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Furiose Kassel Huskies schlagen gegen Nauheim zurück - Entscheidung am Dienstag

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Von: Frank Ziemke

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In Bad Nauheim bejubeln die Kasseler (von links) Corey Trivino, Jake Weidner und Brett Cameron das 1:0
Pure Freude: In Bad Nauheim bejubeln die Kasseler (von links) Corey Trivino, Jake Weidner und Brett Cameron das 1:0. © Jan-Malte Diekmann

Was war das für eine Antwort! Mit dem Rücken zur Wand haben sich die Kassel Huskies zur stärksten Leistung in der Derby-Viertelfinal-Serie gegen Bad Nauheim aufgeschwungen.

Bad Nauheim – Gleichzeit haben sie damit das entscheidende siebte Spiel am Dienstag erzwungen. Beim furiosen 5:0 (1:0, 4:0, 0:0) in der Wetterau sorgten Nordhessens Eishockeyspieler im bärenstarken Mitteldrittel für die Entscheidung. Ganz wichtig: Jonas Neffin als Ersatz für den gesperrten Jerry Kuhn war im Tor ein sicherer Rückhalt. Es ist an der Zeit, diesen Satz mal wieder zu bemühen: Huskies geben niemals auf! (Hier gibt‘s den Liveticker zum Nachlesen.)

Corey Neilson hat Verteidiger Troy Rutkowski wieder anstelle von Joel Broda ins Team geholt. Der Kurzauftritt von Denis Shevyrin in der Defensive wurde ebenfalls beendet. Bei den Gastgebern fehlt Andreas Pauli. Fans der Huskies fehlen auch. Sie sind aus Protest zuhause geblieben oder fiebern in Kassels Eissporthalle mit. Nur eine Handvoll Blau-Weiße steht im Gästeblock. Und muss erstmal mit ansehen, wie die Gastgeber gleich auf die Führung drängen. Der Druck ist groß in den ersten Minuten.

Neffin kann sich über Arbeit nicht beklagen. Aber der 21-Jährige macht das schon jetzt gut. Ist sofort voll da. Klärt gegen Mick Köhler. Klärt gegen Jordan Hickmott. Und besteht auch die Feuertaufe bei der ersten Unterzahl ab der 9. Minute, als es reihenweise Schüsse hagelt.

In dieser Unterzahl aber haben auch die Huskies bei einem Konter durch Corey Trivino die erste gute Chance (11.). Die Gäste kommen anfangs nur schwer aus dem eigenen Drittel. Aber nun befreien sie sich nach und nach. Jake Weidner hat im Nachschuss die Chance zur Führung, scheitert an Felix Bick. Marco Müller startet ein Solo! Und dann kommt die 19. Minute. Kassel hat zum zweiten Mal Überzahl. Und endlich trifft Trivino. Nach Zusammenspiel mit Rutkowski versenkt er den Puck am linken Pfosten. Es ist das erste Tor seit seiner Rückkehr.

Mit 1:0 geht es in die Pause. Allerdings auch mit einer Unterzahl. Aber Kassel startet konzentriert. Neffin muss nur einmal eingreifen beim Schuss von Andrej Bires. Die Gäste sind dann gleich zweimal einer mehr. Zunächst harmlos und mit nur einer Chance – Weidner scheitert erneut an Bick. Dann aber perfekt: Jamie MacQueen täuscht den Schuss an, spielt zu Brett Cameron. Der hält am Pfosten die Kelle hin. Drin ist das Ding.

In der 26. Minute führen die Gäste 2:0. Aber 2:0, da war ja was. Zweimal haben die Huskies eine solche Führung zuletzt verspielt. Diesmal kommt es anders. Keine drei Minuten später steht es 3:0 Wieder trifft Trivino. Klaut einem Nauheimer den Puck. Geht allein auf Bick zu – und spielt den Schlussmann lässig aus. Da zeigt sich, wie ein Tor das Selbstvertrauen stärkt.

Nauheims Anhang reklamiert in dieser Situation lautstark. Sieht Fouls. Fordert Strafen. Die kommen dann auch. Doppelte Kasseler Unterzahl. Weit über eine Minute. Es wird die Zeit der Entscheidung. Denn mit Mann, Maus und Neffin überstehen die Huskies diese Situation. Und schlagen dann eiskalt zu. Rutkowski schießt flach, Bick rutscht die Scheibe unter dem Schoner durch, Cameron schaltet blitzschnell. Es steht 4:0 für die Gäste (33.).

Kasseler Fans feiern beim Public Viewing in der Kasseler Eissporthalle
Kasseler Fans feiern beim Public Viewing in der Kasseler Eissporthalle © Andreas Diekmann

Die es, weil es so schön war, gleich noch einmal machen. Shevyrin muss auf die Bank. Wieder heißt es: Mann, Maus, Neffin. Wieder heißt es: kein Gegentor. Und wieder trifft kurz darauf Kassel. Es ist tatsächlich Shevyrin, der allein auf Bick zustürmt und den Puck mit der Rückhand in den Winkel schlenzt. So effektiv hat man die Huskies lange nicht gesehen. Es gelingt einfach alles in diesem Drittel, das das beste in der Viertelfinal-Serie ist.

Der Schlussdurchgang ist dann mehr oder weniger Schaulaufen. Nauheims Trainer Harry Lange erlöst Bick, stellt Philipp Maurer zwischen die Pfosten. Neffin bleibt zu Null. Nun geht es in Spiel sieben. Dienstag, 19.30 Uhr. Tag der Entscheidung. Die Hoffnung ist zurück, dass es wieder heißt: Huskies geben niemals auf!

SR: Janssen/Klein, Z: 3720, Tore: 0:1 (18.25) Trivino (Rutkowski - 5:4), 0:2 (25:30) Cameron (MacQueen - 5:4), 0:3 (28:20) Trivino (Cameron, Shevyrin), 0:4 (32:51) Cameron (Rutkowski), 0:5 (37:51) Shevyrin, Strafminuten: Nauheim 12 - Kassel 16.

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