Kassel Huskies gegen Löwen Frankfurt

Fragen und Antworten vor dem Playoff-Schlager: Ein Derby, das Fans elektrisiert

Gegen Ravensburg sind die Huskies ausgerutscht: Hier Braden Pimm gegen Kilian Keller vor Jamie MacQueen (von links). Nun aber geht’s gegen Frankfurt. Foto:  Fischer

Kassel. Nach der Hauptrunde ist vor den Playoffs. Das Viertelfinale der Kassel Huskies gegen die Löwen Frankfurt ab 11. März elektrisiert die Fans, nicht nur in der zweiten Eishockey-Liga.

Da wird über die verpasste Chance auf Rang drei am Dienstag noch diskutiert, vor allem aber über die Erfolgschancen spekuliert. Viele Fragen, aber auch Antworten – hier eine erste Auswahl:

Warum haben die Huskies den dritten Platz verpasst?

In letzter Konsequenz aufgrund ihrer schwachen Chancenverwertung. Denn einmal mehr hatten sie am Dienstag auch gegen Ravensburg genügend gute Gelegenheiten, die Partie in 60 Minuten für sich zu entscheiden. Druckvoller hatten sie agiert als in den letzten Spielen, mit mehr Biss, mehr Tempo und mehr Präsenz. Den K.o. kassierten sie dann in Unterzahl, als Jean-Michel Daoust eine fragwürdie Strafe kassiert hatte. Was Trainer Rico Rossi in Rage brachte: „Es ist schade, dass nicht die Spieler die Partie und den Kampf um Rang drei entschieden haben.“

Nun also ein Viertelfinale gegen Frankfurt. Wer ist Favorit?

Für die Huskies sprechen in erster Linie der unbändige Wille, der Blick auf die Tabelle und der Heimvorteil, ihr Plus bei den Toren (201:181), die Treffsicherheit von Torschützenkönig Jamie MacQueen (37), das etwas bessere Unterzahlspiel (84,7:81,8 Prozent).

Was spricht eher für Frankfurt?

Die aktuelle Form. Die Löwen haben 10 der letzten 15 Spiele gewonnen, die Huskies nur sechs von 14. Außerdem: Die deutlich bessere Abwehr (146:164 Gegentore), die bessere Fangquote von Torwart Tyler Plante gegenüber Markus Keller (91,94:90,73%), das bessere Powerplay (23,7:19,3%). Huskies-Manager Joe Gibbs sagt: „Vor der Saison wurde Frankfurt als Titelkandidat hoch gewettet. Und jeder weiß, dass die Truppe besser ist als Platz fünf. Wenn sie also zeigt, was sie kann, dann sind wir Außenseiter in diesem tollen Derby.“

Wie sind die bisherigen vier Saisonduelle verlaufen?

Schlecht aus Kasseler Sicht angesichts von 3:9 Punkten und 12:18 Toren. Denn außer einem 4:3-Heimsieg nach Penaltys gab’s nur Niederlagen. Daheim mit 1:3, am Main mit 1:4 und 6:7 (nach 2:6) in der Verlängerung.

Was bedeutet der so genannte Heimvorteil?

Die Kasseler haben Heimrecht an allen ungeraden Spieltagen. Also auch in einem siebten und dann entscheidenden Duell – sofern es dazu kommt und nicht ein Team schon vorher die nötigen vier Erfolge eingefahren hat. Oder, simpel gesagt: Frankfurt muss mindestens einmal in Kassel gewinnen zum Weiterkommen.

Waren die Huskies in der   Hauptrunde besser oder schlechter als im Vorjahr?

Mit 92 Punkten haben sie das sensationelle Abschneiden der Premierensaison nur um fünf Zähler verfehlt. Für die Wiederholung von Rang drei fehlte nur ein Tor ...

Was sorgt dennoch für Diskussionen bei den Fans?

Trotz des guten Abschneidens steht Trainer Rico Rossi in der Kritik. Die Truppe sei aufgrund vieler Umstellungen nicht eingespielt. Das Ziel, dass jeder mit jedem harmonieren soll, sei nicht erreicht worden. Trotz der größeren Breite im Kader seien wie vor einem Jahr die Leistungsträger überspielt und erschöpft.

Gibt es weitere Knüller in den K.o-Runden der Liga?

Ja. In den Preplayoffs, in denen es ab Freitag um die beiden letzten Viertelfinal-Plätze geht, kommt es tatsächlich zu zwei weiteren Derbys im Osten und Süden. Dresden gegen Crimmitschau und Rosenheim gegen Riessersee – auch da ist viel Feuer drin.

Das sagen die Trainer:

Rico Rossi: Einfach fantastisch

„Fantastisch. Auf dieses Duell freut sich jeder Eishockey-Fan in Kassel, in Frankfurt und weit darüber hinaus. Es gibt derzeit keine bessere, aufregendere Serie im deutschen Eishockey. Wir haben Respekt, natürlich. Aber wird sind auch optimistisch. Wie immer.“

Rich Chernomaz: Das ist großartig

„Für unseren Klub und unsere Fans ist das natürlich großartig. Es wird eine emotionale Serie. Für mich als Coach ist gleich, wer der Gegner ist. Denn wir müssen uns als Team auf jeden Gegner einstellen können, und nur als Team kommen wir auch erfolgreich durch.“

Das sagen die Kapitäne

Manuel Klinge: Wollen alle schlagen

„Wir wissen, was uns erwartet. Wir haben uns in dieser Saison schwer getan mit den Löwen, aber das motiviert uns jetzt nur noch mehr. Wir wollen Meister werden, wollen alle Gegner schlagen. Und wir wollen bereit sein für einen offenen Schlagabtausch.“

Patrick Vogl: Mehr geht nicht

„Für beide Klubs und beide Fan-Lager hätte es doch nicht besser kommen können als mit diesem Derby. Wir können uns auf eine großartige Stimmung freuen, die in beiden Hallen herrschen wird. Playoffs und dieses Hessenderby, mehr geht nicht!“

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