Derby-Niederlage gegen Frankfurt

Gibbs setzt ein Zeichen nach dem 0:4: Huskies-Manager schickt Spieler zu den Fans

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Ein Bild sagt alles: Die Huskies-Spieler um Tyler Gron, Jace Hennig und Mark MacMillan (von links) tief enttäuscht beim Dank an die Fans. Foto: Jan-Malte Diekmann

Der 0:4-Pleite im Derby gegen die Löwen Frankfurt folgte am späten Freitagabend ein Zeichen des Managers: Joe Gibbs schickte die Huskies zurück aufs Eis, um sich für die Unterstützung zu bedanken.

Am heutigen Sonntagabend gastieren die Kasseler ab 18.30 Uhr in Bad Tölz.

Als auch das Derby gegen Frankfurt nach einer Demonstration der Löwen-Stärke und der Huskies-Verunsicherung mit 0:4 deftig verloren war und der neue Trainer Bobby Carpenter in seinem dritten Spiel die dritte Pleite zu erklären versuchte, da setzte zumindest einer im Kasseler Eishockey ein Zeichen: Joe Gibbs schickte, nein, prügelte am Freitagabend die Schlittenhunde förmlich zurück auf Eis. Aufgeregt, lautstark und tobend wie einst das HB-Männchen raste der Manager durch die Gänge.

Frustriert vom eigenen desolaten Auftritt, geschockt über Gibbs’ Vorgabe schlurften die Huskies dann zumeist in Badelatschen und nur noch leicht bekleidet aufs Eis, stellten sich den Fans auf dem Heuboden. Dort aber wetterten die Treuesten der Treuen nicht über den desolaten Auftritt einer überforderten Kasseler Mannschaft, wie es nach dem Protest der vergangenen Wochen noch gut möglich gewesen wäre. Nein, diese Fans machten die Huskies nicht nieder, sondern sie machten trotzig positive Stimmung. Auch wenn es vielleicht gedacht war als Kontrapunkt zu den jubelnden Löwen-Anhängern auf der anderen Seite, um deren Partystimmung zu trüben, so endete die Aktion doch in einem völlig unerwarteten Schulterschluss zwischen den Hausherren und ihren Fans. „Wir sind alle Kasseler Jungs“ schallte es am Ende von den Stehrängen – und das nach einer Lehrstunde durch in allen Belangen bessere Frankfurter.

„Die Jungs sollten sich bei den Fans bedanken für die super Unterstützung, deshalb habe ich sie rausgeschickt“, begründete Joe Gibbs später diese Maßnahme. Denn: „Nach den vergangenen Wochen und bei dieser schlechten Leistung der Mannschaft war diese Anfeuerung heute ganz außergewöhnlich. Die Fans haben sich den Dank der Spieler verdient.“

Derweil zeigte sich auch Trainer Carpenter „tief beeindruckt von diesen unglaublichen Fans“ – und hatte sofort Erklärungen parat für den herben Rückschlag für seine Truppe. Zehn Minuten lang nur hatte die auf Augenhöhe mitgespielt, war danach förmlich untergegangen.

„Wir haben nichts umgesetzt von dem, was wir uns vorgenommen hatten“, bilanzierte Carpenter. Was das war? „Wir wollten unser Tor schützen, mit allem, was wir haben. Wir wollten den zentralen Weg zum Tor zusperren. Und wir wollten keine Konter nach Puckverlusten zulassen.“ All das hat nicht geklappt. Im Gegenteil: „Wir waren völlig undiszipliniert, haben gegen das beste Überzahlteam der Liga allein im zweiten Drittel vier Zeitstrafen kassiert. Dafür sind wir hart bestraft worden. Sehr hart“, sagte Bobby Carpenter. Und: Neuzugang Mark MacMillan zeigte ein ganz schwaches Debüt mit vielen, vielen Stockfehlern.

Beim 0:1 hatte Verteidiger Spang nach einem schwachen Wechsel der Kasseler freie Bahn (8.). Dann kassierte auch Jannik Woidtke eine Strafe, als bereits ein Foul Profts angezeigt war - und die Chance auf ein Powerplay war dahin. Zum 0:2 traf Proft später in Überzahl (25.), bei Fabers 0:3 lenkte Pechvogel Mike Little den Puck ins eigene Tor (29.). Und beim Konter zum 0:4 (51.) war Fischer um ein vielfaches schneller als Fehlpass-Geber Woidtke.

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