Experte Fabian Dahlem vergleicht

Der Teamvergleich: Huskies und Löwen vor dem Viertelfinal-Auftakt im Formcheck

Heilbronn. Einen Tag vor dem Start in den Viertelfinal-Knüller der zweiten Eishockey-Liga am Freitag um 19.30 Uhr in der Kasseler Eissporthalle wagen wir den Formcheck:

Wo sind die Stärken und Schwächen der Huskies und der Löwen Frankfurt? Unseren Teamvergleich besorgt ein Fachmann: Fabian Dahlem. Seine Prognose: „Die Frankfurter haben leichte Vorteile. Aber in diesem Hessenderby ist alles drin. Es wird aufregend und ich wäre gern als Fan dabei.“

Aktuelle Form

Es scheint, als wäre Frankfurt nach einigen Turbulenzen und Schwächen rechtzeitig zu den Playoffs als Team zusammengerückt und in Form. Die Huskies waren im Dezember stärker als jetzt. Der Heimvorteil zählt in diesem Derby nicht viel, das haben beide Seiten in der Vergangenheit oft bewiesen. Und: Die Löwen haben drei von vier Derbys in der Saison gewonnen, das gibt Selbstvertrauen. Vorteil: Frankfurt

Die Fans

Die Unterstützung für beide Teams ist riesig, die Hallen werden voll sein. Aber in Kassel ist mehr los, es ist viel lauter und die Fans sind enthusiastischer. Vorteil: Kassel

Über- und Unterzahl

Das Frankfurter Powerplay ist beeindruckend und schwer zu verteidigen, weil viele Schüsse zu blocken sind. Da ist Kassel leichter auszurechnen, weil viel auf Jamie MacQueen zugeschnitten ist. In Unterzahl dagegen sind die Huskies erstklassig, weil super organisiert und bissig. Urteil: Ausgeglichen

DIe Teams / Strategie

Beide Mannschaften sind offensiv ausgerichtet, das kann ein offener Schlagabtausch werden und ein tolles Spektakel. Die Frage ist: Wer schafft den Spagat zwischen starker Abwehr und Angriffswucht am besten, wer ist so kompakt defensiv, dass die Durchschlagskraft des Gegners schwindet? Urteil: Ausgeglichen

Die Torhüter

Mit Tyler Plante ist den Löwen ein Glücksgriff gelungen, er ist bei der Fangquote nicht zufällig die Nummer eins der Liga. Aber Kassels Markus Keller ist ehrgeizig und gut, ihm ist viel zuzutrauen, wenn er heiß ist und in einen Playoff-Rausch findet. Dennoch sage ich: Leichter Vorteil: Frankfurt

Die Abwehr

Mit Sören Sturm und Mike Little haben die Huskies an der Blauen Linie ganz starke Leute, auch Alex Heinrich und Sven Valenti haben einen guten Schuss. Aber wenn’s ums Toreverhindern geht, dann ist Frankfurt klar im Plus. Große, kräftige Verteidiger räumen am eigenen Kasten entschlossener auf und machen den Laden dicht. Vorteil: Frankfurt

Der Angriff

Der Ausfall von Stefan Chaput trifft die Löwen hart, sie haben nur zwei offensiv starke Reihen. Richard Mueller lebt von seinem Tempo, kann aber in der neutralen Zone schon entscheidend gestoppt werden. Die Breitkreuz-Brüder bringen Physis ins Spiel. Den Huskies fehlen mit Michi Christ und Justin Kirsch zwei wichtige Leute in Bezug auf die Tiefe im Kader. Dennoch sind sie in der Breite besser besetzt. Jamie MacQueen ist ein Topmann, der jedes Spiel entscheiden kann. Aber auch Manu Klinge, Jean-Michel Daoust und Thomas Merl sind zu allem fähig. Die dritte, vielleicht sogar die vierte Reihe können für die Huskies den Unterschied machen. Vorteil: Kassel

Die Trainer

Ich mag den Rico Rossi und wünsche ihm von Herzen, dass er in Kassel endlich seinen Erstrunden-Fluch los wird. Er riskiert eben gern mal etwas mit offensivem Spiel. Rich Chernomaz dagegen war schon DEL-Meister mit Köln und Frankfurt, er ist ein alter Haudegen, laut, energisch und erfahrener, seine Teams treten entschlossen und hart auf bis an die Grenze des Erlaubten. Das zeigt oft Wirkung beim Gegner. Vorteil: Frankfurt

Dahlems Prognose

Die Huskies sind leichter Außenseiter. Aber das muss kein Nachteil sein. Im sechsten oder siebten Spiel wird der Wille entscheiden und die Bereitschaft, den physisch, kämpferisch höheren Preis fürs Weiterkommen zu zahlen.

Aufgezeichnet von Gerald Schaumburg

Hintergrund: 4000 Karten sind verkauft

Natürlich hoffen die Huskies am Freitag um 19.30 Uhr zum ersten Spiel gegen die Frankfurter Löwen auf ein volles Haus. Gestern Mittag waren knapp 4000 Eintrittskarten verkauft, wie Pressesprecher Max Seidenfaden berichtete.

Sitzplatztickets werden langsam rar (ca. 200), Stehplatz-Karten aber gibt es noch reichlich. Im Vorverkauf und voraussichtlich auch am Freitag noch ab 18 Uhr in der Eissporthalle an der Tageskasse.

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