Wie schief lief und was spaß machte

Huskies ärgern sich über Pleite in Bad Tölz: Spieler fuhren im Sonderzug zurück

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Im Fokus: Huskies-Kapitän Alex Heinrich. Unscharf im Vordergrund: Verteidiger Marco Müller.

Kassel. Eine sportliche Erfolgsgeschichte sieht zwar anders aus: Mit 3:7 unterlagen die Huskies am Sonntag dem Schlusslicht der DEL2, den Tölzer Löwen. Der guten Laune der 700 im Sonderzug mitgereisten Fans tat das aber keinen Abbruch.

Gemeinsam mit der Mannschaft kamen sie gegen 4.30 Uhr am frühen Montagmorgen wieder in Kassel an. Ein Überblick über ein Auswärtsspiel der besonderen Art.

Was sportlich falsch lief

Das Fazit kann nicht gut ausfallen. „Das war ein Schlag ins Gesicht. Wir werden und müssen daraus lernen“, fand Huskies-Trainer Rico Rossi deutliche Worte. „Wir hatten nicht das mentale und körperliche Energielevel, das wir gebraucht hätten. Es war kein guter Tag für uns.“ Sinnbildlic die gleich drei Gegentore in Unterzahl – und das, obwohl die Huskies da ligaweit vorn liegen. „Da fehlte die Konzentration“, sagte Rossi.

Kapitän Alex Heinrich befand: „Wir sind nicht so richtig in Tritt gekommen. Wir wissen aber alle, dass wir es besser können. Gegen die Teams aus dem unteren Tabellendrittel tun wir uns grundsätzlich schwerer.“ Schon das 2:1 im Hinspiel in eigener Halle hatte das bewiesen. Heinrich betonte aber auch: „Es ist jetzt einmal passiert. Wir lassen keine Unruhe ins Team tragen.“

Was richtig Spaß machte

Die Fans. „Danke für diese großartige Unterstützung“, sagte Rossi. „Die Kulisse war unglaublich. Es war ein gefühltes Heimspiel. Die Fans haben Vollgas gegeben“, schwärmte Heinrich. „Es ist überragend, dass eine gegnerische Mannschaft mit 700 Fans auftaucht und für eine positive Stimmung sorgt, trotz Niederlage. Das ist für die Liga überragend“, war auch der Tölzer Coach Rick Boehm sichtlich begeistert.

Trotz der Niederlage ihrer Huskies verloren die Kasseler Anhänger zu keinem Zeitpunkt ihre gute Laune. Klar, dass die Spieler auf der gemeinsamen Rückfahrt angesichts des Ergebnisses den einen oder anderen Spruch zu hören bekamen. „Aber das war schnell abgehakt“, berichtete Heinrich. „Die meisten waren nicht sauer, sie haben es mit Humor genommen. Auf uns lastet irgendwie ein Happy-Train-Fluch.“

Organisierte den Sonderzug mit: Benne Albert vom Fanklub Society Kassel.

Ähnlich sah das auch Benne Albert vom Fanklub Society Kassel, der seit vier Jahren diese besondere Art der Auswärtsfahrt organisiert. „Bis auf die Fahrten nach Rosenheim haben die Huskies bei Sonderzug-Fahrten häufiger mal verloren. Aber es geht uns ja auch um das Drumherum, die Fahrt und die Party. Die Fans haben super mitgemacht.“ Schon um 6 Uhr waren die Mitglieder der Society am Sonntagmorgen am Bahnhof. Luden Getränke ein, gaben Tickets aus. Um 9.20 Uhr ging’s los. 550 Kilometer Fahrt in den Süden.

„In zwei Wagen war zwischenzeitlich die Heizung ausgefallen, dafür war es im Sambawagen umso voller“, erkärte Albert, dem am Tag danach noch ein wenig die Stimme fehlte. „Zu viel gesungen“, lautete die Erklärung. Bei der Rückfahrt war dann auch die Mannschaft dabei. „Es ist eine tolle Tradition, dass die Spieler dazu von Joe Gibbs und Rico Rossi die Erlaubnis bekommen. Das ist ein Riesenhighlight für die Fans. Und ich denke, auch die Spieler genießen den Kontakt. Für James Wisniewski war es allerdings ein kleiner Kulturschock. In der NHL ist er zu Spielen geflogen, in Deutschland fährt er in einem Zug mit den Fans heim. Aber ich habe es ihm erklärt und schnell gemerkt: Er fand es super.“

Fest dürfte also stehen: Auch 2018 geht der Sonderzug wieder auf Reisen. Vielleicht gewinnen dann die Huskies ja auch.

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