)

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