Husky über Angst, Spaß und die Eishockeyfamilie

Huskies-Kapitän Heinrich im Interview: "Es fehlt alles, wofür wir in Kassel stehen"

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Derzeit fällt auch alles schwer: Huskies-Kapitän Alexander Heinrich.

Kassel. Alexander Heinrich ist ein Husky durch und durch. Er ist ein Kasseler Junge. Er ist der Kapitän seit Manuel Klinges Ausfall. Und mit 30 Jahren ist er ein Routinier im Eishockeyteam. Viele Gründe, mit ihm über die prekäre Lage zu sprechen.

Das sagt Alex Heinrich über ...

Die Angst zu verlieren

"Wir können nicht umsetzen, was wir uns vornehmen. Natürlich wollen wir einfach spielen und alles reinhauen, was wir haben. Wollen in der Defensive nichts riskieren. Aber dann kassieren wir ein Gegentor und brechen – zumindest zeitweise – auseinander. Rico Rossi hat recht: Wir haben mehr Angst, schon wieder zu verlieren, als Hoffnung, jedes Spiel zu gewinnen."

Den Spaß am Spiel

„Mit dem Selbstvertrauen sind auch der Spaß und das Lachen verloren gegangen. Auch im Training. Es fehlen einfach die Ergebnisse und die kleinsten Erfolgserlebnisse.“

James Wisniewski

„Mit „Wiz“ hatten wir einen tollen Spieler in der Truppe, von dem jeder von uns etwas lernen konnte. Aber es war in dieser Zeit auch einiges los im Team und um uns herum. Vielleicht tut es uns als Mannschaft auch ganz gut, wenn jetzt wieder etwas mehr Ruhe einkehrt und sich jeder besser auf sich konzentrieren kann.“

Die Stimmung

„Seit dem DEL-Crash 2010 ging es im Kasseler Eishockey von ganz unten stets bergauf. Wer hat damals ernsthaft damit rechnen können, dass wir ab 2014 in der zweiten Liga sofort so erfolgreich sein werden? Als Neuling sogleich ins Viertelfinale, dann Meister und Halbfinale – das hat natürlich die Erwartungen immens in die Höhe getrieben. Und jetzt, da es zum ersten Mal nicht mehr so richtig rund läuft, haben wir eine Negativstimmung, die ich so in Kassel eigentlich noch nie erlebt habe.“

Die Fans

„Ich verstehe die Fans, klar, schließlich spiele ich selbst ja auch keine gute Saison. Aber derzeit ist es echt krass. Dabei brauchen wir gerade jetzt jede Unterstützung, jeden, der Mut macht. Wir werden die Trendwende nur gemeinsam schaffen können. Noch einmal: Wir haben die besten Fans der Liga. Aber derzeit haben es die gegnerischen Mannschaften in der Kasseler Eissporthalle viel zu leicht gegen uns und gegen unsere Fans. Es fehlt alles, wofür wir seit vielen Jahren bei den Huskies stehen – Teamgeist, Kampf und der letzte Wille auf dem Eis, aber auch die bedingungslose Unterstützung von den Rängen und der Zusammenhalt der Kasseler Eishockeyfamilie.“

Den Teamgeist

„Wir wissen, dass wir als Team ganz schnell wieder eng zusammenrücken müssen. Deshalb haben wir am Sonntag im Irish Pub gemeinsam den Superbowl geguckt. Am Dienstagabend gehen wir nach dem Training zusammen Kartfahren. Und mit Phil Hungerecker kommt nicht nur ein Spieler mit Klasse und viel Selbstvertrauen zurück, sondern auch einer, dessen Unbekümmertheit und gute Laune uns in der Kabine gut tun werden, auch wenn er noch so jung ist. So wie Mirko Pantkowski im Herbst. So wie Handballer Johannes Golla bei der MT Melsungen in der vergangenen Saison.“

Die Perspektive

„Jedem hier ist doch klar, dass wir in einer solchen Verfassung nicht in die Playoffs gehen dürfen. Aber es sind vorher noch neun Hauptrundenspiele. Und wenn wir schnell zur nötigen Lockerheit zurückfinden, können wir es noch weit bringen – auch wenn unsere Auftritte derzeit nicht danach aussehen. Wir sind immerhin Tabellenvierter, die Ausgangslage ist also viel besser als die aktuelle Stimmung. Eine Trendwende ist drin, wir haben gezeigt, was wir können. Doch es muss dringend eine kleine Serie an Erfolgserlebnissen her. Und es muss der Funke wieder überspringen vom Eis auf die Tribüne oder umgekehrt.“

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