Jan Pantkowski: Knieoperationen stoppen junges Eishockeytalent, jetzt ist er Trainer bei der EJK

Mit 24 fast schon ein alter Hase

Mit den Bambinis: Jan Pantkowski (hinten) trainiert die EJK-Talente um Nikita Abramov, Fionn Menken, Alexander Pankraz, Linus Wenzel, Nick Lunin und Niklas Kube (von links). Foto:  Schachtschneider

Kassel. Ein Leben ohne Eishockey? Jan Pantkowski hat es versucht. Als Dreizehnjähriger ging er als eines der größten Talente der Eishockey-Jugend Kassel (EJK) nach Berlin ins Eishockeyinternat. Drei Jahre spielte er für die Eisbären Juniors, dann bei den Jungadlern Mannheim, war dabei, den Sprung zum Profi zu schaffen. Doch drei Knieoperationen im Alter zwischen 17 und 21 Jahren verhinderten den Traum schließlich. „Ein halbes Jahr bin ich dann jeder Eishalle fern geblieben“, erinnert sich der heute 24-Jährige.

Doch die Leidenschaft siegte. Seit seinem achten Lebensjahr stand Pantkowski auf dem Eis, sobald sein sechs Jahre jüngerer Bruder soweit war, wurde die Wohnung der Eltern zum Trainingsplatz umfunktioniert. Heute spielt Mirko mit Förderlizenz für die Kassel Huskies in der DEL2. „Ich bin unglaublich stolz auf ihn“, sagt Jan über den jüngeren Bruder. Dass Mirko nun seinen Traum lebt, mache ihn weder eifersüchtig noch traurig, sagt Jan. Im Gegenteil. „Ich bin bei jedem Spiel dabei und versuche, ihn weiterzubringen.“

Seit gut einem Jahr hat Jan Pantkowski als Trainer der EJK seine neue Position in der Eishockeywelt gefunden. Bei Jürgen Trattner assistierte er zunächst ehrenamtlich in der Betreuung der DNLII-Mannschaft. „Anfangs hat er mich gefragt, was mir auffällt. Nach ein paar Spielen durfte ich dann selbst was zu den Jungs sagen“, erzählt der Fan von Borussia Dortmund. Im Sommer 2016 bestand Pantkowski seine C-Trainer-Lizenz mit 2,0. „Diese Note berechtigt mich, auch den B-Schein zu machen“, sagt er. Zwar studiert er aktuell Wirtschaftsingenieurwesen an der Uni Kassel. Aber er würde auch gern eine Trainer-Karriere einschlagen. Momentan betreut er die Bambini der EJK. „Das ist etwas ganz anderes als bei den Älteren. Ich muss genau überlegen, was ich sage und mich gut vorbereiten, damit sich die Kinder spielerisch weiterentwickeln“, so Pantkowski, der später gern in den Leistungsbereich gehen würde. Gute Ideen hat er auch für den Nachwuchs: er rief das Kindergartenprojekt ins Leben, bei dem die EJK mit verschiedenen Kitas kooperiert, um neuen Nachwuchs zu finden. Er klopfte bei Huskies-Manager Joe Gibbs an, um Spiele der Kleinsten in den Drittelpausen der Huskies zu organisieren. Außerdem warb er dafür, dass einmal in der Woche jeweils zwei DEL2-Spieler beim Bambini-Training mitmachen. „Vorbilder sind wichtig für Kinder“, weiß er aus Erfahrung.

Er hat sich bei all seinen Trainern etwas abgeschaut: Von Ralf Beutler und Milan Mokros in Kassel über DDR-Rekordnationalspieler Dietmar Peters und Andres Gensel in Berlin, Helmut de Raaf in Mannheim, Christof Kreutzer in Düsseldorf und Jesse Panek in Ratingen. Diese Liste ließe sich um weitere Namen ergänzen. Ihm haben auch die Sportpsychologie-Seminare während der Trainerausbildung gefallen. „Ich mache mir sehr viele Gedanken über Siege und Niederlagen“, sagt Pantkowski, der mit 24 Jahren schon wie ein alter Hase klingt. Ein Leben ohne Eishockey ist für ihn eben nicht vorstellbar.

Von Carina Wagener

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