Interview zu Fanrückkehr und Aufstiegsregel

DEL-Torhüter Markus Keller: „Für die Spannung ist es top“

Markus Keller, Torhüter der Augsburger Panther.
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Markus Keller, Torhüter der Augsburger Panther.

Markus Keller, Torwart der Augsburger Panther und früher bei den Kassel Huskies, erzählt im Interview, wie er die Situation in der DEL wahrnimmt – und was die Fans bewirken können.

Fünf Spieltage sind in der Deutschen Eishockey-Liga absolviert. In der DEL ist die Freude groß, dass die Fans wieder in die Hallen dürfen. Andererseits geht bei vielen Vereinen auch die Angst vor dem erstmals wieder möglichen Abstieg um.

Die Augsburger Panther sind aktuell Elfter. Geht bei Ihnen schon die Abstiegsangst um?
Nein, das würde ich nicht sagen. Wir haben eine gute Truppe und zwei neue Trainer, das muss sich erst finden. Von den vier Spielen, die wir bisher hatten, hätten wir dreimal als Sieger vom Eis gehen können. Ich denke, wir können ein gutes Wort mitsprechen um die Top-Ten.
Nach drei Niederlagen haben Sie bei Aufsteiger Bietigheim den ersten Sieg geholt. Wie stark ist der Aufsteiger, wie groß der Sprung von der DEL2 in die DEL?
Der Sprung ist schon sehr groß. Man muss auch bedenken, dass Bietigheim erst Ende Mai DEL2-Meister geworden ist. Da war der Markt deutscher Spieler schon leer gefegt. Wo soll man da noch DEL-Spieler herbekommen? Bietigheim kommt daher über den Kampf. Die Ausländer von Bietigheim, die mit aufgestiegen sind, sind keine schlechten. Evan Jaspers macht einen guten Eindruck, Matt McKnight war jahrelang der beste Spieler in der DEL2. Es ist schade, dass er erst mit 37 Jahren in die DEL kommt.
Die Meinungen zur Wiedereinführung von Auf- und Abstieg gehen in der Liga auseinander.
Ich bin ein bisschen gespalten. Für die Spannung ist es natürlich top, dass es Auf- und Absteiger gibt. Aber die Situation, dass nur Frankfurt aufsteigen könnte, wenn sie denn Meister werden, macht für mich keinen Sinn. Es sollte der Verein aufsteigen, der auch die beste Mannschaft ist. Für einen kleineren DEL-Klub ist ein Abstieg finanziell wohl eher machbar. Aber wenn doch mal ein großer Klub unten reinrutscht, kann es sein, dass es dort gewaltige Probleme gibt. Köln ist beispielsweise eine Großstadt mit einer riesigen Arena. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie viele Zuschauer hätten in der Zweiten Liga.
Krefeld hat schon den Trainer entlassen. Sind die Vereine dieses Jahr nervöser?
Das glaub ich eigentlich nicht, dafür ist es auch noch zu früh in der Saison. Aus Krefeld hört man aber ja schon seit zwei, drei Jahren von Unruhe – sportlich und neben dem Eis. Ich denke, bei den anderen Klubs ist das anders. Wir in Augsburg wollen als Gründungsmitglied auch unbedingt in der DEL bleiben, aber aus Stress wird bestimmt nicht gehandelt.
Zählen kann Augsburg auf seine Fans, die endlich wieder in die Stadien dürfen. Wie haben sich die ersten Spiele angefühlt?
Man kommt auf das Eis und es ist wieder richtig viel los. Beim ersten Heimspiel hatten wir mehr als 4700 Zuschauer, das war schon wieder geil. Das macht schon viel mehr Spaß als letztes Jahr, wenn es im Stadion wieder laut ist. Es ist ein schönes Erlebnis und ich hoffe, dass sich die Regularien für die Fans bald wieder auflockern. Bei uns in Bayern darf man aktuell nur mit Maske und ohne Alkohol in die Halle.
Was sagen die Fans dazu?
95 Prozent der Leute, mit denen ich gesprochen habe, sind einfach nur glücklich, dass sie wieder in die Halle kommen dürfen. Denen ist es relativ wurscht, dass es bei uns noch mit härteren Regeln verbunden ist als anderswo. Ich bin positiv überrascht, wie gut die Maskenpflicht eingehalten wird, ohne dass ständig kontrolliert werden muss. Das finde ich toll.
Sorgen die Fans für einen Heimvorteil?
Sie sind auf jeden Fall ein Vorteil. Unterstützung, Stimmung und Emotionen sind zurück im Stadion – da greift vielleicht auch der eine oder andere Schiedsrichter schneller zur Pfeife. (lacht) Das ist auf jeden Fall ein Vorteil.
Was ist Ihr persönliches Ziel für die Saison?
Mit der Mannschaft die Top-Ten und die Playoffs zu erreichen, ist unser Anspruch. Ich möchte viel spielen und gesund bleiben.

Zur Person

Markus Keller (32) ist gebürtiger Augsburger, hat dort das Eishockeyspielen erlernt. Zwischen 2015 und 2018 stand er bei den Kassel Huskies im Tor, wurde 2016 mit dem Eishockey-Zweitligisten DEL2-Meister. Seit 2018 ist er zurück bei den Augsburger Panthern und teilt sich dort die Spielzeit mit Oliver Roy. Keller ist vergeben und hat eine Tochter.

Von Björn Friedrichs

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