Fünftes Duell zwischen Kassel und Bietigheim Steelers

Für die Huskies geht es heute um alles

Konzentriert: Die Huskies vor dem Spielbeginn in Bietigheim. Fokussiert müssen sie es heute angehen. Es geht um alles.
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Konzentriert: Die Huskies vor dem Spielbeginn in Bietigheim. Fokussiert müssen sie es heute angehen. Es geht um alles.

Heute um 17 Uhr beginnt das letzte, das wichtigste Spiel der Eishockey-Saison. Zwischen den Kassel Huskies und den Bietigheim Steelers entscheidet sich der Aufstieg in die DEL.

Kassel - Es ist das Herzschlagfinale, das sich alle gern erspart hätten: Nach dem 1,5-Sekunden-Schock von Bietigheim treffen die Huskies und die Steelers heute um 17 Uhr in Kassels Eissporthalle zum fünften Mal aufeinander. Es steht 2:2 in der Serie. Es geht um den Titel in der DEL 2. Es geht um den Aufstieg in die DEL. Um die Chance, erstklassig zu sein. Es geht einfach um alles. Wir haben die Punkte zusammengestellt, auf die sich die Huskies heute besinnen müssen, damit sie nach zwei Niederlagen die Wende schaffen zum Triumph:

Was gut läuft

Die Special Teams: Das Spiel in Über- und Unterzahl bewerteten Experten wie Franz Fritzmeier als Pluspunkt für Bietigheim. Trotz der bitteren 4:5-Niederlage am Donnerstag war davon nichts zu sehen. Drei Unterzahl-Situationen überstanden die Kasseler sehr konzentriert, sehr souverän.  Das Führungstor zum 3:2 durch den zweifachen Torschützen Ryan Olsen erzielten sie bei einer ihrer zwei Überzahl-Situationen.

Die Rückkehr-Qualität: Sie lagen im ersten Drittel schnell 0:2 hinten, gerieten im Schlussabschnitt erneut 3:4 in Rückstand – doch die Huskies kamen stets zurück. Olsen sorgte kurz vor der ersten Pause mit dem 1:2 für Hoffnung, Philippe Cornet schaffte in der 25. Minute den Ausgleich. Im Schlussdrittel war es dann Lukas Laub, der mit einem Traumtor das 4:4 erzielte. Die Moral also stimmt. Das kann heute ein entscheidender Faktor werden.

Der Torhüter: Wackelte Jerry Kuhn im Viertelfinale gegen Heilbronn noch leicht, ist er spätestens im Finale ein starker Rückhalt. Mit 324 Schüssen bekam Kuhn die meisten aller Torhüter in den Playoffs auf sein Tor, 90,74 Prozent davon parierte er. In den vier Finalspielen lag seine Quote sogar bei 93,35 Prozent und damit über seiner schon starken Hauptrundenquote (93,16). Sein Gegenüber Leon Doubrawa hielt in den Playoffs 88,4 Prozent.

Der breite Kader: Trainer Tim Kehler hat die Qual der Wahl. Blickt man zurück zum Ende der Hauptrunde, ist das eine gute Nachricht. Schließlich war da gleich ein Dutzend Leistungsträger verletzt, der Kader der Huskies stark ausgedünnt. Am Donnerstag ersetzte Kehler überraschend Urgestein Michi Christ durch Tim Lucca Krüger. Die Mannschaft stellt sich nicht von selbst auf, es zählt Leistung. Solche Möglichkeiten hat Bietigheim nicht.

Was besser laufen muss

Die unkonzentrierten Momente: Fast 50 der 60 Spielminuten waren die Huskies zumindest gleichwertig, im zweiten Drittel auch besser als Bietigheim. In den ersten fünf Minuten des ersten und des dritten Drittels aber kassierten sie vier Gegentore. Auch, weil sie irgendwie nachlässig und unaufmerksam verteidigten. Da zeigte dann auch der ansonsten starke Rückhalt Jerry Kuhn Schwächen. Die Tore der Gastgeber fielen zudem nach sehr ähnlichem Muster. Der Puck wanderte hinter das Tor und dann zurück vor den Kasten, wo die Steelers dann meist sehr viel Platz hatten für den Torschuss.

Die Direktheit beim Abschluss: Der direkte Zug zum Tor ging den Huskies zuletzt etwas ab. Während Bietigheim die Scheibe oft Richtung Tor bringt und nachgeht, verspielten die Huskies nicht selten Chancen, weil sie einen Schlenker zu viel machten. In Spiel fünf könnte eine einfache und konsequente Spielweise entscheidend sein. Das hat in den ersten beiden Spielen ja auch geklappt. Nur wer auf das Tor schießt, kann treffen.

Die letzten Sekunden: Das tat schon weh, was die Huskies in den Spielen dieser Woche erlebten. Am Dienstag das entscheidende Gegentor 37 Sekunden vor Spielende. Am Donnerstag dann unfassbare 1,5 Sekunden. Die Gäste hatten die Scheibe zuvor in ihrem Besitz, verspielten sie aber im Steelers-Drittel, kassierten dann einen Konter, den Tim Schüle noch vor der Sirene verwertete. Das soll, das darf sich heute nicht wiederholen. Noch besser: Schon vor den letzten Sekunden alles klar gemacht haben für den Sieg. Für den Titel. Für den Aufstieg.

Von Frank Ziemke Und Björn Friedrichs

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